14.09.2020 Facebook

AFBMC Advanced Summer Edition 2020: Ein Recap

In diesem Jahr gab es das zweite Mal eine Konferenz für Personen mit fortgeschrittenen Kenntnissen, hinsichtlich Facebook Advertising. Aufgrund von COVID-19 fand die AFBMC Advanced im Hybrid-Modus statt. Am 2. September erhielten die Zuschauer vor Ort in München oder daheim vor den Monitoren von bekannten Social Media Marketing Experten neue Insights in die Welt des Facebook Advertisings.

Michaela Gahbauer
21 Min. Lesezeit
Keine Kommentare

Nach der virtuellen Premiere vom März wurde die AllFacebook Marketing Conference Advanced in Form einer Summer Edition am 2. September 2020 in München sowie online durchgeführt. Die Nerds vor Ort sowie daheim vor den Bildschirmen konnten am zweiten Tag zwischen 12 verschiedenen Talks von Experten wählen. Thomas Besmer gab nach der rein virtuellen Ausgabe im Frühling sein Bühnendebüt und sprach über die Abstimmung von Landingpages auf Zielgruppen.

AFBMC Advanced Summer Edition

Auch am zweiten Tag begrüssten die beiden Organisatoren Philipp Roth und Jens Wiese herzlich das Publikum. Schnell wurde klar, dass die allermeisten Leute vor Ort auch am ersten Tag bereits anwesend waren. Unter dem Motto “Advanced” haben Speaker aus der Social Media Welt tiefe Einblicke in aktuelle Trends, Tools und Strategien geboten und spannende Cases aus der Praxis präsentiert. Das vorbildliche, umfangreiche Schutzkonzept mit Maskenpflicht, 1.5m Abstand, Handdesinfektionsmittel, Check-In an den Tischen via QR-Code, Last in -> First Out, Belüftungskonzept etc. musste natürlich auch am zweiten Tag eingehalten werden. Einige von unserem Team haben an der AFBMC Advanced in München vor Ort teilgenommen und die wichtigsten Learnings in diesem Recap zusammengefasst.

 
AFBMC Summer Edition (Quelle: AFBMC München)

AFBMC Advanced Summer Edition (Quelle: AFBMC Advanced)

  1. Grow Up. Finally
  2. Awareness – Consideration – Conversion! Full Funnel Ansatz in der Praxis. Was bedeutet das konkret bei einem Neuproduktlaunch von Sixt
  3. Social Data Strategy: Mehr Wert aus Daten von Facebook & Co erzeugen
  4. 12 Hacks für deine Instagram Ads – mit diesen Tipps steigerst du deine Performance
  5. Take your Tracking to the next level with the power of Google Tag Manager
  6. Wer braucht schon den (Client-Side) FB Pixel? Warum du auf Facebooks serverseitiges Tracking umstellen solltest
  7. So synchronisierst du automatisiert Google Analytics Segmente zu Facebook Audiences
  8. So nutzt du die ganze Power des Algorithmus: Katalog-Setup für Fortgeschrittene
  9. “New Work” im Tagesschau Social-Media Team. Learnings aus 6 Monaten Arbeiten im Corona-Modus
  10. Wie du die Landingpages auf die Facebook Zielgruppen abstimmst
  11. Von der Krise in die Krise aus der Krise – Social Media & Krisenkommunikation für deine Stadt im Ausnahmezustand
  12. Vom Kanal zum Thema – warum die Idee des “Content” das gesamte Marketing-Denken auf den Kopf stellen muss

 

1. Grow Up. Finally

Peter Mestel eröffnete die AFBMC Advanced mit dem Keynote-Titel “Grow up finally”. Zu Beginn stellte er Falco Punch, den zweitgrössten deutschen TikTok Creator vor und gab dann einen Rückblick in die Social Media Geschichte. Beispielsweise wurde 2010 eine HTML 5 Seite von FB gebaut, die dann mobil ausgespielt wurde. Die richtige App kam dann erst 2012. 

