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Facebook Seiten schiessen wie Pilze aus dem Boden, einerseits auf Grund der grossen Popularität von Facebook und den ständig wachsenden Besucherzahlen, andererseits sicherlich auch auf Grund des “meine Firma muss jetzt auch dabei sein”-Gedankens. Facebook Seiten können kostenlos eröffnet werden und sind mit ein paar wenigen Klicks eingerichtet – alles ganz einfach also. Der Unterhalt der Facebook Seite benötigt dann doch ein bisschen mehr Aufwand, das finden von Fans oder Liker ist dann doch nicht so einfach und gute Inhalte zu finden auch nicht. Gefahren wie die Angreifbarkeit am Beispiel Nestlé (Wenn Fanpages zum Kriegsschauplatz werden) dürfen ebenfalls nicht ganz ausser Acht gelassen werden.

Auch wenn Ihre Firma nicht das Ziel von Unwelt-Aktivisten sein wird, sollten Sie sich vor dem Start einer Facebook Seite ein paar elementare Überlegungen machen:

1. Wen möchten Sie als Fan auf Ihrer Facebook Seite?

Bei  mehr als 500 Mio. Benutzern besteht die Gefahr in die Falle zu tappen und zu antworten “natürlich alle gerne”. Basierend auf Ihren Marketingzielen sollten Sie allerdings in der Lage sein, zu definieren, wen Sie mit Ihrer Facebook Seite ansprechen möchten.  Unter Umständen hilft Ihnen dabei das Technographics Profile Tool von Forrester.

Basierend auf Ihren Zielen versuchen Sie mehr Verkäufe zu generieren, Menschen von Ihren Produkten zu überzeugen, Kunden weitere Kommunikationsmöglichkeiten zu eröffnen, zusätzliche Infos wie z.B. die soziale Verantwortung Ihrer Firma zu vermitteln. Alles auf einem Newsfeed gleichzeitig zu handeln dürfte schwierig werden.

2. Was möchte das Publikum von Ihrer Facebook Seite?

Wenn Ihre Firma Konsumprodukte verkauft, möchten Ihre Fans mit grosser Wahrscheinlichkeit über Aktionen, Angebote und Neuheiten informiert werden. Handelt es sich um eine Organisation oder Verein liegt das Hauptinteresse bei Aktivitäten und News, bei einer Behörde bestehen am ehesten Bedürfnisse Fragen zu stellen oder Kontaktmöglichkeiten zu finden. Seien Sie sich im Klaren, dass auch die Besucher Ihrer Seite auf Facebook Bedürfnisse und Ansprüche haben.

3. Wen könnte Ihre Facebook Seite sonst noch ansprechen?

Gibt es allenfalls Gruppierungen, die nicht zu Ihrer Zielgruppe gehören, allenfalls aber auch Interesse an Ihrer Seite haben könnten? Verärgerte Kunden, feindseelige Mitbewerber? Facebook bietet mit über 450 Mio. Benutzern ziemlich alles an Besuchern, entsprechend vielfältig sind auch die Interessen und Beweggründe der unterschiedlichen Nutzer, die Fan Ihrer Facebook Seite werden könnten.

Machen Sie sich bereits von Beginn an Gedanken, wie transparent Sie auf Ihrer Facebook Seite kommunizieren möchten, wie offen Sie für Dialoge sind, was Angriffsmöglichkeiten oder kritische Themen sind und wie damit umgegangen werden soll.

4.  Wer kümmert sich um die Seite?

Viele Facebook Seiten werden nicht gepflegt, bzw. man sieht häufig, dass Besucher auf der Seite Kommentare hinterlassen oder Fragen stellen und diese nicht beantwortet werden oder das aktuelle Informationen zwar auf der Website zur Verfügung stehen, die Facebook Seite aber seit Wochen nicht aktualisiert wurde. Können Sie sicherstellen, dass Ihre Facebook Seite laufend gepflegt wird?

5. Wer überwacht die Seite?

Monitoring der Facebook Seite ist eine wichtige Aufgabe. Haben Sie jemanden in Ihrem Unternehmen, den Sie mit der Betreuung der Facebook Seite beauftragen können? Jemanden der Fragen im Diskussionsforum kompetent beantworten und auf Wünsche eingehen kann? Können Sie Mitarbeiter für diese Aufgabe gewinnen?

6. Haben Sie einen Notfallplan für unerwartete Aktivitäten?

Der Fall Nestlé hat deutlich gezeigt, dass ein Notfallplan notwendig ist. Wie wird kommuniziert, wenn der Krisenfall eintritt, welche Instrumente stehen für eine schnelle Kommunikation zur Verfügung und wie wird damit umgegangen? Wer in Ihrem Unternehmen darf welche Aussagen machen, bzw. wie ist die Freigabe geregelt?

Fazit

Wenn Sie die vorhergehenden Fragen beantworten können, sind Sie bereits einem Schritt näher, Facebook erfolgreich zu nutzen. Eine Seite auf Facebook eröffnet grundsätzlich viele Chancen und Möglichkeiten – allerdings wird ein Schnellschuss nach dem Motto “wir machen jetzt einmal eine Facebook Seite” mit Sicherheit nicht das gewünschte Ergebnis bringen und Facebook ist nur eine weitere Baustelle. Ein strategischen Vorgehen macht sich mit Sicherheit bezahlt.

Ein ähnlicher Artikel wurde von Shel Holtz in englischer Sprache verfasst und dienste als Grundlage für meinen Artikel.

Autor: Thomas Hutter 1701 Posts
Thomas Hutter (40) ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Er berät grosse und mittlere Unternehmen, Organisationen und Agenturen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Niederlanden rund um den strategischen und nachhaltigen Einsatz von digitaler Kommunikation und digitalem Marketing in und mit sozialen Netzwerken.
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