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Facebook ist beliebt, über 470 Mio. Benutzer tummeln sich regelmässig auf der Plattform, und zeichnet sich durch eine noch nicht dagewesene theoretische Reichweite aus. Öfters wird Facebook positiv eingesetzt, z.B. beim grossen Erdbeben von Haiti um Spendengelder zu sammeln, leider aber auch zunehmend Cyberbashing oder Cyberbullying/-mobbing.

Cyberbashing oder Cyberbullying ein neues Phänomen?

Rufmord, Gewaltaufrufe und “ich hasse”-Gruppen sind kein neues Phänomen auf Facebook, bzw. nicht ein spezielles Phänomen von Facebook, auch andere Social Networks und Foren sind immer wieder Schauplätze und Sammlungspunkte für lose Gruppierungen mit ähnlich gelagerten Meinungen und Interessen. Durch die viralen Möglichkeiten und dem niederschwelligen Aktionismus verlagern sich viele Cyberbashing- oder Cyberbullying-Attacken auf Facebook. Eine Facebook Gruppe oder eine Gemeinschaftsseite ist in wenigen Minuten eingerichtet, mit einigen Klicks sind Freunde zum Gruppen- oder Seitenbeitritt eingeladen, je nach Aktualität und Thema die nächsten “Liker” entsprechend nicht weit weg.

Die Hemmschwelle, in Facebook (oder anderen Sozialen Netzwerken) andere auszulachen oder zu verhöhnen, ist gering, die Anonymität des Webs hilft, dass ein Täter seinem Opfer nicht in die Augen blicken muss. Eine unmittelbare Rückmeldung für das eigene Verhalten bleibt meistens aus, in der Folge auch das Bewusstsein und Empfinden für die Verletzung der Betroffenen. Es ist relativ einfach, Verleumdungen zu äussern oder herumzuschimpfen. Dieser Effekt wird auch als “Online Disinhibition Effect, Online – Enthemmungseffekt” bezeichnet: Es fällt Menschen, insbesondere Jugendlichen, schwerer, ihre Impulse zu zügeln, wenn die soziale Kontrolle wegfällt oder nicht spürbar ist.

Beispiele von Cyberbashing oder Cyberbulling-Attacken auf Facebook

Die Formen des Bashings oder Bullyings unterscheiden sich, einige sind klar offensichtlich (z.B. “ich hasse”, “ich könnte xy täglich die Fresse polieren”), andere indirekt (z.B. “lieber xy als ab”, “besser 100 xy als ein ab”). Die nachfolgende Beispiele sind nur ein paar wenige, stellvertretend für viele weitere Möglichkeiten. Die Beispiele sind nicht verlinkt – ich möchte die negativen Auswüchse von Facebook nicht noch zusätzlich fördern:

Beispiele für Cyberbashing und Cyberbullying auf Facebook

Beispiele für Cyberbashing und Cyberbullying auf Facebook

Aktuelle Beispiele

Gerade emotional geprägte Veranstaltungen mit grossem Publikum wie z.B. die Fussball-WM in Südafrika sind Nährböden für Cyberbashing und Cyberullying. Beispielsweise die zweifelhafte Leistung des Schiedsrichter Khalil Al Ghamdi im Spiel Schweiz – Chile sind Auslöser für Attacken auf Facebook.

Cyberbashing und Cyberbullying gegen Khalil Al Ghamdi auf Facebook

Cyberbashing und Cyberbullying gegen Khalil Al Ghamdi auf Facebook

Das Beispiel der grössten Gruppierung zeigt auch den enormen Viraleffekt auf Facebook. Gemäss Angaben des Seitengründers (der anscheinend offensichtlich zu seinem Bashing/Bullying steht) wuchs die Zahl der Liker extrem schnell an:

Wachstum einer Cyberbashing / Cyberbullying Facebook Seite

Wachstum einer Cyberbashing / Cyberbullying Facebook Seite

Weit schlimmer als die erstellten Seiten sind die entsprechenden Kommentare in den Seiten. Die Kommentare der Teilnehmer sind teilweise ohne jegliches Niveau mit klar rassistischem Kontext – “Online Disinhibition Effect, Online – Enthemmungseffekt” . Ich bin überzeugt, dass 98% der kommentierenden Personen die gleichen Äusserungen nicht machen würden, wären Fernsehkameras auf sie gerichtet.

Cyberbashing und Cyberbullying mit extrem rassistischen Tendenzen auf Facebook

Cyberbashing und Cyberbullying mit extrem rassistischen Tendenzen auf Facebook

Schlimm an dem Ganzen finde ich persönlich, dass die Online-Redaktion der grössten Schweizer Boulevardzeitung auf den Cycberbashing- und Cyberbullying-Zug aufspringen und entsprechende Facebook-Gruppierungen noch offensichlich bewerben und aktiv verlinken.

Cyberbashing / Cyberbulllying Unterstützung vom Blick

Cyberbashing / Cyberbulllying Unterstützung vom Blick

Rund 50’000 Mitglieder erscheinen als grosse Anzahl. Betrachtet man allerdings diese Zahl wieder im Verhältnis der Anzahl der aktiven Facebookbenutzer in der Schweiz, handelt es sich in diesem Beispiel um 2.257% – trotzdem viel zu viele…

Was kann man gegen Cyberbashing/-bullying tun?

Möglichkeit 1
Cyberbashing / Cyberbullying-Attacken nicht unterstützen. Weder entsprechenden Gruppen oder Seiten beitreten noch diese durch Verlinkung bewerben.

Möglichkeit 2
Die meisten seriösen Netzwerkanbieter bieten die Möglichkeit, beleidigende, unseriöse, unethische oder sonstwie auffallende Seiten, Profile oder Darstellungen zu melden und ihre Löschung zu beantragen. Bei Facebook sind bei Facebook-Seiten oder Gruppen befindet sich die “Melden”-Funktionalität jeweils in der linken Spalte unterhalb des Profilbildes.

Möglichkeit 3
Steigerung der Medienkompetenz durch Aufklärung.

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Autor: Thomas Hutter 1294 Posts
Thomas Hutter (38) ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Er berät grosse und mittlere Unternehmen, Organisationen und Agenturen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Niederlanden rund um den strategischen und nachhaltigen Einsatz von digitaler Kommunikation und digitalem Marketing in und mit sozialen Netzwerken.
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