Facebook: KLM Meet & Seat
28. Februar, 2012 | Thomas Hutter | 8 Kommentare
Facebook bietet definitiv mehr als “nur” niederschwelligen Dialog mit Fans, Spass und Gewinnspiele. Viele Unternehmen beschränken sich beim Einsatz von Facebook auf Seiten und Tab-Applikationen, öfters, wenn das Potential der Facebook Werbeanzeigen erkannt wurde, auch die Ads, wesentlich weniger aber Plattformintegrationen mit Facebook Applikationen. Gerade diese Plattformintegrationen bieten bei der ganzheitlichen Betrachtungsweise von Facebook ein riesiges Potential. Genau auf diese Vorteile setzt die niederländische-französische Airline KLM mit “Meet & Seat“.
KLM Meet & Seat

KLM Meet & Seat
Welche geschäftlich reisenden Personen kennen nicht die Situation der Warterei am Flughafen und den anschliessenden, teilweise stundenlangen Flügen neben gänzlich unbekannten Menschen. Öfters bleibt der kommunikative Austausch auf der Strecke. Mit der Idee eines Sitzplatzreservationssystems unter Unterstützung der Social Media Profile knüpft KLM Meet & Seat genau hier an. Das eigene Konto, welches zur Sitzplatzreservation bei KLM notwendig ist, kann mit Facebook und LinkedIn verbunden werden. Der Kunde bestimmt dabei selber, welche Daten er/sie freigeben will. Während dem Check-In-Prozess via Internet ist nun ersichtlich, welche anderen Personen, welche über ein Facebook- oder LinkedIn-Konto verfügen, sich im Flugzeug befinden werden. Entsprechend kann ein Sitzplatz neben einer interessanten und passenden Person reserviert werden.
KLM Meet & Seat ist aktuell nur unter folgenden Bedingungen verfügbar:
- Buchungen mit 1 Passagier
- KLM-Flüge zwischen Amsterdam und New York, San Francisco und São Paulo
- Ab 90 Tage bis 48 Stunden vor Abflug
… aber der Datenschutz…
Selbstverständlich ist die Frage nach dem Datenschutz berechtigt, aber steht es grundsätzlich jeden einzelnen Nutzer frei diesen Dienst zu nutzen oder eben nicht. KLM schreibt dazu auf der Website:
Haben andere Passagiere Ihres Fluges ihre Daten über Meet & Seat nach Ihnen geteilt, erhalten Sie von uns eine E-Mail.
Sie haben immer die Möglichkeit, weniger oder mehr Profildaten anzuzeigen oder Ihre Profildaten komplett aus dem Sitzplan zu löschen. Melden Sie sich einfach bei Meine Buchung verwalten an, gehen Sie zur ‚Sitzplan‘-Schaltfläche und klicken Sie auf ‚Meet & Seat‘. Dort können Sie Ihre Profildaten bearbeiten.
KLM nutzt Ihre Profildaten nur im Zusammenhang mit Meet & Seat. Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. 48 Stunden nach Ihrem Abflug werden Ihre Daten automatisch gelöscht.
Will man absolute Ruhe auf dem Flug und möglichst einen leeren 2er-Sitz, kann man sich immer noch überlegen ein Social Media Profil à la Hannibal Lector anzulegen…
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Die Idee gefällt mir. Die Holländer sind kreativ und es nervt mich, dass bei jeder Innovation der Datenschutz besprochen wird.
Danke für die Info. Der Artikel ist inspirierend…
Müsste die ausgewählte Person den Sitznachbarn nicht noch freischalten? Das Video mit den zwei Männern ist ja ganz nett, aber als Frau will ich nicht ohne Veto ausgewählt werden können…
@rachel
und warum sollen Frauen wählen können und Männer nicht. Ich bin für Gleichberechtigung…
Ich finde das ist wirklich eine sehr nette Idee – hat ja auch Open Space für eine Partnervermittlungsagentur: “Verlieben wie im Fluge…”.
Allerdings die Kehrseite: Was wenn sich tatsächlich Mister oder Mrs Nogo neben einem platziert? An Bord kann man ja nicht einfach fliehen. Die von Rachel vorgeschlagene Sitznachbarfreischaltung ist eine nette Idee – aber dann werden wohl lauter Einzelplätze vergeben werden, es könnte sich ja noch Mister oder Mrs Perfect anmelden und einen Platz suchen.
Ein bisschen spannender ist das dann ohne Freischaltung schon.
Zum Thema Datenschutz: Kann ja eben jeder selber entscheiden, ob er den Dienst nutzt..
Hallo Herr Hutter,
kleiner Hinweis – Meet = Treffen / Meat = Fleisch
Sie verwenden sehr oft in ihrem Post den falschen Begriff für den Service von KLM
Nicht dass das nun wieder die Veganer auf den Plan ruft
VG Jan
Danke – ist korrigert!
Jeff Jarvis hat die Grundidee schon vor längerer Zeit in seinem Buch “Was würde Google tun?” beschrieben. Höchste Zeit und schön zu hören, dass sie nun tatsächlich umgesetzt worden ist.
So kann die Flugzeit sinnvoll genutzt werden, und auch das gemeinsame Taxi danach ist eine gute Sache. Und beim Networking werden online und offline geschickt verbunden.
Dass Mr. oder Mrs. Nogo neben einem sitzt, lässt sich auch bei der traditionellen Verteilung der Sitzplätze nicht verhindern, von daher ist die Sorge nicht berechntig.
Ja sehr schöne Idee. Ist ähnlich wie glaube ich ticketmaster in UK, wo man wählen kann neben wenn man im Konzert sitzt
Beste Grüße aus DE