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shutterstock_177177047   Twin Design / Shutterstock.com
Twin Design / Shutterstock.com
Wie horizonet.net, netzwertig.com und andere Portale berichtet haben, experimentieren mehrere Fernsehsender mit WhatsApp. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) testete am vergangenen Sonntag WhatsApp als Newskanal zu den eidgenössischen Abstimmungen, quasi als RSS-Feed-Ersatz. Die Idee dahinter ist auch absolut einleuchtend, schreibt doch beispielsweise dazu Konrad Weber in seinem Blog im Beitrag “Weshalb wir bei SRF WhatsApp einsetzen” richtig:

Whatsapp gehört in der Schweiz zu den beliebtesten und am häufigsten installierten Apps auf Smartphones – bei den meisten Nutzern befindet sich die App ausserdem auf dem ersten Screen und ist so also stündlich mehrfach sichtbar. Sei es die Nachricht von gestern Nacht, schnell ein lustiges Bild von unterwegs oder die erschreckenden Überschwemmungenim Nachbardorf: Alles wird auf dieser App rund um die Uhr geteilt. Zu diesem Schluss kam jüngst auch die «Media Use Index 2014»-Studie der Y&R Group Switzerland.

Das Schweizer Radio und Fernsehen erklärt die WhatsApp Nutzung auf der SRF-Website wie folgt:

Screenshot der WhatsApp Info auf srf.ch

Screenshot der WhatsApp Info auf srf.ch

Genial?

Grundsätzlich finde ich den Ansatz eine überaus beliebte Applikation für die Verbreitung von News zu nutzen sehr spannend. Das Abonnieren funktioniert nach der Opt-In Variante und das Opt-Out ist jederzeit möglich. Auf Seiten SRF fallen keine Kosten für SMS an, wie das bei einem SMS-Abo-Dienst je nach gewählter Technik der Fall wäre, ebenso ist die Nutzung für den interessierten Wahlbeobachter kostenlos, bei Service-SMS würden auch hier mit grosser Wahrscheinlichkeit kosten pro Nachricht anfallen.

Warum allerdings SRF die eigene SRF App (iOS / Android) dafür nicht pusht, ist mir persönlich ein Rätsel, gerade solche inhaltlichen Mehrwerte würden helfen, eine bestehende App zu pushen.

Leichtsinnig?

Zwei Punkte bringen mich allerdings dazu, den SRF-WhatsApp-Versuch als leichtsinnig einzustufen.

1. Kein proprietärer Kanal

SRF bietet die Dienstleistung nicht auf einem eigenen Kanal an und begibt sich in Abhängigkeit eines Drittanbieters, in diesem Fall in die Abhängigkeit von WhatsApp. Sperrt WhatsApp den Zugang aus irgendeinem Grund, sind sämtliche Bestrebungen von SRF zunichte, die so aufgebaute News-Community geht auf einen Streich verloren.

2. Kommerzielle Nutzung von WhatsApp nicht erlaubt

Der wesentlich leichtsinnigere Punkt ist meiner Meinung nach der Umstand, dass die kommerzielle Nutzung von WhatsApp schlicht und einfach gemäss den Richtlinien von WhatsApp verboten ist.
WhatsApp schreibt dazu in den AGB:

3. WhatsApp Access

A. Subject to your compliance with these Terms of Service, WhatsApp hereby grants you permission to use the Service, provided that: (i) your use of the Service as permitted is solely for your personal use, and you are not permitted to resell or charge others for use of or access to the Service, or in any other manner inconsistent with these Terms of Service; …

C. …  You agree not to collect or harvest any personally identifiable information, including phone number, from the Service, nor to use the communication systems provided by the Service for any commercial solicitation or spam purposes. You agree not to spam, or solicit for commercial purposes, any users of the Service.

Fazit

Wie eingangs erwähnt, finde ich die Idee grundsätzlich nett. Beachtet man allerdings die Richtlinien von WhatsApp (ob das der Rechtsdienst von SRF auch beachtet und beurteilt hat) und hinterfragt man gleichzeitig die Gefahr der Abhängigkeit eines Drittdienstanbieters, wäre es wohl oder übel sinnvoller, die eigene und gute hauseigene Applikation zu nutzen und deren Installation zu forcieren..

 

Image Credits
HILVERSUM, NETHERLANDS – FEBRUARY 2014, 2014: WhatsApp Messenger is a proprietary, cross-platform instant messaging subscription service for smartphones with Internet access founded in 2009. by shutterstock.com

Autor: Thomas Hutter 1826 Posts
Thomas Hutter (41) ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Er berät grosse und mittlere Unternehmen, Organisationen und Agenturen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Niederlanden rund um den strategischen und nachhaltigen Einsatz von digitaler Kommunikation und digitalem Marketing in und mit sozialen Netzwerken.
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