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Heute Morgen hat sich Thomas Hutter auf den Artikel “Der Like-Hpye ist vorbei” von Oliver Bargfeld bezogen und aufgezeigt, das die Analysemethode, die zu dieser provokativen Aussage führte, so nicht valide ist. Für mich Grund genug kurz die Facebook-Benutzerentwicklung weltweit etwas näher aufzuzeigen.

Der Gedanke, dass auch Facebook – ähnlich wie beispielsweise zuvor schon MySpace – irgendwann mal den Zenit überschritten haben wird und sich vom Wachstumskurs ins Tal der Tränen begeben wird, beschäftigt mich schon des Längerem. Doch die Zeichen stehen gegenwärtig relativ gut. Socialbakers erwartet etwa bis Oktober 2012 eine Facbook-Benutzerbasis von einer Milliarde. Im Gegensatz zu Myspace ist ein permanenter Plattformwandel respektive eine Plattformweiterentwicklung vorhanden (Akquise Dritter, neue technische Funktionalitäten, etc.), die bei MySpace vernachlässigt wurden. Facebook integriert ständig neue Trends in ihre Plattform (Bsp. LBS, Kauf von Instagram, etc.). Das vorbildliche strategische Vorgehen von Facebook sollte eine eine mittel- bis langfristige Existenz sicherstellen.

Märkte mit einer Facebook-Benutzerpenetration von über 50% neigen dazu sich zu bereinigen

Wie schon in früheren Artikeln erwähnt, kann beobachtet werden, dass Märkte (Länder) ab einer Facebook-Benutzerpenetration von 50% dazu neigen sich wieder rückläufig zu entwickeln.

Facebook-Penetration von mehr als fünfzig Prozent - Bereinigung erkennbar

Facebook-Penetration von mehr als fünfzig Prozent – Bereinigung erkennbar

Es scheint als würde es sich bei den gelb hervorgehobenen Ländern um solche handeln, bei denen einen natürliche “Bereinigung” zu erkennen ist. Menschen wollen Facebook testen – da Hype – und sind aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zufrieden und löschen ihre Profile wieder oder sind gänzlich inaktiv. Dies ist ein ganz natürlicher Prozess, den man auch auf Märkten beobachten kann – Stichwort: Marktbereinigung.

Schaut man sich die Entwicklung weltweit mit den Zahlen von Socialbakers an, ist eigentlich nichts von einem Ende des Like-Hypes zu erkennen, wie die untenstehende Grafik zeigt. Das Wachstum stagniert, ist aber eher positiv.

Socialbakers Facebook-Benutzerbasis Entwicklung weltweit

Socialbakers Facebook-Benutzerbasis Entwicklung weltweit

Ähnliche Artikel dazu hier:

Facebook World User Map vom April 2012

Gestern hat Thomas Hutter die neusten weltweiten Zahlen zur Facebook-Benutzerbasis aktualisiert und sie übersichtlich pro Kontinent in einer Weltkarte dargestellt. Auch vorgegangene Stichprobenwerte seit dem Jahr 2010 sind darin zu sehen. Man kann anhand der mehreren Datenerhebungszeitpunkte gut beobachten, wei sich Facebook weltweit entwickelt hat. Im Vorjahresvergleich (Zahlen vom 22. Januar 2011) konnten alles Kontinente an Facebook-Benutzern zulegen.

Die grössten Zuwächse als Rangliste:

  1. Südamerika + 92%
  2. Afrika + 75%
  3. Asien  + 54%
  4. Europa + 28%
  5. Australien + 19%
  6. Nordamerika + 13%

Die von Thomas Hutter erstellte Facebook-Benutzer-Weltkarte zeigt die Veränderungen wunderschön auf.

Facebook Worldmap 2012 April10th by @ThomasHutter

Facebook Worldmap 2012 April10th by @ThomasHutter

Südamerika hatte lange Zeit auf eigene soziale Netzwerke, wie etwa Orkut von Google gesetzt, was den enormen Zuwachs bei Facebook erklären könnte. Brasilien das drittgrösste Facebook-Land etwa war noch vor ein paar Jahren total auf Orkut fixiert. Die User scheinen aber zum blauen Reisen abzuwandern.

