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Copy - Paste (istockphoto.com)Der Artikel “Social Media: abgeschrieben – ungenügend – setzen! Do’s and Don’ts im Umfeld von Blogs” von letzter Woche wurde extrem häufig abgerufen und auf Facebook, Twitter, Google+ und XING geteilt. Viele Mails haben mich persönlich erreicht, diverse Personen haben mich in der Zwischenzeit kontaktiert und gebeten Inhalte aus dem Blog zitieren zu dürfen. Ebenfalls erreichten mich Hinweise auf weitere Copy/Paste-Plagiate meiner Inhalte.

“getroffene Hunde bellen” …

Auch die angegriffene Telekom Presse Dr. Peter F. Mayer KG aus Wien hat sich in der Person des Chefredaktors zum Artikel zu Wort gemeldet. Allerdings war in den Kommentaren nicht wirklich ein Einsehen spürbar, im Gegenteil, der Chefredaktor, Herr Dr. Peter F. Mayer wollte den Spiess gar umdrehen und unterstellte mir, dass ich dem Unternehmen “systematisches Copycat” vorwerfe, wobei es sich ja bei dem von mir genannten Fall um einen bedauerlichen Einzelfall handelte. Die entsprechende Kommentare sind im Blogbeitrag  “Social Media: abgeschrieben – ungenügend – setzen! Do’s and Don’ts im Umfeld von Blogs” ersichtlich.

Kein Einzelfall oder ist Copy/Paste ein Österreichisches Problem?

Das telekom-presse.at keinen Einzelfall darstellt, zeigt das aktuelle Beispiel der österreichischen Boulevardzeitung “heute.at”. Heute wurde ein neuer Artikel zu den Nutzerzahlen von Facebook veröffentlicht, der sich offensichtlich diverser Textpassagen von mir 1:1 bediente. Ebenfalls übernommen wurden die Bilder, selbstverständlich ohne Quellennachweis und schon gar nicht mit Nachfragen. Auch wurden diese Bilder wiederum nicht von der Ursprungsquelle eingebunden sondern kopiert und auf dem eigenen Server gespeichert. Noch schlimmer, als Copyright wurde sogar noch eine falsche Quelle angegeben.

Falsche Quellenangabe bei heute.at

Falsche Quellenangabe bei heute.at

 

Hier die beiden Artikel im direkten Vergleich:

Originalbeitrag thomashutter.com

Originalbeitrag thomashutter.com

Plagiat bei heute.at

Plagiat bei heute.at

 

<offener Brief an abschreibende Journalisten>

Liebe abschreibende Journalisten aus Österreich, machen Sie es doch bitte ähnlich wie Ihre Kollegen aus Deutschland oder der Schweiz und rufen Sie mich doch kurz an oder schreiben Sie mir eine E-Mail, wenn Sie Inhalte kopieren möchten. In der Regel bestätige ich Ihnen das Recht zur Verwendung innert kürzester Zeit ohne Honorarforderungen, ein Quellenhinweis genügt in der Regel völlig. Falls Ihnen das Schreiben Mühe macht oder Sie dazu schlicht und einfach zu faul sind, melden Sie sich bitte ebenfalls, gerne helfen wir Ihnen den Artikel ein wenig umzuschreiben, so dass nicht eine 1:1 Kopie im Umlauf ist, was wiederum Google nicht besonders gefällt (duplicated Content). Vielen Dank für Ihr Verständnis

</offener Brief an Journalisten>

 

Kein “Journalistenproblem”

Die angesprochene Copy/Paste-Problematik ist übrigens kein “Journalistenproblem”, wie mir auch Kolleginnen und Kollegen aus der Branche mittlerweile bestätigt haben. Das Kopieren und Umschreiben von Beiträgen, aber auch Checklisten und ganzen Präsentationen gehört leider zum Alltag. Viele bloggende Kollegen wenden wie auch ich viel Zeit für die Recherche und die Erstellung von umfangreichen Blogbeiträgen, Leitfäden, Checklisten und Präsentationen auf. Leider passiert es häufiger als man denkt, dass entsprechende Beiträge, Leitfäden, Checklisten und Präsentationen von weniger fleissigen Kollegen teilweise 1:1 kopiert oder einfach leicht umformuliert, das eigene Logo eingesetzt und anschliessend als eigene Werke an Kunden verkauft werden.

 

Do’s and Don’ts im Umgang mit fremdem Wissen und fremden Arbeiten

Do’s

  • Quellen nennen, Credits entsprechend vergeben, Verlinkungen zum Originalbeitrag herstellen
  • Bestehende Präsentationen und Checklisten 1:1 im Originalzustand an Kunden (kostenlos) weitergeben
  • Wenn Checklisten, Leitfäden und Präsentationen (für Kunden kostenpflichtig) verwendet werden, entsprechende Vergütungen an den Ersteller entrichten
  • Im Zweifelsfall den Autor kontaktieren

Don’ts

  • Quellen nicht nennen oder für den Endnutzer oder Kunden nicht deutlich erkennbar weitergegeben
  • Präsentationen teilweise oder ganz übernehmen und mit dem eigenen Logo versehen als eigenes Werk ausgeben
  • Kostenlos erhältliche Checklisten, Leitfäden und Präsentationen kostenpflichtig  an Kunden weitergeben ohne Entschädigung an den Autor zu entrichten
  • Im Zweifelsfall den Autor nicht zu kontaktieren

 

Fazit

Fairplay mit fremden Inhalten! Wenn Sie Inhalte weiterverwenden möchten, dürfen Sie dies gerne machen, beachten Sie dabei aber die Grundsätze des Urheberrechts und nehmen Sie im Zweifelsfall Kontakt mit dem Autor auf – in kurzen Gespräche können häufig viele Dinge einfach  und unkompliziert geregelt werden. Falls Sie diese Aufwände scheuen, dann lassen Sie durch Dritte erstellte Inhalte im Originalzustand und teilen diese – teilen macht in der Regel nämlich Freude!

In dem Sinne, let’s share!

 

 

 

 

Autor: Thomas Hutter 1334 Posts
Thomas Hutter (38) ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Er berät grosse und mittlere Unternehmen, Organisationen und Agenturen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Niederlanden rund um den strategischen und nachhaltigen Einsatz von digitaler Kommunikation und digitalem Marketing in und mit sozialen Netzwerken.