Facebook: von der Gruppe zur Fanseite

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Wer kennt Sie nicht, die teilweise lustigen, teilweise stupiden Gruppen auf Facebook wie zum Beispiel “Wetten, dass wir 10’000 Personen finden, die den FC LUZERN lieben?“, “Wetten ich finde über 3000 Leute die Mike Shiva scheisse finden?” oder “Guter Sex ist, wenn selbst die Nachbarn danach eine rauchen!” – alle diese Gruppen haben miteinander gemeinsam, dass sich ein grosser Teil der Facebook-Benutzer damit identifizieren können oder sie den Text lustig finden und meistens relativ schnell wachsen. Zum Gruppenbeitritt braucht es nur gerade einen Klick, schnell ist man also “just for fun” Mitglied einer Gruppe.

 

Hohe Zunahme von aktiven Fanseiten

Facebook hat in den letzten Tagen die neue Nutzungsstatistik bekannt gegeben, mir ist dabei aufgefallen, dass die Zahl der Fanpages in den letzten 6 Monaten um rund 100% angestiegen ist. Diese Verdoppelung ist nicht alleine auf das immer grössere Interesse durch die gewerbliche Nutzung von Facebook zurück zu führen. Die Anzahl der gewerblichen Facebook Fanseiten hat ebenfalls um 100% zugenommen, gleichzeitig nahm aber auch die Zahl der Fun- und Scam-Seiten zu.

 

Trend von der Gruppe zur Fanseite

In den letzten Zeit konnte ich selber beobachten, wie laufend weniger Gruppen-Beitrittsmeldungen im Newsfeed erschienen sind, die Zahl der “ist Fan von xxx” aber enorm zugenommen hat. Waren es vorher meistens Facebook Fanpages mit Marken oder mit der Titelierung von einfachen Dingen wie “Ferien”, “Reisen”, “Schnee”, nimmt die Zahl der Fanseiten mit Fun- und Nonsense-Charakter täglich zu, z.B. die folgenden:

Diese Trendwende verstärkt zunehmend auch die Diskussion, warum Facebook zwischen Fanseiten und Gruppen einen Unterschied macht, bzw. dass diese beiden Facebook-Produkte mit der Zeit verschmelzen. Mehr dazu im Artikel “Facebook: Fanseite oder Gruppe?

 

Vorteil für gewerbliche Facebook Fanseiten

Dieser Trend zur Fanseite hat natürlich auch Vorteile für gewerbliche Fanseiten von Firmen oder Marken. Brauchte es früher mehr, dass ein Benutzer Fan einer Seite wurde, ist diese unsichtbare Hürde durch den Umstand der immer häufiger werdenden Fanseiten laufend kleiner.

 

… und die Online Reputation

Für den einzelnen Facebook-Benutzer mag es keinen offensichtlichen Unterschied machen, ob er Mitglied einer Gruppe wird oder Fan einer Fanseite – der Spass der Zugehörigkeit steht für ihn im Vordergrund. Beachtet man diesen Trend jedoch aus der Sicht der Privatsphäre, macht es sehr wohl einen Unterschied, ein Gruppenmitglied oder ein Fan zu sein; einerseits auf Grund der demographischen Statistikdaten die durch Fanseiten erhoben werden können, andererseits durch die öffentliche Sichtbarkeit von Fanseiten im Suchergebnis jedes einzelnen Benutzers.

Dh., Spass-Mitgliedschaften, die normalerweise bei entsprechend richtig eingestellten Privatsphäre nur für Freunde im Profil ersichtlich sind, sind so für jedermann zugänglich. Ist das Profil zusätzlich nicht von der öffentlichen Suche ausgeschlossen, sind diese Informationen sogar über Google frei zugänglich. Was dies für die eigene Online-Reputation bedeutet, kann jeder für sich selber überlegen…

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Autor: Thomas Hutter (1270 Posts)

Thomas Hutter (38) ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Er berät grosse und mittlere Unternehmen, Organisationen und Agenturen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Niederlanden rund um den strategischen und nachhaltigen Einsatz von digitaler Kommunikation und digitalem Marketing in und mit sozialen Netzwerken.

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