Launch Date Mobile App (Quelle: AFBMC Advanced, Peter Mestel)

Launch Date Mobile App (Quelle: AFBMC Advanced, Peter Mestel)

Laut Peter Mestel gibt es ein paar Punkte, die man im Daily Business beachten sollte

  • Marken müssen authentisch werden und Storytelling betreiben.
  • Regeln definieren ein Spielfeld und sind die Leitplanken für die Gestaltung. Deshalb gilt es diese für einen selbst, für Entscheider sowie für Kunden zu definieren.
  • Wichtig ist es Up to date zu bleiben und sich bewusst zu sein, dass eine Kampagne vor 2 Jahren wahrscheinlich heute nicht mehr so funktioniert. 
  • Social Media verändert sich sehr schnell und die Geschwindigkeit wird immer höher.
  • Es muss das nötige Vertrauen vorhanden sein etwas machen zu dürfen. Wichtig ist dabei mit einem Pilot zu beginnen und dann schrittweise zu skalieren.
  • Die Touchpoints der Marke müssen definiert werden. Hier gilt es darauf zu achten, dass Social Media in die Gesamtkommunikation der Marke eingebettet ist.

Fazit

Peter Mestel eröffnete mit einer dynamischen Keynote die AFBMC Advanced und sprang zurück in die Vergangenheit der Social Media Geschichte. Nach seinem Talk waren bestimmt alle wach und konnten sich konzentriert den nächsten Talks widmen. (zurück)

(Ein Recap von Michaela Gahbauer)


2. Awareness – Consideration – Conversion! Full Funnel Ansatz in der Praxis. Was bedeutet das konkret bei einem Neuproduktlaunch von Sixt

Christoph Assmann, Senior Executive Online Marketing bei SIXT Share, präsentierte einen Full Funnel Ansatz anhand eines Neuproduktlaunches von Sixt in den Niederlanden.

Awareness Phase

Ziel ist es, den Personen zu zeigen, dass Sixt Carsharing nun auch in den Niederlanden in Amsterdam, Rotterdam und Den Haag verfügbar ist. In dieser Phase setzte Christoph sehr gerne Dynamic Creatives ein, da sie die beste Variante für jeden einzelnen Nutzer liefern. Die gut funktionierenden Texte und Bilder wurden dann auch für die Stories genutzt. Leider können Dynamic Creatives (noch) nicht mit Placement Asset Customization kombiniert werden. Der Speaker empfahl in dieser Phase Stories von bis zu 10 Sek mit Ton einzusetzen. Was das Targeting anging, kamen hier Interessenszielgruppen sowie Lookalikes zum Einsatz. Mit Hilfe von Video Custom Audiences (365 Tage), konnten Personen reaktiviert und für die Awareness Kampagne verwendet werden.

Considation Phase

In dieser Phase ging es darum, Engagement bzw. Conversions in Form von Landingpage Views zu generieren. Dazu wurde unter anderem auf die Video Custom Audience sowie Instagram und Facebook Engager gesetzt. Die USPs von Sixt Carsharing wurden mit Karussells sowie interaktiven Umfrage Ads (Poll Ads) dargestellt.

Folie von Christoph Assmann (Quelle: AFBMC München)

Karussell Ads (Quelle: AFBMC Advanced, Christoph Assmann)

Conversion Phase

In der Conversion Phase war das klare Ziel die App Installationen. Dazu wurden Bilder mit einem klaren CTA eingesetzt. Als Goodie gab es die erste Fahrt kostenlos.

Fazit

Einmal mehr hat Christoph seinen Zuhörern einen sehr praxisnahen Vortrag geboten. Für uns ist es immer wieder sehr schön zu sehen, dass Funnel Modelle, sofern sie korrekt eingesetzt werden, nicht nur in der Theorie gut funktionieren. Für das Publikum gab es ausserdem den einen oder anderen Video Tool Tipp. (zurück)

(Ein Recap von Michaela Gahbauer)


3. Social Data Strategy: Mehr Wert aus Daten von Facebook & Co erzeugen

«Wer viel misst, misst viel Mist». Werbetreibende und Unternehmen können die besten Tools haben. Wenn aber nicht bekannt ist, wie diese richtig eingesetzt werden oder Datenanalysten sich einfach Kennzahlen anschauen, ohne zu verstehen, wie diese entstanden sind, dann bringt ein solches Tool nichts. Martin Szugat zeigte in seiner Session auf, warum nicht Tools, sondern eine klare Datenstrategie im Fokus stehen sollte und vor welchen Herausforderungen Unternehmen bei der Datenanalyse stehen:

  • Kennzahlen werden definiert, ohne dass diese mit den Geschäftszielen abgeglichen werden
  • Dashboards werden erstellt, ohne dass der schlussendliche Anwender nach seinen Bedürfnissen gefragt wird
  • Daten werden gesammelt, ohne dass das Geschäft oder die Nutzer verstanden werden

