Themen

Eine traurige Tendenz ist spürbar: die Anzahl der rassistischen Beiträge und Kommentare nahm in den letzten Wochen massiv zu. Gleichzeitig höre ich von immer mehr Menschen, dass gemeldete Inhalte von Facebook häufig nicht entfernt würden, bzw. nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstossen.

Gegen Rassismus ist man allerdings nicht machtlos, bzw. kann jeder seinen Beitrag zu einer fremdenfreundlicheren Umgebung leisten.

stopracism

Gemeinschaftstandards

Viele Menschen beschweren sich, dass an Facebook gemeldete Beiträge mit rassistischem Hintergrund nicht entfernt werden. Die Gemeinschaftstandards von Facebook  zum Thema Hassbotschaften halten fest:

Hassbotschaften

Facebook entfernt sämtliche Hassbotschaften, d. h. Inhalte, die Personen aufgrund der folgenden Eigenschaften direkt angreifen:

  • Rasse,
  • Ethnizität,
  • Nationale Herkunft,
  • Religiöse Zugehörigkeit,
  • Sexuelle Orientierung,
  • Geschlecht bzw. geschlechtliche Identität oder
  • Schwere Behinderungen oder Krankheiten.

Die Präsenz von Organisationen und Personen, die Hass gegen diese geschützten Gruppen schüren, ist auf Facebook nicht zulässig. Wie bei allen unseren Standards vertrauen wir darauf, dass unsere Gemeinschaft uns entsprechende Inhalte meldet.

Personen können Facebook nutzen, um Ideen, Institutionen und Gepflogenheiten zu hinterfragen. Nur so können Diskussionen und mehr Verständnis füreinander gefördert werden. Manchmal teilen Menschen Inhalte, die Hassbotschaften anderer Personen enthalten, um das Bewusstsein für ein bestimmtes Thema zu erhöhen oder andere über solche Hassbotschaften aufzuklären. In einem solchen Fall erwarten wir, dass diese Personen ihr Ziel eindeutig vermitteln, sodass wir besser verstehen können, weshalb sie diese Inhalte geteilt haben.

Humor, Satire oder soziale Kommentare zu diesen Themen sind zulässig. Wir sind der Ansicht, dass Personen – wenn sie ihre wahren Identitäten verwenden – eine größere Verantwortung beim Teilen dieser Art von Kommentaren zeigen. Aus diesem Grund möchten wir Seiteninhaber bitten, ihren Namen und ihr Facebook-Profil mit sensiblen Inhalten zu verknüpfen, auch wenn diese nicht gegen unsere Richtlinien verstoßen. Wie immer verlangen wir, dass Personen beim Teilen solcher Inhalte stets ihre Zielgruppe berücksichtigen.

Zwar bemühen wir uns sehr, Hassbotschaften zu entfernen. Wir stellen dir aber auch Funktionen zur Verfügung, um geschmacklose (und häufig beleidigende) Inhalte zu vermeiden. Erfahre mehr über die Funktionen, die wir bereitstellen, um die Inhalte zu kontrollieren, die du siehst. Du kannst Facebook auch nutzen, um auf etwas aufmerksam zu machen und um die Gemeinschaft in deiner Nähe aufzuklären. Gegenargumente in Form von genauen Informationen und anderen Sichtweisen können zu einer sichereren und respektvolleren Umgebung beitragen.

Missbrauch an Facebook melden

Facebook schreibt dazu:

Unsere globale Gemeinschaft wird täglich größer. Wir möchten deshalb neue Mitglieder in einer Umgebung willkommen heißen, die frei von missbräuchlichen Inhalten ist. Hierbei verlassen wir uns auf Menschen wie dich. Wenn dir auf Facebook etwas auffällt, das deiner Meinung nach gegen unsere Bedingungen verstößt, melde uns das bitte. Für uns arbeiten weltweit spezielle Teams, um die von dir gemeldeten Inhalte zu prüfen und so die Sicherheit von Facebook auch weiterhin sicherzustellen.

