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Google Analytics bietet einem in der Grundausstattung bereits sehr viele Daten mit welchen man die eigene Webseite analysieren und optimieren kann. Nur, was ist mit Daten, welche Google Analytics nicht kennt, bzw. welche Google Analytics nicht standardmässig sammelt? Folgende Fragen kommen mir hier spontan in den Sinn, welche mir Google Analytics in der „Standard-Version“ nicht beantworten kann:

  • Wie kann ich das Besucherverhalten von Kunden und nicht Kunden messen?
  • Wie kann ich in Blogs sehen, welche Artikel bzw. welche Autoren für die Besucher interessant sind?
  • Wie ist der Unterschied im Besucher- und Kaufverhalten meiner weiblichen oder männlichen Kunden?
  • Ist die Warenkorb Abbruchrate bei Kunden zwischen 25-30 höher als diejenige einer anderen Alterskategorie?
  • Welche Artikel werden vor allem von Männern gekauft?

usw. usw.

Bei all diesen Fragen kann der Einsatz von benutzerdefinierten Variablen Klarheit verschaffen.

Generelle Erklärung zu benutzerdefinierten Variablen

Innerhalb von benutzerdefinierten Variablen können Daten gesammelt werden, welche für die eigenen Trackingwünsche benötigt werden. Sei dies das Geschlecht, Geburtsdatum und die Herkunft von angemeldeten Kunden oder einfach der Autor eines gewissen Blogposts.

Es gibt drei verschiedene Typen von benutzerdefinierten Variablen. Diese sind „Page-Level“, „Session-Level“ und „Visitor-Level“. Diese Typen können für verschiedene Szenarien eingesetzt werden.

Page-Level
Möchte man z.B. beim Aufruf jeder Seite den Autor des Blogartikels in eine benutzerdefinierte Variable übergeben, dann bietet sich der „Page-Level“ Typ an. Dieser wird bei jedem Seitenaufruf neu abgefragt bzw. definiert und an Google Analytics übergeben. Die Variable ist so lange gültig bis diese von einer neuen Seite überschrieben wird.

Session-Level
Der „Session-Level“ Typ bietet sich an, wenn man zum Beispiel nicht eingeloggte und eingeloggte Besucher voneinander trennen möchte um somit das Besucherverhalten der zwei verschiedenen „Zielgruppen“ zu analysieren. Die Variable ist so lange gültig, bis diese innerhalb einer Besucher-Session überschrieben wird. Kommt also ein nicht eingeloggter Besucher auf die Seite und loggt sich zu einem späteren Zeitpunkt ein, dann wird die Variable von „login=false“ auf „login=true“ umgeschrieben.

Visitor-Level
Der „Visitor-Level“ Typ ist so lange gültig, wie das Cookie auf dem Rechner des Besuchers bestehen bleibt bzw. maximal für 24 Monate. Dieser Typ könnte z.B. dazu verwendet werden um Kundendaten wie Geburtstag oder Geschlecht zu speichern.

Weitere Informationen zu den benutzerdefinierten Variablen findet ihr auf der Google Analytics Developer Seite.

Einsatzbeispiel

Das untenstehende Beispiel soll aufzeigen, wie man z.B. benutzerdefinierte Variablen beim Einsatz von Google Analytics innerhalb von Facebook Applikationen verwenden kann.

Ziel: Analyse einer Facebook-App Nutzung nach Alter und Geschlecht. Wie ist das Interaktions- und Nutzungsverhalten der verschiedenen Alters- und Geschlechtsgruppen.

Setzt man Google Analytics zum Tracking von Facebook-Applikationen ein, so können Werte, welche beim Auth-Dialog explizit abgefragt werden (z.B. Geburtsdatum) oder durch Facebook standardmässig zur Verfügung gestellt werden, wenn diese vom User definiert sind (z.B. Geschlecht), innerhalb der Applikation als Benutzerdefinierte Variablen an Google Analytics übergeben werden.

Innerhalb von Google Analytics (Besucher – Benutzerdefiniert – Benutzerdefinierte Variablen) würden die Werte dann folgendermassen aussehen.

Geburtsdatum:

Geburtsdatum

Geburtsdatum

 

Geschlecht:

Geschlecht

Geschlecht

Über diese Werte der benutzerdefinierte Variablen können nun weitere Analysen innerhalb von Google Analytics vorgenommen werden.