Afrika verfügt nicht im selben Masse über die technische Infrastruktur wie wir sie bei uns haben. Internetzugänge sind noch kein Standard. Doch auch Afrika entwickelt sich weiter und könnte zu einem wichtigen Wachstumsmarkt für Facebook werden.

In Asien gibt es von Land zu Land unterschiedliche Social Networks die gegenüber Facebook eher bevorzugt werden. Doch auch im asiatischen Raum ist eine Facebook-Bewegung zu beobachten, wie auch die Zahlen belegen.

In Europa, Australien und Nordamerika verfügen wir über fortschrittliche technische Infrastrukturen. Hier entscheidet der persönliche Geschmack, das Verhalten der eigenen Freunde (sozialer Kontext – Netzwerkeffekte) und das Vertrauen in die Plattformen sehr stark auf welchem sozialen Netzwerk wir uns bewegen. Erstaunlich ist jedoch gerade bei Europa, dass innerhalb von etwas mehr als einem Jahr ein Wachstum von knapp 30% möglich ist. Ein grosser Teil des Zuwachs stammt von Deutschland (+1.9 Mio. Nutzer) und den Niederlanden (+1.1 Mio. Nutzer).

Osteuropäische Länder sorgen für das Wachstum der Facebook-Benutzerbasis in Europa

Wie in der untenstehenden Grafik gesehen werden kann, tragen Osteuropäische Länder stark dazu bei, dass Europa der grösste Facebook-Markt bleibt.

Osteuropäische Länder sorgen für Wachstum in Europa

Osteuropäische Länder sorgen für Wachstum in Europa

Schaut man sich im Detail die Länder Polen, Russland, Rumänien, Ukraine und Ungarn an, sieht man einen Zusammenhang zwischen der Internetpenetration (Menschen, die über einen Internetzugang vergügen) und der Facebook-Penetration (Menschen die auf Facebook aktiv sind).

In Polen sind 8.2 Mio. aktive Benutzer auf Facebook (21.39% Penetration). Die Internetpenetration in Polen ist bei 36.64%. In Russland ist die Facebook-Penetration bei 4.27%, die Internetpenetration bei 9.97%. Rumänien verfügt über eine massiv höhere Internetpenetration als in Polen und Russland von 59.38%, die Facebook-Penetration ist bei 21%. In der Ukraine sind die Verhältnisse eher wie in Russland: Internetpenetration 13%, Facebook-Penetration 4.4%.

In Ungarn finden wir von den ausgewählten Ländern die höchste Internetpenetration von 63% und entsprechend eine hohe Facebook-Penetration von 39%.

Je grösser die Internetpenetration, desto höher auch die Facebook-Penetration. Man muss kein Magier sein um das festzustellen, denn ohne Internet kein Facebook. Rein subjektiv denke ich, dass Osteuropa der künftige Facebook-Motor Europas ist. Die Menschen in osteuropäischen Ländern kommen zunehmend zu mehr Wohlstand und können sich folglich die technische Infrastruktur besorgen um als aktive Online-Mitglieder ins Social Web zu strömen.

Fazit

Gemäss den konsultierten Zahlen kann kein eigentlicher Rückwärtstrend was Facebook als Nummer 1 Social Network abelangt interpretiert werden. Was sich ändert ist das Benutzer-Verhalten. Je länger die Facebook-Nutzer sich auf der Plattform bewegen, desto versierter werden sie. Somit werden auch ihre Ansprüche, etwa an Facebook-Seitenbetreiber, höher. Von einem Ende des “Like-Hypes” keine Spur.

Oder sehe ich das möglicherweise völlig falsch?

Autor: Aldo Gnocchi 68 Posts
Aldo Gnocchi (30) M.A. HSG in Marketing, Services & Communication Management (MSC), ist Social Media Stratege bei der Hutter Consult GmbH. Er berät Unternehmen, erarbeitet Strategien und Analysen, erstellt Konzepte rund um Facebook Marketing und Social Media. Weitere Infos
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