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Geo-Targeting wird bei jeder Facebook Ads Kampagne, egal welches Ziel verfolgt wird, eingesetzt. Sei dies über Local Awareness Ads Kampagnen zur Steigerung der Bekanntheit von einem Unternehmen/Standort innerhalb eines bestimmten Radius, Gebiet, Region oder auf Landes-Ebene oder aber einfach, um die Zielgruppe geografisch einzuschränken. Ja, wir müssen sogar bei jeder Zielgruppen-Definition mindestens einen Standort selektieren (ausser bei der Verwendung von Custom- oder Lookalike Audiences).

Im Zuge der ständig wachsenden Mobilität, durch das fast jederzeit vorhandene mobile Endgerät in unseren Hosentaschen, welches GPS Daten übermittelt und somit den Standort des jeweiligen Nutzers, bieten die Möglichkeiten des Geo-Targetings immer mehr Chancen für Werbetreibende.

Zu diesem Zweck bietet Facebook im Bereich des Geo-Targeting die Möglichkeit über Länder, Bundesländer/Kantone/Regionen, Umkreisradien (1-80km), Postleitzahlen (in gewissen Ländern), Adressen und die Pin-/Stecknadel-Funktion schier «unendliche» Möglichkeiten an, Personen über Geo-Targeting zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort mit der richtigen Werbebotschaft zu erreichen.

Standort-Targeting im Detail

Mindestens ein Land, Bundesland, eine Stadt, Postleitzahl, Adresse oder Designated Market Areas ® muss angegeben werden (ausser bei der Verwendung von Custom- oder Lookalike Audiences), um eine Werbeanzeige den Personen an diesen Standorten anzuzeigen oder diese auszuschliessen.

Neben den oben erwähnten Geo-Targeting Optionen bietet Facebook jedoch weiter auch noch die Möglichkeit an, Personen über verschiedene «Standort-Typen» zu definieren, die wären:

  • Jeder in diesem Ort (durch Facebook voreingestellt)
    • «Jeder in diesem Ort» beinhaltet alle Personen, deren Wohnsitz oder letzter Standort sich in der ausgewählten Gegend befindet.
  • Personen, die in diesem Ort leben
    • «Personen, die in diesem Ort leben» beinhaltet alle Personen, deren Wohnsitz sich in der ausgewählten Gegend befindet. Also alle Personen, welche innerhalb des definierten Standorts leben/wohnen, sich aber nicht zwingendermassen gerade dort aufhalten, z.B. also Personen welche in Zürich wohnen, jedoch gerade im Ausland auf Reisen sind.
  • Personen, die kürzlich in diesem Ort waren
    • «Personen, die kürzlich in diesem Ort waren» beinhaltet alle Personen, deren letzter Standort sich in der ausgewählten Gegend befindet. Also alle Personen, welche sich gerade innerhalb des definierten Standort-Targetings befinden, z.B. also alle Personen welche sich gerade in Zürich befinden, dort wohnen oder einfach nur auf Besuch sind.
  • Personen, die diesen Ort besuchen
    • «Personen, die diesen Ort besuchen» beinhaltet alle Personen, deren letzter Standort sich in der ausgewählten Gegend befindet, deren Wohnort jedoch mehr als 125mi/200 km entfernt liegt. Also z.B. Personen, welche gerade in Zürich sind bzw. ihr letzter Standort in Zürich war, welche jedoch nicht im definierten Standort wohnen (Touristen-Targeting).

Es gilt also von Anfang gut zu überlegen, welchen «Standort-Typen» man bei Geo-Targeting wählt. Ein falscher «Standort-Typ» kann nämlich ansonsten zur Folge haben, dass das sogenannte «Sorry, aber ich habe garantiert nur Deutschland als Standort gewählt, kriege aber immer Likes, Kommentare usw. aus dem arabischen Raum»-Phänomen auftritt.

Erweiterte Geo-Targeting Strategien

Ein Problem des Geo-Targeting ist, dass durch die Angabe einer Stadt jeweils nur ein Radius im Umkreis von 17-80 km definiert werden kann. Einzig beim Einsatz von Local Awareness Ads kann ein kleinerer Radius, nämlich ab 1km, definiert werden.

Ist dem wirklich so? Ich möchte aber gerne auch kleinere Radien als Targeting definieren, auch wenn ich kein Standort bin und somit nicht auf die Local Awareness Ads zurückgreifen kann. Gerne würde ich die folgenden Geo-Targeting Szenarien abbilden, ohne weitere Targeting-Kriterien zu definieren.