Staatliche Behörden fordern uns mitunter auf, Inhalte zu entfernen, die gegen lokale Gesetze verstoßen, die jedoch nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstoßen. Falls wir nach sorgfältiger rechtlicher Überprüfung feststellen, dass die Inhalte nach lokalem Recht rechtswidrig sind, werden wir dafür sorgen, dass sie nur im entsprechenden Land oder Hoheitsgebiet nicht mehr verfügbar sind.

Bitte beachte die folgenden Hinweise:

  • Wenn Inhalte gegen die hier ausgeführten Gemeinschaftsstandards verstoßen, ergreifen wir möglicherweise entsprechende Maßnahmen.
  • Wir können Seiteninhaber auffordern, ihren Namen und ihr Facebook-Profil mit einer Seite zu verknüpfen, die grausame und taktlose Inhalte enthält, auch wenn diese Inhalte nicht gegen unsere Richtlinien verstoßen.
  • Das Melden von Inhalten garantiert nicht, dass diese Inhalte entfernt werden, da sie möglicherweise nicht gegen unsere Richtlinien verstoßen.
  • Unsere Prüfer werden sich an dich wenden, wenn sie wissen möchten, weshalb ein Beitrag unter Umständen gegen unsere Richtlinien verstößt. Wenn du Inhalte meldest, teile uns bitte mit, weshalb die Inhalte entfernt werden sollten (handelt es sich z. B. um Nacktdarstellungen oder Hassbotschaften). Auf diese Weise können wir sie zur Prüfung an die entsprechende Person senden.
  • Die Entscheidungen unserer Prüfer können sich gelegentlich ändern, nachdem sie zusätzlichen Kontext zu bestimmten Beiträgen erhalten haben oder neue, gewalttätige Inhalte auf einer Seite oder in einem Facebook-Profil erscheinen.
  • Die Anzahl der Meldungen hat keinen Einfluss darauf, ob etwas entfernt wird. Inhalte werden nie einfach nur aus dem Grund entfernt, weil sie mehrfach gemeldet wurden.
  • Die Folgen, die sich aus Verstößen gegen unsere Gemeinschaftsstandards ergeben, variieren und sind von der Schwere des Verstoßes und dem bisherigen Verhalten der jeweiligen Person auf Facebook abhängig. Beispielsweise verwarnen wir jemanden unter Umständen bei seinem ersten Verstoß, aber bei weiteren Verstößen können wir das Recht der Person, Beiträge auf Facebook zu posten, einschränken, oder die Person für Facebook sperren.

Nicht alle unangenehmen oder störenden Inhalte verstoßen gegen unsere Gemeinschaftsstandards. Aus diesem Grund bieten wir dir die Möglichkeit an, die Inhalte, die du siehst, anzupassen und zu kontrollieren. So kannst du für Beiträge, Personen, Seiten und Apps, die du nicht sehen möchtest, die Abonnements beenden, musst ihnen nicht mehr folgen oder kannst sie blockieren und verbergen – und wir empfehlen dir, diese Kontrollmöglichkeiten einzusetzen, um dein Nutzererlebnis auf Facebook noch mehr zu personalisieren. Mehr dazu. Häufig beheben Personen die Probleme, die sie mit Inhalten haben, auch allein, indem sie die postende Person ganz einfach darauf ansprechen. Hierzu haben wir für dich Funktionen entwickelt, über die du direkt mit anderen Personen kommunizieren kannst, wenn dir Beiträge, Fotos oder andere Inhalte auf Facebook missfallen.

Was kann ich tun, wenn Facebook Inhalte nicht entfernt

Fakt ist leider, dass viele Inhalte von Facebook nicht entfernt werden, weil sie angeblich nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstossen. Auch wenn Facebook Inhalte nicht entfernt, kann man gegen Rassismus, bzw. rassistische Kommentare und Beiträge in Deutschland, der Schweiz und Österreich vorgehen. Möglichkeiten bieten dazu Organisationen und die Polizei, in der Schweiz sind rassistische Kommentare strafbar.

Meldestelle in der Schweiz: KOBIK

In der Schweiz können betroffene Inhalte der nationalen Koordinationsstelle Internet-Kriminalität (KOBIK) des Bundesamts für Polizei (auf Wunsch auch anonym) gemeldet werden. Die Meldungen werden nach einer ersten Prüfung und Datensicherung den zuständigen Strafverfolgungsbehörden im In- und Ausland weitergeleitet.