Erstellung von erweiterten Segmenten aufgrund von benutzerdefinierten Werten

Durch die Erstellung von erweiterten Segmenten innerhalb von Google Analytics kann nun die Möglichkeit geschaffen werden, die meisten Google Analytics Reports gemäss den benutzerdefinierte Werten aufzuschlüsseln. Ein erweitertes Segment könnte z.B. so aussehen (Segment für alle Frauen welche die Facebook Applikation benutzen).

Erweitertes Segment für ein Geschlecht

Erweitertes Segment für ein Geschlecht

 

Diese Segmente können somit dazu benutzt werden, um z.B. zu sehen welches Geschlecht die Facebook Applikation nutzt. (Geschlecht und Geburtsdatum können natürlich auch über die Facebook Insights der App bezogen werden, dies ist nur ein Beispiel).

Besucher nach Geschlecht

Besucher nach Geschlecht

 

Oder aber, über die Erstellung von erweiterten Segmenten aufgrund des Geburtsdatums, wie sich die Altersaufteilung der App-Nutzung zusammensetzt.

Besucher nach Alter

Besucher nach Alter

 

Das Nutzer- und Interaktions-Verhalten der eigenen Zielgruppe messen
Spannender wird es dann, wenn man die benutzerdefinierte Werte bzw. erweiterten Segmente mit dem Event-Tracking kombiniert. Hiermit können z.B. Aussagen gemacht werden, welches Geschlecht auf den „Teilen“- oder „Freunde einladen“-Button innerhalb der Applikation und wie die Interaktionsraten der versch. Zielgruppen innerhalb der Applikation bzw. der verschiedenen App-Funktionalitäten sind. Diese Daten können einem wertvolle Inputs für weitere Applikationen geben und bieten einem die Möglichkeit, das Nutzer- und Interaktions-Verhalten der eigenen Zielgruppe besser zu verstehen.

Nutzer- & Interaktions-Verhalten innerhalb einer Facebook Applikation

Nutzer- & Interaktions-Verhalten innerhalb einer Facebook Applikation

 

Fazit

Der Einsatz von benutzerdefinierten Variablen in Kombination mit Event-Tracking und erweiterten Segmenten bietet ungeahnte Einsatzmöglichkeiten innerhalb von Google Analytics. Es wird die Möglichkeit geschaffen an die Daten und Reports zu kommen, welche jenseits der Google Analytics Standards liegt. Erst hier wird einem bewusst, wie riesig das Einsatzgebiet von Google Analytics ist. Wir gehen weg vom einfachen Besucher- oder Pageview-Tracking und fokussieren uns auf das wesentliche. Wir lernen unsere Zielgruppe und deren Verhalten kennen und können dies, wie im obigen Beispiel sogar auf Geschlecht und Alter aufteilen. Diese Insights sind wichtige Daten welche zur Verbesserung von Webseiten und Applikationen beitragen. Stetige Verbesserung durch geschickte Analyse lautet hier das Motto.

Da die Analysemöglichkeiten und Kombinationen schier unendlich sind sollte man aber auch hier bedenken, dass von Anfang an die Ziele definierte werden sollen, welche mit der Analyse erreicht werden sollen. Ansonsten läuft man auch hier Gefahr zwar einen riesen Daten- und Analysetopf zu haben, dieser aber für Business-Entscheide nicht eingesetzt wird.

Hab ich euer Interesse an benutzerdefinierte Variablen und deren Einsatz für das Reporting geweckt? Gerne könnt ihr eure Szenarien oder Ideen was gemessen werden sollte untenstehend als Kommentar abgeben.

 

 

Google Analytics
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Autor: Florian Muff 42 Posts
Florian Muff ist Berater und Projektleiter und somit Schnittstelle zwischen Konzeption/Strategie und Umsetzung. Neben der Projektleitungs- und Beratungstätigkeit im Umfeld von Facebook erarbeitet er Strategien und Konzepte rund um Suchmaschinenmarketing (Suchmaschinen-Werbung, Suchmaschinen-Optimierung), Web-Analyse und User-Interface Design für Webseiten und Online Applikationen und erarbeitet Zweitmeinungen. Er doziert für die Migros Klubschule und schreibt Artikel zu Suchmaschinenmarketing und Webanalyse.
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