Themen

Seit gestern findet man auf der Facebook-Seite “Facebook-Marketingkonzepte” respektive auf Facebook Developers Beispiele und Erläuterungen zu Facebook Anwendungen auf Deutsch.

Gemäss Facebook soll es dadurch für die Anwender verständlicher und nachvollziehbarer werden, was mit den Facebook Grundsätzen und Richtlinien gemeint ist:

In unseren Grundsätzen und Richtlinien sind unsere Anforderungen dargelegt. Diese Beispiele und Erläuterungen werden dagegen regelmäßig aktualisiert und helfen dir zu verstehen, wie sich unsere Richtlinien in der Funktionalität einer Live-Anwendung widerspiegeln. Die folgenden Beispiele dienen nur zur Illustration und sollen in keiner Weise die Allgemeingültigkeit der Richtlinien für die Facebook-Plattform einschränken.

Immer wieder kommt es vor, dass die Richtlinien und Grundsätze von kommerziellen Anwendern nicht berücksichtigt oder verstanden werden und Facebook als Konsequenz deren Facebook-Seiten oder -Applikationen sperrt – im schlimmsten Fall sogar löscht. So kann beispielsweise eine Facebook-Seite mit 90’000 Fans schnell man gesperrt oder gelöscht werden, wenn darauf ein Gewinnspiel durchgeführt wird, dass nicht den entsprechenden Richtlinien entspricht respektive innerhalb einer Anwendung durchgeführt wird. Damit es für die Seitenbetreiber einfacher und verständlicher wird, kann jetzt exemplarisch nachgeschaut werden, was man darf und was nicht.

Die Beispiele und Erläuterungen gehen auf folgende Punkte ein:

Facebook - Beispiele und Erläuterungen

Kommunikation mit den Nutzern

In diesem Abschnitt wird erklärt wozu der Nachrichtenstrom (News Feed) gedacht ist und wie Anwendungen (Apps) mit ihren Nutzern kommunizieren können. Dabei wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass die Benutzer über die Lesezeichen im linken Bereich auf der Startseite über Aktualisierungen informiert und so abgeholt werden können (nur für Canvas Apps).

Lesezeichen - Canvas App

Ebenfalls wird darauf aufmerksam gemacht, dass auf den Anwendungsseiten (Pinnwand) mit den Nutzern interagiert werden kann. Diese sind fast gleich aufgebaut, wie die üblichen Facebook-Seiten. Dass ein Rückkanal gebildet werden kann, wenn man den Like-Button richtig auf einer Webseite integriert, über welche man die “Liker” per News Feed wieder erreichen kann, weissen nur die wenigsten. Auch darauf wird kurz eingegangen. Ebenfalls wird in diesem Zusammenhang erklärt, was passiert, wenn ein Nutzer den “Gefällt-mir”-Knopf drückt – Meldung in den Neuigkeiten sowie ein Eintrag bei den Interessen des Benutzers wird generiert. Das E-Mail-Adressen per App (Graph API) direkt über die hinterlegten Benutzerdaten abgefragt werden können oder die Möglichkeit besteht, dass man diese innerhalb einer App abfragen kann, wird ebenfalls als Weg für die Kommunikation zwischen Applikation und Benutzer vorgestellt.

Erweiterte Genehmigungen

Wenn Applikationen Benutzerdaten abfragen, muss bei den Nutzern eine Genehmigung eingeholt werden. Facebook hat herausgefunden, dass die Durchklickrate abnahm, wenn mehr als drei Genehmigungen auf einmal verlangt wurden. Erweiterte Genehmigungen sollten nur dann angefordert werden, wenn der Nutzer mit Funktionen interagiert, welche diese benötigen (Bsp. an die Pinnwand posten). Somit kann der Nutzer auch besser verstehen, warum die Genehmigung notwendig ist.

Dialogfenster - Genehmigung

Fotos

Anwendungen dürfen Nutzer niemals automatisch auf Bildern “taggen” (markieren). Die User sollen immer vollste Kontrolle über die Facebook-Funktionalitäten haben. Falls man dies mit einer App beabsichtigt, ist eine Genehmigung dafür beim Nutzer einzuholen. Wenn Benutzer auf Bildern markiert werden, müssen diese genau bezeichnet werden. “Das Markieren darf nicht in Collagen, für virtuelle Figuren oder zu Marketing- und Werbezwecken erfolgen.“. Aufpassen muss man auch, wenn man einen Fotobanner zum Profil eines Freundes hinzufügen will. Gemäss Richtlinien ist das Verändern des Profils eines Freundes mit einem Fotobanner nicht erlaubt, da es als irritierend oder gar als Spam wahrgenommen werden kann.

Beispiel für Fotobanner

Für Entwickler von Facebook Applikationen empfiehlt Facebook die Markierfunktion zu vermeiden. Oft werden negative Feedbacks von betroffenen Nutzern an Facebook gesendet. Diese könnten zu einer vorübergehenden Sperrung der App führen.

Untersagte Funktionen

Vorboten sind zum Beispiel Anwendungen, die das Profil anderer Personen übernehmen.

Beispiel für untersagte Funktion

Ebenfalls nicht erlaubt ist es “unechte Freundschaften aufzubauen”. Das gilt sowohl für Apps als auch für Unternehmen die sich als Personen ausgeben.