Beispiel-Szenario 1 – Alpen-Targeting

Ich möchte alle Personen erreichen, welche sich in letzter Zeit irgendwo in den Graubündner-Bergen aufhielten, dort eventl. am Skifahren waren, aber wirklich nur diejenige, welche auch auf dem Berg waren und nicht einfach nur Après-Ski gemacht haben. Möchte also die sportlich aktiven erreichen um denen mein neuestes «Lawinen-Rettungs-Paket» zu verkaufen bzw. sie auf meinen «Lawinen-Rettungs-Paket», «Lawinen-Rettungskurs» Onlineshop und Seminar aufmerksam zu machen.

berge-targeting

Beispiel-Szenario 2 – Polygonen-Muster-Targeting

Ich möchte alle Personen erreichen, und zwar mit einem «Polygonen-Muster-Targeting», welches sich in Dreickecksform weg von Frankfurt bewegt bzw. öffnet, die aber noch in Deutschland wohnen.

dreieck-targeting

Beispiel-Szenario 3 – Touristen-Flughafen-Targeting

Ich möchte alle Personen erreichen, welche sich gerade im Flughafen befinden, jedoch nicht aus meinem Land kommen, da ich gerne meine Hotelkette oder meinen «Fahrtendienst» bewerben möchte. Weiter würde ich gerne meine «Best Guide of the City of Zurich»-App direkt bei dieser Zielgruppe bewerben.

flughafen-touristen

Beispiel-Szenario 4 – Golfplatz-Targeting

Ich möchte alle Personen erreichen, welche sich in letzter Zeit auf einem Golfplatz befunden haben, egal wie alt diese Personen sind, welches Geschlecht sie haben oder welche Interessen, sie sollen einfach auf einem der Golfplätze gewesen sein. Die benötigen sicherlich immer mal wieder Golf-Zubehör aus meinem Onlineshop.

golfclub

Beispiel-Szenario 5 – Adressen-Targeting

Ich möchte Personen erreichen, welche jeweils nach Zürich-Oerlikon pendeln, egal ob mit dem Zug oder mit dem Auto und zusätzlich ihren Arbeitsort in einer der Büroräumlichkeiten im Umkreis der im Moment trendigen Quartiere/Strassen haben, somit höchstwahrscheinlich dort arbeiten.

strassen-targeting

Beispiel-Szenario 6 – See-Targeting

Ich möchte Personen erreichen, welche jeweils eine Motorboot- oder Segelboot Tour auf dem Zürichsee machen, den ganzen Tag darauf verbringen. Mein Ziel ist es, die Personen auf meine Hafenkneipe aufmerksam zu machen. Während dem veröffentlichen der relaxten Bootsfahrt kommt doch sicher mal der Gedanke nach Selbstinszinierung und dem damit möglichen teilen eines tollen «bin gerade am Sonnen auf meiner fetten Yacht»-Selfies auf Facebook. Genau dann schaut sich meine Zielgruppe noch kurz den Newsfeed an und sieht das langersehnte Essen direkt vor seiner Nase.

zuerichsee-targeting

Beispiel-Szenario 7 – Fun-Targeting

Ich möchte Personen mit dem «Smiley-Targeting» erreichen, einfach weil es mal was anderes ist.

smiley-targeting

Solche Szenarien gibt es noch zu dutzenden, die eigene Kreativität ist gefragt.

Aber wie setze ich das um?

Die aus meiner Sicht einzige sinnvolle Möglichkeit, obige Strategien richtig mit den vorhanden Geo-Targeting Funktionen von Facebook umzusetzen ist, das «Pin-Targeting». Das «Pin-Targeting» bietet uns als einzige Option an, einen Radius von kleiner als 17km zu definieren und sogenannte «Pin-Targeting-Muster» zu erstellen. Man klickt auf den Pin/Stecknadel und definiert den Umkreis so wie man möchte. Kann somit alle oben aufgezeigten Beispiel-Szenarien und weitere unendliche Targeting-Formen abbilden.

pin-targeting

Fazit

Geo-Targeting mit 1km Umkreis und den wildesten sich nur vorstellenbaren «Targeting-Mustern» können also mit den Standard-Bordmitteln von Facebook bewerkstelligt werden. Es lebe das «Pin/Stecknadel-Targeting», let’s Pin it!

Autor: Florian Muff 53 Posts
Florian Muff ist Berater und Projektleiter und somit Schnittstelle zwischen Konzeption/Strategie und Umsetzung. Neben der Projektleitungs- und Beratungstätigkeit im Umfeld von Facebook erarbeitet er Strategien und Konzepte rund um Suchmaschinenmarketing (Suchmaschinen-Werbung, Suchmaschinen-Optimierung), Web-Analyse und User-Interface Design für Webseiten und Online Applikationen und erarbeitet Zweitmeinungen. Er doziert für die Migros Klubschule und schreibt Artikel zu Suchmaschinenmarketing und Webanalyse.
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