In den meisten Fällen werden somit Daten gesammelt, Kennzahlen interpretiert und Dashboards erstellt, ohne dass diese sinnvoll eingeordnet, verstanden und analysiert werden können. Und da kommt die Notwendigkeit einer Datenstrategie zum Zug. Anhand diverser praktischer Anwendungsmaterialien zeigte Martin auf, wie der Prozess zur Entwicklung einer interdisziplinären Datenstrategie aussieht und welche wesentlichen Bestandteile eine solche hat:

  • Überblick über die vorhandenen Kundenkontaktpunkte, Datenquellen und Daten inkl. einer qualitativen Bewertung dieser Daten.
  • Definition von konkreten Anwendungsfällen (auch oder vor allem aus Nutzersicht) sowie deren Konzepte zur Umsetzung.
  • Festhaltung eines Fahrplans zur Verbesserung der Datenauswertung & -analyse.
Canvas zur Visualisierung der Datenlandschaft (Quelle: AFBMC, Martin Szugat)

Canvas zur Visualisierung der Datenlandschaft (Quelle: AFBMC Advanced, Martin Szugat)

Fazit

Brainfood für Daten-Nerds. Martin Szugat ist es gelungen, auf eine sehr verständliche Art und Weise und anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen, wie sich Unternehmen zu einem effizienten Datenverwerter verwandeln können und mit welchen Tools und Methoden eine Datenstrategie entwickelt werden kann. Dass die Anzahl Follower oder Fans keine wirtschaftlich relevanten Kennzahlen sind und wie wichtig eine erfolgreiche Datenstrategie ist, dürfte nun allen Teilnehmenden der Präsentation klar sein. Wir predigen das schon länger und sind natürlich froh, wenn wir hier in der Verbreitung unserer Botschaft Unterstützung bekommen. (zurück)

(Ein Recap von Claude Sprenger)


4. 12 Hacks für deine Instagram Ads – mit diesen Tipps steigerst du deine Performance

Lena Gmeiner, Senior Performance Marketing Managerin & Creative Designerin bei VOGGS Media zeigte in ihrem Talk zahlreiche Hacks, wie die Performance auf Instagram gesteigert werden kann.

  • Struktur der Kampagnen: Welches Ziel wird verfolgt? Prospecting/Retargeting? Welche Zielgruppen sollen erreicht werden? Welche Creatives kommen zum Einsatz?
  • Instagram Story Ads als separate Kampagne einbuchen
  • Einsatz von Video Instagram Story Ads (aufmerksamkeitsstark innerhalb der ersten Sekunde)
  • Einsatz von Still Image Story Ads (USP muss sofort sichtbar sein)
  • Einsatz von zielgruppenspezifischen Creatives (auf bestimmte Interessen in den Creatives eingehen z.B. vegan)
  • Einsatz von plattformspezifischen Creatives (Inspiration in Form von Karussell)
  • Verwendung von Trust Elemente & Social Proofing
  • Verwendung von User generated Content (authentischer Content)
  • Verwendung von Influencer Content (Branded Content)
  • Verwendung von psychologischen Stimuli (Aufmerksamkeitsbringer: Aktivierung, Kognition, Emotion)
    Psychologische Stimuli (Quelle: AFBMC Advanced, Lena Gmeiner)

    Psychologische Stimuli (Quelle: AFBMC Advanced, Lena Gmeiner)

  • Organische Posts als Anzeige verwenden
  • Passion Pages als anonymer Absender (Werbung kommt nicht direkt vom Unternehmen, sondern von einer anderen Seite)
  • Verwendung von Instagram Reels Videos (wirklich authentisch, da sie direkt auf der Plattform entstanden sind
  • User Experience in den Ads zeigen (Scrollaufnahme von Bildschirm)

Neben diesen Hacks hat Lena auch noch den einen oder anderen Tooltip für die Erstellung von Instagram Stories wie beispielsweise Canva, Video Creation Kit, Mobile Studio etc. verraten.

Fazit

Werbetreibende sollen sich intensiv mit ihrer Zielgruppe auf Instagram auseinandersetzen. Welche Hebel es für die erfolgreiche Schaltung von Instagram Ads gibt, wurde in dieser Session aufgezeigt. Lena brachte sehr viel Energie in diesen Vortrag und ihre Leidenschaft für Werbepsychologie und Instagram war einmal mehr sehr gut sichtbar. (zurück)

(Ein Recap von Michaela Gahbauer)


5. Take your Tracking to the next level with the power of Google Tag Manager

Rahul Agarwal zeigte in seinem technisch versierten Talk zum Google Tag Manager auf, wie mit simplen Tricks & Tipps das volle Potenzial des Facebook Pixels ausgenutzt werden kann. Aber natürlich nicht ohne vorher auf die aktuellen DSGVO- und entsprechenden Cookie-Bestimmungen hinzuweisen – auf Basis dieser Bestimmungen zeigte er einfach auf, wie das Facebook Pixel DSGVO-konform über einen Cookie-Consent im Google Tag Manager ausgespielt werden kann.