Vorgehen?
Inhalte via Formular melden, wenn eine E-Mail-Adresse eingegeben wurde, erhält die meldende Person eine Bestätigungsmail von KOBIK. Das Bestätigungsmail kann mit ergänzenden Dokumenten (PDF, PrintScreen, etc.) an die KOBIK retourniert werden. Um effizient Inhalte an KOBIK zu melden, sollten entsprechende Screenshots erstellt werden, die URL des betreffenden Inhalts (den Link findet man jeweils beim Datum des Beitrages) sowie die URL des publizierenden Profils (den Link findet man jeweils auf dem Namen) gesendet werden.

Meldeformular von KOBIK

Meldeformular von KOBIK

 

Was passiert nach der Übermittlung?

Die KOBIK überprüft nach Erhalt der Meldung den Inhalt und übermittelt den Inhalt an die zuständigen Strafverfolungsbehörden. Diese werden entsprechend aktiv.

Ein Beispiel, was anschliessend passieren kann:

 

Beleidigungen und rassistische Äusserungen auf Facebook können in der Schweiz teure Folgen haben …

Posted by Thomas Hutter’s Social Media Blog on Dienstag, 11. August 2015

 

 

Meldestellen in Deutschland

Rassistische Inhalte können in Deutschland grundsätzlich via Anzeige bei der Polizei gemeldet werden  (Beispiel der Polizei NRW). Wer nicht direkt über die Polizei vorgehen möchte, kann über jugendschutz.net eine entsprechende Meldung machen. Meldungen von Nazi-Inhalten können über Hagalil gemeldet werden.

Meldeformular von Jugendschutz.net

Meldeformular von Jugendschutz.net

Meldestellen in Österreich

Rassistische Inhalte können in Österreich über stopline.at gemeldet werden. Stopline schreibt dazu auf der Website

Stopline ist die Meldestelle im Internet, an die sich ein/e InternetnutzerIn – auch anonym – einfach und unbürokratisch wenden kann, wenn er/sie im Internet auf Webseiten mit folgenden Inhalten stößt:

Hier finden Sie das Melde-Formular.

Nach Eingang Ihrer Meldung bei Stopline überprüfen die Mitarbeiter, ob das Material tatsächlich illegal im Sinne der österreichischen Gesetze ist. In diesem Fall wird sofort die zuständige österreichische Exekutive, der gegebenenfalls betroffene österreichische Provider und die ausländische Partner-Hotline im Rahmen von INHOPE, einem Netzwerk von Hotlines gegen illegale Inhalte im Internet, informiert, um diese Inhalte möglichst schnell zu entfernen.

Stopline wird gefördert im Rahmen des Safer Internet Programms der EU, von nic.at finanziell unterstützt und ist Mitglied von INHOPE.

Meldeformular von stopline.at

Meldeformular von stopline.at

Was macht der Schweizer Bund?

Der Schweizer Bund hat mit einer Kampagne gegen Online-Rassismus reagiert. Was konkret kann man gegen Rassisten im Internet tun?

  • Nicht schweigen. Gegen Hass im Internet soll und kann man sich wehren. Varianten gibt es viele.
  • Mit Humor reagieren. Man könnte beispielsweise humoristisch reagieren und Aussagen ins Lächerliche ziehen. Dies etwa mit folgenden Worten: «Du hast so viel Hass in dir, du brauchst vielleicht jemanden zum Kuscheln. Kuscheln befreit!»
  • Mit Fakten reagieren und rassistische Aussagen klar und deutlich widerlegen.
  • Nicht provozieren: Nicht auf Hass-Kommentare mit Hass-Kommentaren antworten.

 

Image Credits
no hate stop hating start love tolerance and forgiveness forgive enemies no discrimination or racism graffiti on red brick wall, text and hand by shutterstock.com

Autor: Thomas Hutter 1647 Posts
Thomas Hutter (40) ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Er berät grosse und mittlere Unternehmen, Organisationen und Agenturen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Niederlanden rund um den strategischen und nachhaltigen Einsatz von digitaler Kommunikation und digitalem Marketing in und mit sozialen Netzwerken.
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