Anwendungen, die Freundschaften mit Personen fördern, zu denen im echten Leben keine Verbindung besteht, sind nicht gestattet.

Hinter jedem persönlichen Profil muss eine authentische Person stecken. Wer mit unechten Profilen Freundschaften aufbaut, verhält sich gegen die Richtlinien und geht das Risiko ein, dass er gelöscht wird.

Immer wieder trifft man auf vermeintlich persönliche Profile hinter denen Unternehmen stecken, die entweder nicht verstanden haben, dass solche Profile explizit nicht-kommerziellen Charakter haben, oder sie wollen von der Möglichkeit profitieren an persönliche Angaben heranzukommen oder andere Funktionen, wie z.B. den Facebook-Chat zu nutzen. Ein wertvoller Hinweis wird auch mit den Punkt “Profilaufrufe verfolgen” gemacht.

Es gibt immer wieder dubiose Facebook-Applikationen die damit werben, dass man damit sehen kann, wer das eigene Profil besuchte. Diese Funktion ist nicht möglich und wird von Facebook auch nicht angeboten. Also Vorsicht vor solchen Apps – oft handelt es sich um Schadsoftware oder Applikationen die scharf darauf sind Benutzerdaten abzugreifen. Der Artikel “Facebook: Besucherstatistik, wer hat mein Profil besucht & Co. – Vorsicht SPAM/SCAM” geht detailliert darauf ein.

Belohnung für Nutzer

Um für die Fans interessant zu sein, lassen sich einige Seitenbetreiber spezielle Anreize einfallen, um diese an die Seite binden zu können. Die Belohnung der Nutzer wird ebenfalls erklärt. Direkte Belohnungen, z.B. News Feed Meldungen machen oder Anfragen versenden, sind nicht erlaubt. Was jedoch erlaubt ist, sind indirekte Belohnungen: Ein User ladet seinen Freund zu einer Applikation ein und erhält zusätzliche Punkte in einem Gewinnspiel. Es wird also keine Belohnung für das verwenden der sozialen Kanäle, sondern indirekt für das Vermitteln neuer Nutzer geboten. Der “Gefällt mir”-Knopf darf innerhalb einer Anwendung verwendet und die klickenden Personen dafür belohnt werden, wenn allen Nutzern (bestehende und neue) eine Belohnung verfügbar gemacht wird.

Belohnung für vermittelte Nutzer

Applikationen dürfen Nutzer auffordern Orte zu besuchen und dieses Besuche mit einem Anreiz koppeln:

Anwendungen können Nutzer dazu bringen Orte aufzusuchen, indem sie Rabatte oder Gutscheine anbieten oder z. B. Freikarten zu bestimmten Werbeaktionen für Nutzer, die ihren Ort besuchen. Wie bei allen echten Facebook-Funktionen darf das Besuchen nicht als Mittel verwendet werden, um Nutzer für die Werbeaktion zu registrieren.

Soziale Kanäle

Es ist erlaubt eine Mitteilung an mehrere Personen gleichzeitig zu posten. Dazu sollte man den “Anfrage-Kanal” verwenden. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die Nachrichten (Post an Pinnwand) öfters gemacht werden. Dies kann zu negativen Nutzerfeedbacks führen oder gar als SPAM gekennzeichnet werden.

Mehrere Meldungen versenden

Um die Wiederverwendung einer Applikation zu steigern können Aktionslinks eingebaut werden. Beim Entwerfen einer Meldung für den Nachrichtenstrom (News Feed), können benutzerdefinierte Aktionslinks neben dem “Gefällt mir”- und “Kommentieren”-Links eingefügt werden. Damit wird ein Nutzer beispielsweise direkt zur App geführt.

Beispiel für einen Aktionslink

Damit können bestehende Nutzer aufgefordert werden die Applikation wieder zu nutzen.

Nutzer-Feedback

Facebook macht darauf aufmerksam, dass es als App-Betreiber wichtig ist, auch die Statistiken (Insights) der jeweiligen Applikation im Auge zu behalten. Aus diesen können wichtige Anregungen für die Verbesserung der App interpretiert werden. Jede Applikation sollte positiv zum Nutzererlebnis auf Facebook beitragen.

Feedbackmöglichkeiten für Nutzer

Applikationen welche öfters negative Feebacks erzeugen, werden möglicherweise von Facebook kontrolliert und im schlimmsten Fall gesperrt.

Es empfiehlt sich die Beispiele und Erläuterungen von Facebook aufmerksam zu studieren und die Grundsätze und Richtlinien zu verinnerlichen, wenn man vor hat mit Facebook zu arbeiten. In einem früheren Artikel hat Thomas festgestellt, dass die Richtlinien und Grundsätze in deutscher Sprache nicht immer 100% mit den englischen (originalen) Richtlinien übereinstimmen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, sich auf die englischen Richtlinien zu beziehen.

Autor: Aldo Gnocchi 68 Posts
Aldo Gnocchi (30) M.A. HSG in Marketing, Services & Communication Management (MSC), ist Social Media Stratege bei der Hutter Consult GmbH. Er berät Unternehmen, erarbeitet Strategien und Analysen, erstellt Konzepte rund um Facebook Marketing und Social Media. Weitere Infos
15% Rabatt auf die Tickets der AllFacebook Marketing Conference am 10.11.14 >>> Rabattcode HUTTERAFMC <<< Jetzt profitieren!
Hello. Add your message here.