Übergabe der Device-Kategorie an das Facebook Pixel (Quelle: AFBMC München, Rahul Agarwal)

Übergabe der Device-Kategorie an das Facebook Pixel (Quelle: AFBMC Advanced, Rahul Agarwal)

Auch mit den weiteren, sehr praktischen Tipps konnte Rahul mit konkreten Beispielen aufzeigen, was für Potenzial hinter dem Google Tag Manager steckt. Dazu gehörten:

  • Pixel-Events selektiv an verschiedene Facebook Pixel senden
  • Über das Tracking von internen & externen Links Custom Audiences generieren
  • Zeitverzögertes Auslösen von Events, um engagierte Menschen zu tracken und Custom Audiences zu erstellen, die (teure) «Clicky-Users» ausschliessen
  • Messen von Interaktionen mit auf Webseiten integrierten YouTube-Videos (Start, Stopp, Pause, wie viel % des Videos angesehen wurden)
  • Umsetzung eines Cookie-basierten Seitenaufruf-Zählers, um auf dieser Basis Custom Audiences von engagierten Menschen zu erstellen oder alternative Inhalte / Popups auszuspielen
  • Auslesen des Benutzer-Devices (Mobile oder Desktop) und Übermittlung an Facebook
  • Nutzung des DataLayers, um dem Facebook Pixel Informationen zur Aktualisierung des Produktekatalogs oder zur Optimierung von Dynamic Ads zu liefern
  • Erweiterter Abgleich (Advanced Matching) der Pixeldaten, um über die Übermittlung von persönlichen Informationen die Datenqualität und Zuweisung von Conversions zu verbessern und dadurch Custom Audiences zu vergrössern

Rahul wird die in der Präsentation aufgeführten Beispiele und Codeschnipsel im Zuge der Veröffentlichung aller Präsentationen der AFBMC ebenfalls zur Verfügung stellen

Fazit

Die Session war technisch anspruchsvoll und hat wahrscheinlich diverse Zuhörer (zumindest etwas) überfordert. Trotzdem konnte Rahul in einer sehr sympathischen, verständlichen und praxisorientierten Art aufzeigen, wie das Potenzial des Facebook Pixels über eine Integration im Google Tag Manager entfaltet werden kann – und das natürlich unter Berücksichtigung der DSGVO. (zurück)

(Ein Recap von Claude Sprenger)


6. Wer braucht schon den (Client-Side) FB Pixel? Warum Du auf Facebooks serverseitiges Tracking umstellen solltest

In der digitalen Landschaft gibt es mehr Touchpoints als je zuvor. Um die komplette Customer Journey zu verstehen und Anzeigen auf Konvertierungen zu optimieren, müssen Werbetreibende immer tiefer in den gesamten Funnel blicken können. Mit der von Facebook zur Verfügung gestellten Conversions API ist dies möglich. Sebastian Vogg (VoggsMedia) ist in seiner Session auf die Anwendungsmöglichkeiten, Vorteile und den Nutzen der serverseitigen Integration des Pixels eingegangen, hat technische Hürden aufgezeigt und darauf hingewiesen, wie die Kombination eines Trackings mit dem client- und dem serverseitigen Pixel zu einer höheren Datenqualität, zu einer grösseren Datenbasis für Lookalikes, zu einer besseren Kampagnenoptimierung und zu mehr Conversions führen kann. 

Vorteile des serverbasierten Trackings (Quelle: AFBMC München, Sebastian Vogg)

Vorteile des serverbasierten Trackings (Quelle: AFBMC Advanced, Sebastian Vogg)

Fazit

Der Titel der Session hörte sich vielversprechend an. Leider ist es Sebastian, der im Thema etwas verloren schien, nicht komplett gelungen, die Power der Conversions API aufzuzeigen. Trotzdem wurde veranschaulicht, wie mit der Facebook Conversions API die zukünftige Entwicklung der Browser- und Cookie-Bestimmungen sinnvoll umgangen und die Datenqualität durch eine Kombination von Client- und Server-Side-Tracking verbessert werden kann.  (zurück)

(Ein Recap von Claude Sprenger)


7. So synchronisierst du automatisiert Google Analytics Segmente zu Facebook Audiences

Michaela Linhart, Senior Digital Analytics Consultant & Blogger, zeigte in ihrem Talk, wie Google Analytics Segmente automatisiert zu Facebook Audiences synchronisiert werden können.

