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Nicht schlecht habe ich heute gestaunt, als ich die Pressemeldung von YOUTAILOR erhalten habe. Unter dem Titel “YOUTAILOR erfindet sich neu | Der Berliner Online-Masshemden-Hersteller startet mit neuer Website, eigenen Kollektionen und neuer Markenstrategie” erklärt das in der Vergangenheit negativ aufgefallene Unternehmen (siehe dazu auch “Facebook: Ein paar kostenlose Tipps für YOUTAILOR – oder wie man Facebook als Unternehmen nicht einsetzen sollte“), dass quasi ein Neuanfang begangen wird.

Sämtliche Inhalte der Facebook Seite gelöscht

Auch in Facebook erfindet sich YOUTAILOR gerade neu. Sämtliche Inhalte der bestehende Facebook Seite (~3000 Likes) wurden komplett gelöscht. Die Facebook Seite beinhaltet, ausser dem Hinweis, dass alles neu ist, nichts, rein gar nichts.

YOUTAILOR Facebook Seite - komplett alle Inhalte gelöscht

YOUTAILOR Facebook Seite – komplett alle Inhalte gelöscht

Mit der Löschung wurden gleichzeitig auch alle negativen Beiträge von Nutzern ins Daten-Nirvana geschickt, von diesen negativen Beiträgen gab es auf der Seite von YOUTAILOR äusserst viele. Die Löschung sämtlicher Inhalte der Seite muss mit einem enormen Aufwand verbunden gewesen sein, ich frage mich, warum YOUTAILOR nicht einfach die ganze Seite gelöscht und eine neue Seite eröffnet hat. Wahrscheinlich wollte man die 3’000 bestehenden Fans nicht verlieren…

Darf ein Unternehmen die Inhalte einer Facebook Seite löschen?

Möglich, dass YOUTAILOR aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und den Kundenservice verbessert hat. Möglich auch, dass YOUTAILOR im Zusammenhang mit der Neulancierung deshalb auch innerhalb von Facebook einen Neustart wagen möchte. Aber ist es statthaft sämtliche Inhalte einer Seite zu löschen, die negative Vergangenheit einfach auszuradieren? Oder hätte das Unternehmen nicht besser alle Inhalte stehen lassen sollen und transparent kommunizieren? Möglich, dass YOUTAILOR nun innerhalb von Facebook sauber dasteht, die negativen Bewertungen auf QYPE, Trustpilotciao.de oder dooyou.de bleiben davon unberührt. Meines Erachtens zeigt dieses Vorgehen, dass das Unternehmen bis heute in Sachen Social Media und Transparenz nichts dazugelernt hat. Oder liege ich da komplett mit meiner Meinung daneben?

Autor: Thomas Hutter 1701 Posts
Thomas Hutter (40) ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Er berät grosse und mittlere Unternehmen, Organisationen und Agenturen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Niederlanden rund um den strategischen und nachhaltigen Einsatz von digitaler Kommunikation und digitalem Marketing in und mit sozialen Netzwerken.
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