Facebook: Profil2Page-Migration und die Konsequenzen

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Die Meldung von gestern zur Möglichkeit der Umstellung eines privaten Facebookprofils in eine Facebookseite verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Trotz den im Artikel beschriebenen Konsequenzen haben bereits gestern diverse Benutzer die neue Möglichkeit genutzt und ihr kommerziell verwendetes privates Profil in eine Facebookseite umgewandelt. Viele der “Firstmover” waren sich allerdings den umfangreichen Konsequenzen nicht bewusst, entsprechend viele Mails sind bei mir zum Thema eingetroffen.

Die Konsequenzen der Umstellung

Facebook ermöglicht es Benutzern Ihr (kommerziell verwendetes) Profil in eine Facebookseite umzuwandeln. Im Hilfebereich von Facebook ist dazu beschrieben, dass eine Umstellung den Verlust der Inhalte beinhaltet, nur gerade das Profilbild wird übernommen, bestehende Freunde sind nach der Umstellung automatisch Fans der Seite. Das bestehende Facebookprofil für die Anmeldung wird gleichzeitig mit der Migration auf ein Unternehmensaccount umgestellt. Was für Facebookprofis klar sein dürfte, für den nicht trainierten Facebookbenutzer aber nicht offensichtlich erkennbar ist, sind folgende Punkte:

  • sämtliche Inhalte des Facebookprofils gehen verloren
    Statusupdates, Fotos, Videos, Notizen, Likes, etc. sind nicht mehr vorhanden
  • Facebooknachrichten wird deaktiviert
    dh. keine @facebook.com-E-Mail-Adresse mehr, kein Chat, keine SMS
  • Verlust der Facebook Vanity-URL des Benutzers
    z.B. htttp://facebook.com/thomas.hutter, Facebookunternehmensprofile können keine Vanity-URL verwenden, die neu erstellte Facebookseite kann die bestehende Vanity-URL nicht nutzen. Bei der Eingabe der bereits genutzten (und wahrscheinlich an vielen Orten verlinkten) URL erscheint eine 404-Fehlermeldung
  • Installierte Applikationenverlieren die Verbindung zum Benutzer
    entsprechend gehen auch mit Applikationen verbundene Inhalte, z.B. bei scribd.com, verloren
  • der Seitentitel wird vom Benutzerprofil übernommen
    dh. bei der Umstellung erhält die neu generierte Facebookseite den Titel des Benutzerprofils, sind bereits mehr als 100 Freunde mit dem Profil verknüpft, sind nach der Umstellung bereits mehr als 100 Fans mit der Seite verknüpft – der Seitenname kann somit nicht mehr geändert werden. 

Privates Profil vs. Unternehmenskonto vs. Facebookseite

Die Unterscheidung zwischen einem privaten Profil, einem Unternehmenskonto und einer Facebookseite fällt vielen Nutzern von Facebook schwer. Die nachfolgende Grafik verschafft einen Überblick über die drei Themen.

Privates Profil vs. Unternehmenskonto vs. Facebookseite

Privates Profil vs. Unternehmenskonto vs. Facebookseite

Während über ein privates Konto folgende Möglichkeiten bestehen

  • Inhalte publizieren
  • Freundschaften anfragen und annehmen
  • Applikationen installieren
  • Gruppen eröffnen und beitreten
  • über Facebook Connect mit Drittwebseiten verbinden
  • Werbeanzeigen erstellen
  • Facebookseiten administrieren
  • eine Vanity-URL nutzen

kann ein Unternehmenskonto nur gerade

  • Werbeanzeigen buchen
  • eine Facebookseite administrieren

Weitere mögliche Probleme nach der Umwandlung

Nach der Umstellung können weitere Probleme auftreten, beispielsweise wenn ein korrektes privates Profil eingerichtet werden soll und die dazu notwendige E-Mail-Adresse bereits mit dem Unternehmenskonto verknüpft ist. Auch das schnelle Hinzufügen von ehemals bestehenden Freunden dürfte sich als schwieriges Unterfangen erweisen – der Versand von Freundschaftsanfragen ist von Facebook aus Gründen des Spamgefahr beschränkt.

Fazit

Auch mit der neuen und von mir sehr begrüssten Möglichkeit zur Umwandlung von Profilen in Facebookseiten zeigen sich die Tücken von Facebook. Facebook ist und bleibt einfach in der Bedienung, erweiterte Funktionalitäten benötigen aber ein tiefes Hintergrundwissen. Das schnelle “Ausprobieren” von neuen Funktionalitäten ist ohne ein wohlüberlegtes Vorgehen gefährlich und kann grössere Aufwände nach sich ziehen!

Update 01.04.2011 / 22.40 Uhr

Gemäss einem Berich von Mashable.com ist das Tool vorübergehen ausser Betrieb…

Autor: Thomas Hutter (1171 Posts)

Thomas Hutter (37) ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Er berät grosse und mittlere Unternehmen, Organisationen und Agenturen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Niederlanden rund um den strategischen und nachhaltigen Einsatz von digitaler Kommunikation und digitalem Marketing in und mit sozialen Netzwerken. Weitere Infos

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