Google Analytics wird als das zentrale Tracking Tool verwendet, da Onsite-Daten, Traffic-Kanäle, Offsite-Daten (Daten aus dem CRM) sowie Offline Daten (Daten aus dem POS Kassensystem) erfasst werden können. Die gesammelten Daten werden auf Userbasis zusammengeführt. Das bedeutet, dass für jeden User ein eigenes anonymes Profil erstellt wird (Standardreport Userexplorer). Anschliessend erfolgt die Erstellung von Usersegmenten, die im Google Analytics tiefgehend analysiert werden können. 

Grundsätzlich sind die erstellten Segmente (Filterung von Usern z.B. Blog Leser, Warenkorbabbrecher, Neukunden, Schnäppchenjäger) nur für die Google Kanäle verfügbar und nicht für die Facebook Welt. Allerdings kann man sich mit dem FBsync Addon für Google Sheets abhelfen. Vereinfacht gesagt ist das FBsync Tool ein Google Sheets Addon mit dem verhashte E-Mail Adressen von spezifischen User Segmenten aus Google Analytics über eine Schnittstelle zu Facebook gesendet werden können. Damit dies funktioniert werden die Daten von Google Analytics ebenfalls in Google Sheets benötigt, was mit dem Google Analytics Sheets Addon erreicht wird.

Um Google Analytics Segmente nach FB Audiences zu pushen, werden zwei Dinge benötigt. Das Google Analytics Sheets Addon und das FB Synch Addon. Ausserdem werden E-Mail Adressen, die mit dem SHA 256 Algorithmus verhasht sind sowie Google Sheets benötigt.

FB sync Addon und GA Sheets Addon (Quelle: AFBMC Advanced, Michaela Linhart)

FB sync Addon und GA Sheets Addon (Quelle: AFBMC Advanced, Michaela Linhart)

Fazit

Michaela Linhart zeigte in ihrem Talk, wie Google Analytics Segmente für Facebook Audiences genutzt werden können, ohne Geld für teure Marketing Automation Tools ausgeben zu müssen. Dank einer Live-Demo konnte die Speakerin nicht nur Theorie vermitteln, sondern zeigte zugleich auch, wie dies in der Praxis umgesetzt werden kann. Wer mehr über dieses interessante Thema wissen möchte, kann dies in Michaelas Blogbeitrag im Detail nachlesen. (zurück)

(Ein Recap von Michaela Gahbauer)


8. So nutzt du die ganze Power des Algorithmus: Katalog-Setup für Fortgeschrittene

Katalog-Setup für Fortgeschrittene – Andreas Grimm hat in seiner Session eingehalten, was der Titel versprochen hat. Viele praktische Tipps und Strategien zur Optimierung von Ads auf Basis des Produktkatalogs, wie zum Beispiel das Ausschliessen von Produkten mit geringer Marge, dem dynamischen Generieren von Anzeigentexten oder der Ausspielung der Topseller, rundeten einen kompletten Überblick über das optimale Setup von Datenfeeds für Produktkataloge ab:

  • Ein sauberes und granulares Setup für das Facebook Pixel und den Datenfeed sind unabdingbar. Und der Datenfeed sollte mit allem gefüttert werden, was der Onlineshop an Daten zu bieten hat.
  • Ohne Feed-Management-Tools ist es kaum möglich, sämtliche Optionen zur Optimierung des Produktkatalogs vorzunehmen. Also lieber etwas Geld in die Hand nehmen, als das Potenzial zu verspielen und auf Standard-Feeds zu setzen.
  • Mehrere Produktsets auf Basis von Use-Cases aus Nutzer-Perspektive aufsetzen. Diese Use-Cases sollten auch für die Optimierung des Datenfeeds genutzt werden.
  • Auf Basis der Use Cases Hypothesen erstellen und diese testen, testen, testen.
  • Und nicht vergessen: Creatives sind ein enormer Hebel für den Erfolg einer Anzeige. Warum also nicht die Top-50-Produkte mit individuell aufbereiteten Bildern ergänzen und diese in einen separaten Katalog einfliessen lassen.
Dynamische Erstellung von Anzeigentexten aus Katalogdaten (Quelle: AFBMC München, Andreas Grimm)

Dynamische Erstellung von Anzeigentexten aus Katalogdaten (Quelle: AFBMC Advanced, Andreas Grimm)

Fazit

Andreas Grimm hat bewiesen, dass er weiss, was er tut. Mit vielen praktischen Tipps, erprobten Ideen und fundierten Aussagen konnte er das Publikum fesseln und inspirieren. Und auch erfahrene Werbetreibende dürften mindestens zwei-drei Inputs mitgenommen haben, wie sie sowohl ihren Datenfeed als auch ihre Anzeigen auf Basis des Katalogs optimieren können. (zurück)

(Ein Recap von Claude Sprenger)


9. “New Work” im Tagesschau Social-Media Team. Learnings aus 6 Monaten Arbeiten im Corona-Modus

Patrick Weinhold, Leiter des Social Media Teams ARD Aktuell, schilderte in seinem Talk seine Erfahrungen in der Corona-Zeit. Auf der einen Seite war die Nachfrage nach Journalismus besonders online enorm gestiegen, andererseits war natürlich auch sein Team den Remote Arbeitsregeln unterworfen gewesen.

Seit 1952 hat es noch nie in der Geschichte der Tagesschau derartige Zuwächse in so kurzer Zeit gegeben. Über 16 Millionen Menschen sassen während der Corona-Zeit am Abend vor den Bildschirmen, was einem Marktanteil von 43 % entsprach. Hierbei handelte es sich um kein reines TV Phänomen, sondern die Zuwächse waren auch in allen digitalen Kanälen klar ersichtlich.  

Corona und die Tagesschau (Quelle: AFBMC Advanced, Patrick Weinhold)

Corona und die Tagesschau (Quelle: AFBMC Advanced, Patrick Weinhold)

Neben der Herausforderung, die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter zu gewährleisten und das Informationsbedürfnis sicher zu stellen hatte das Team auch noch mit veralteter Technik sowie mit Grossraumbüros zu kämpfen. 

6 Learnings aus 6 Monaten Corona-Krise

  • Sicherheit der Mitarbeiter als oberste Priorität
  • Technische Infrastruktur als Nadelöhr (Zusammenspiel zwischen Technik und physischer Präsenz)
  • Die “Kunst-des-Möglichmachens” als neuer Top-Skill (Technik von heute auf morgen zur Verfügung stellen)
  • Digital Leadership braucht persönliche Beziehungen
  • Wiedereröffnung als strukturierter und kontrollierter Prozess
  • Es braucht einen Kulturwandel für die Arbeit der Zukunft (Ergebnisse nicht anhand der Präsenz beurteilen)

Fazit

Der Speaker erzählte dem Publikum ein paar sehr interessante Insights, wie das Spannungsfeld zwischen gestiegener Nachfrage nach tagesaktuellem Journalismus und das Remote-Arbeiten im Team von ARD Aktuell gemeistert wurde. Dieser Vortrag öffnete einem wieder mal die Augen, dass es für viele Unternehmen eine grosse Herausforderung war, von einem auf den anderen Tag im Homeoffice zu arbeiten und cloudbasierte Lösungen bzw Remote-Arbeit auch in der heutigen Zeit absolut noch keine Selbstverständlichkeit sind. Ob dieser Vortrag jedoch in eine Advanced Konferenz gehört, lassen wir mal so stehen ;-). (zurück)

(Ein Recap von Michaela Gahbauer)


10. Wie du die Landingpages auf die Facebook Zielgruppen abstimmst

Thomas Besmer, unser hauseigener Head of Consulting, durfte an der diesjährigen AFBMC Advanced in München sein Bühnendebüt feiern. Innerhalb von 45 Minuten zeigte er auf, wie man durch marginale Personalisierungen einer Landingpage bis zu 61% mehr Conversions generieren kann. Und wenn Besmer marginal sagt, meint er marginal:

  • Link-Titel auf Landingpage übertragen
  • Anzeigebild als Headerbild verwenden
  • Text für Zielgruppe unformulieren

Um zu demonstrieren, wie simpel es für Werbetreibende ist, Anpassungen selbst vorzunehmen, präsentierte er die Vor- und Nachteile einer Umsetzung mit dem Google Tag Manager, Google Optimize und varify.io (Beta). Wer es 100% DSGVO-konform, simpel und kostenlos mag, sollte sich Besmers Favorit varify.io nochmals in Ruhe anschauen: Hier können Texte, Bilder, Videos, Typo und CSS Layouts sowie Javascripts und Formulare ohne Programmierkenntnisse bearbeitet werden.

Fazit

Da wir selbst der Überzeugung sind, dass viele Werbetreibende ihre Creatives und Landingpages bei der Optimierung stark vernachlässigen, finden wir es super, dass dieses Thema einen Platz auf der Bühne erhalten hat! Visuals und Landingpages werden im Grunde ja ausschliesslich für die beworbenen Zielgruppen konzipiert. Da wir bei Zielgruppen ganz klar vom Plural sprechen, sollte es eigentlich logisch sein, dass Landingpage oder Creatives unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen müssen, um zum Ziel zu führen. (zurück)

(Ein Recap von Stephanie Hillig)


11. Von der Krise in die Krise aus der Krise – Social Media & Krisenkommunikation für deine Stadt im Ausnahmezustand

Leider konnte kein Mitarbeiter von uns diesen Vortrag mitverfolgen, da zeitgleich unser Head of Consulting, Thomas Besmer, sein Bühnendebüt gab. (zurück)


12. Vom Kanal zum Thema – warum die Idee des “Content” das gesamte Marketing-Denken auf den Kopf stellen muss

Mirko Lange, Geschäftsführer von Scompler Technologies, hielt die Abschluss Keynote der AFBMC Advanced. Laut ihm seien derzeit zwei grosse Entwicklungen, nämlich Contentmarketing und Newsroom ersichtlich. Hinzu kommt noch die zunehmende Virtualisierung durch Corona.

Aktuelle Entwicklungen (Quelle: AFBMC Advanced, Mirko Lange)

Aktuelle Entwicklungen (Quelle: AFBMC Advanced, Mirko Lange)

In vielen Unternehmen ist laut Mirko auf der einen Seite der Silogedanke klar erkennbar. Es herrscht also kaum Transparenz, was die anderen Abteilungen machen sowie ist wenig Koordination zwischen den Abteilungen vorhanden, was zu mehr Gesamtkosten durch Doppelarbeit führt. Gleichzeitig gibt es immer wieder Vorgaben von Social Media Beratern, die auf mehrmaliges Posten pro Tag pochen. So entsteht häufig Aktionismus, um die quantitativen Vorgaben erfüllen zu können. Diese Kanal- und Themenorientierung verursacht Ineffizienz oder wie es Mirko ausdrückt es entstehen “nur ganz viele einzelne Töne, aber keine Melodie oder gar kein Lied.”

Da immer mehr Content produziert wird, muss sich die Frage gestellt werden, wie trotzdem noch die eigenen Kunden erreicht werden können. Mirko fordert daher drei wichtige Änderungen.

  • Immer vom Thema her denken: Zu Beginn der Strategieerstellung soll mit der Leitidee gestartet werden. Danach werden die Handlungsfelder und die eigentlichen Themen definiert. Abschliessend geht es dann in die taktische Umsetzung.
    Themenarchitektur (Quelle: AFBMC Advanced, Mirko Lange)

    Themenarchitektur (Quelle: AFBMC Advanced, Mirko Lange)

  • Neue Rollen definieren: Das Strategieteam legt über einen längeren Zeitraum die Kernthemen fest. Die Themenmanager sorgen dafür, die richtigen Stories und Inhalte zu finden. Am Schluss steht der Kanalmanager, der das strategisch vorbereitete Material verwendet und dann für die Inszenierung und Ausspielung verantwortlich ist.
  • KPI den richtigen Ebenen zuordnen: In vielen Unternehmen werden falsche KPIs eingesetzt. Im Kanalmanager kommen die klassischen “Reichweiten-KPIs” wie Traffic, Klicks, neue User etc. zum Einsatz. Die Themenmanager müssen die Kundenbindung herstellen, so dass die Leute wiederkommen (Revisits, Verweildauer, Shares, Abonnenten etc.). Auf strategischer Ebene findet die eigentliche Wertschöpfung statt z.B. Markenpräferenz, Vertrauen, Top of Mind etc.
    Zielhierarchie und KPIs (Quelle: AFBMC Advanced, Mirko Lange)

    Zielhierarchie und KPIs (Quelle: AFBMC Advanced, Mirko Lange)

Abschliessend zeigte Mirko, wie die erläuterte Theorie am fiktiven Beispiel der Bundesagentur für Arbeit Schritt für Schritt umgesetzt werden kann.

Laut Mirko wird auf der einen Seite die Themenorientierung benötigt, also vom Thema her zu denken. Ein Kern davon ist das Themenmanagement oder die Themenarchitektur. Aber gleichzeitig kann vom Newsroom gelernt werden, dass gemeinsame Themen essentiell sind. Wenn man anfängt übergreifend zu arbeiten, ist es wichtig, die gemeinsamen Begrifflichkeiten und Prozesse zu definieren bzw. ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Werden diese beiden Ideen, also “Prozesse und Nutzenorientierung” vom Newsroom sowie “Ausrichtung auf Wertschöpfung” vom Content Marketing berücksichtigt dann hat man laut Mirko das Dream Team!

Fazit

Mirko hat in seiner Abschluss Keynote alle Kanäle, die auf den zwei Tagen AFBMC präsentiert wurden, sehr schön zusammengefasst und Ideen gegeben was in den kommenden Tagen umgesetzt werden soll. Konkret ging er der Frage nach, wie Unternehmen davon wegkommen, dass einzelne Abteilungen nur einzelne Töne (Reichweite generieren) und keine gemeinsame Melodie spielen . Laut dem Speaker ist es essentiell, sich zuerst das gemeinsame Thema zu überlegen und erst später über Kanäle nachzudenken. Obwohl die Abschluss Keynote wirklich sehr viel Input lieferte, hätte der Theorieteil etwas kürzer ausfallen können, da der eine oder andere sicherlich nicht mehr bei voller Konzentration am Ende eines langen Tages war ;-). (zurück)

(Ein Recap von Michaela Gahbauer)


Gesamtfazit der zweiten AFBMC Advanced 

Die #AFBMC – All Facebook Marketing Conference findet zweimal im Jahr (in München und in Berlin) statt und hat sich in den vergangenen Jahren als eine der wichtigen Social Media Marketing Konferenzen in Deutschland etabliert. In diesem Jahr gab es das zweite Mal eine Konferenz hinsichtlich Facebook Advertising für Personen mit fortgeschrittenen Kenntnissen. Insgesamt begrüssen wir die Idee eine AFBMC Advanced anzubieten sehr, da es insbesondere auch beim Thema Facebook/ Instagram Marketing sehr unterschiedliche Know-How-Level gibt.

Aufgrund von COVID-19 fand die AFBMC Advanced im Hybrid-Modus statt. Einen Tag lang erhielten die Zuschauer vor Ort in München oder daheim vor den Monitoren von bekannten Social Media Marketing Experten neue Insights in die Welt des Facebook Advertisings. Nach einer Flut von digitalen Konferenzen waren wir sehr froh, dass die AFBMC sowie AFBMC Advanced endlich wieder Vorort mit entsprechendem Sicherheitskonzept stattfinden konnte. Die üblichen Kaffeepausen und das Networking lassen sich eben schwer in die virtuelle Welt übertragen ;-). 

Ob alle Inhalte dem Titel “Advanced” gerecht wurden, lassen wir mal im Raum stehen. Selbstverständlich kommt es hier auch auf den Betrachtungswinkel an. Es gab durchaus einige interessante Beiträge mit entsprechendem Tiefgang. Generell sollte zukünftig die Qualität mancher Inhalte verbessert werden, damit sie tatsächlich dem Prädikat “advanced” genügen. Dies könnte mitunter durch einen Fachbeirat sichergestellt werden, wie das bei einigen Konferenzen praktiziert wird. Mögliche Speaker könnten so im Vorfeld “geprüft”  beziehungsweise Themen inhaltlich hinterfragt werden, ob sind tatsächlich “advanced” sind oder nicht. Ein Wermutstropfen bei manchen Vorträgen war die doch schon fast übertriebene Eigendarstellung sowie die übermässige Darstellung von schlechten (Konkurrenz-)Beispielen. Es wäre toll, wenn die Referenten künftig primär durch ihre Inhalte und weniger durch übertriebene Selbstdarstellung in Vorträgen punkten würden ;-).

Abschliessend bleibt nur noch zu sagen, Chapeau an Philipp und Jens sowie an das ganze Rising Media Team für den Mut, ein solches Event mit vorbildlichem Schutzkonzept in Zeiten von Corona umzusetzen! Nach den bravourös gemeisterten zwei Tagen AFBMC Konferenz stehen die beiden Gründer bereits in den Startlöchern für die am 12.10. stattfindende Konferenz in Berlin. Wir freuen uns jetzt schon auf viele “Air hugs” und viele bekannte Gesichter 🙂 !

TIPP: Interessierte, die bei der nächsten #AFBMC Konferenz im Oktober diesen Jahres dabei sein wollen, können sich mit unserem Code “HUTTERAFBMC” einen 15% Rabatt auf die Tickets sichern!

Facebook Instagram LinkedIn Xing

Kommentar via Facebook

Bitte akzeptieren Sie die Cookies um die Facebook Kommentare zu nutzen.

Schreib uns einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennst Du schon unsere wöchentlichen Newsletter?

Facebook & Instagram   LinkedIn