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15.10.2016 Facebook Virtual Reality

Facebook: 9 Tipps für bessere 360°-Videos

Du hast noch nie 360°-Videos erstellt oder hast lediglich erste Erfahrungen damit gesammelt? Dann ist dieser Artikel genau das richtige für Dich. Damit Du in Zukunft noch bessere Inhalte auf Facebook verbreiten kannst, möchte ich Dir in diesem Artikel mein Wissen zum Thema Facebook 360 und 360°-Videos geben. Tipp 1: Wähle eine passende Kamera für Deine […]

André Goldmann
7 Min. Lesezeit
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Du hast noch nie 360°-Videos erstellt oder hast lediglich erste Erfahrungen damit gesammelt? Dann ist dieser Artikel genau das richtige für Dich. Damit Du in Zukunft noch bessere Inhalte auf Facebook verbreiten kannst, möchte ich Dir in diesem Artikel mein Wissen zum Thema Facebook 360 und 360°-Videos geben.

Tipp 1: Wähle eine passende Kamera für Deine Videos

Wer die Wahl hat, hat die Qual. So auch bei der Auswahl der richtigen 360°-Kamera. Mittlerweile gibt es über 20 verschiedene Modelle, die für Facebook 360 geeignet sind. Natürlich muss es nicht immer gleich die Nokia OZO für über 60.000,00 € sein.

Für Facebook genügen Kameras mit einer Auflösung von 4096×2048 Pixel – also 4K. Dies ist auch ein Grund, warum professionelle 360°-Kameras wie zum Beispiel das Freedom360-Rig mit 6 GoPro HERO4 Black Kameras technisch überdimensioniert sind – sofern Du ausschließlich 360°-Videos für Facebook produzierst. Um Dir die Auswahl ein wenig einfacher zu machen, habe ich Dir hier meine 6 Favoriten für Facebook 360 zusammengefasst:

Tipp 2: Kontrolliere die Kamera-Einstellungen

Dieser Tipp mag auf dem ersten Blick banal klingen – wer jedoch schon einmal auf einen Gasometer geklettert ist, um dann versehentlich ein 360°-Foto statt des gewünschten 360°-Videos zu machen, der weiß, warum dieser Punkt so wichtig ist.

Einstellungen kontrollieren

Einstellungen kontrollieren

 

Vor dem Dreh solltest du also immer kontrollieren, ob alle Einstellungen noch wie gewünscht konfiguriert sind. Das betrifft bei den oben genannten Modellen den Kamera-Modus – also Video, Foto, Timelapse etc. – und bei Kameras wie dem Freedom360-Rig zusätzlich noch Einstellungen wie die fps (Bilder pro Sekunde), Auflösung, das Bild-Format und die ProTune-Einstellungen. Diese müssen bei allen GoPros im Rig identisch sein, um in der Nachbearbeitung ein gleichmässiges Erscheinungsbild sicherzustellen.

Du fragst Dich, warum ich diese Dinge nicht einfach kontrolliere nachdem ich das Video erstellt habe? Der Grund dafür ist schnell erklärt: Kein Kameramodell, wie bei Digitalkameras oder Camcordern üblich, hat ein Display zur Bildkontrolle. Du arbeitest also grundsätzlich im Blindflug und kannst erst am Computer kontrollieren, ob Deine Aufnahmen etwas geworden sind.

Deshalb: Kenne Deine Kamera. Nimm die Einstellungen vor, die für den Dreh notwendig sind und kontrolliere diese immer doppelt.

Tipp 3: Nutze einen Monopod oder ein Stativ

Wenn Du Deinen Facebook-Fans einen großen Gefallen tun möchtest, dann verwende bei Deinen Aufnahmen ein Stativ oder einen Monopod. Die Aufnahmen sind so deutlich ruhiger und frei von Erschütterungen. Kein Mensch hält eine Kamera immer an der gleichen Stelle und durch die Weitwinkel-Objektive der Kameras würden Bewegungen der Kamera deutlich zu sehen sein.

Monopod im Einsatz

Monopod im Einsatz

 

Du kannst den Monopod auch prima bei bewegten Aufnahmen verwenden. Er absorbiert Erschütterungen und stellt automatisch den nötigen Mindestabstand zur Kamera her, um keine unschönen Fehler im Bild zu erhalten. Dazu aber später noch mehr.

Monopod oder Stativ?

Die Frage lässt sich relativ leicht klären. Wenn Dein Monopod ausreichend Steifigkeit besitzt, um eine Kamera von 200-500g zu tragen, dann kannst Du gerne einen Monopod verwenden. Ich verwende dafür das Sirui P-204S Aluminium-Einbeinstativ mit Standspinne. Ein Kamera-System wie das Freedom360-Rig ist nur bedingt auf einem Monopod verwendbar, da das System beladen mit allen 6 GoPros über 1,5kg wiegt und aufgrund des sehr hohen Schwerpunktes bei der kleinsten Windböe umfallen würde.

Tipp 4: Ein Motiv pro Objektiv

Die meisten 360°-Kameras arbeiten mit zwei Objektiven und deshalb sollte es bei der Erstellung Deines 360°-Videos auch immer eine Hauptbühne und einen Nebenschauplatz geben.

Bei Events ist das in der Regel kein Problem. Vorn spielt die Musik und hinten tobt die Menge. Genau so muss auch Dein Video rüberkommen. Auf dem Front-Objektiv spielt sich der eigentliche Film ab und auf dem hinteren Objektiv ist eine weitere spannende Szene zu entdecken.

Solltest Du ein Kamera-System mit 6 und mehr Kameras verwenden, ändert sich die Regel natürlich ein wenig. Hier gilt dann, wie oben schon beschrieben: Mindestens zwei Schauplätze in der fertigen Video-Sequenz.

Tipp 5: Es gibt kein „Hinter der Kamera“

Ein klassisches Filmset hat es einfach. Licht kommt von hinten, der Ton wird mit einer Angel direkt über den Schauspielern eingefangen und die komplette Crew kann sich hinter dem Kameramann verstecken. Bei 360° sieht die Welt leider anders aus. Es gibt nämlich kein „hinten“. Künstliches Licht kann man nur bedingt verwenden. Ton-Angel? Wo soll die stehen, ohne das sie im Bild ist?

Du siehst schon, worauf ich hinaus möchte. Wer 360°-Videos erstellt muss sich mit einem sehr schmalen Grat an verfügbarem Equipment-Platz zufriedengeben. Ich verstecke meine Technik immer direkt unter dem Stativ und kann so sicher sein, dass keine unnatürlichen Elemente im fertigen Video zu sehen sind.

Mikrofon "unter" der Kamera

Mikrofon “unter” der Kamera

 

„Wo versteckst Du dich im Video?“ Danke für die Frage! Das ist eigentlich ganz simpel. Bei Dokumentationen wie z.B. bei Events gehe ich einfach mit in der Menge unter, da ich ja auch ein normaler Besucher sein könnte. Bei „Image-Filmen“ starte ich die Aufnahme aus etwas Entfernung oder gehe einfach aus dem aufgenommenen Raum. Im Schnitt muss ich dann einfach nur darauf achten und mich entsprechend herausschneiden.

Tipp 6: Mitten drin, statt nur dabei

Bei 360°-Videos hast Du endlich die Möglichkeit, mittendrin zu sein. Dies gilt für die Kamera und anschließend natürlich auch für den Betrachter Deiner 360°-Videos. Stelle deshalb die Kamera immer an Plätze, wo sich normale Besucher bei einem Event, Konzert etc. nie aufhalten könnten.

Hier einige Ideen für den Standort Deiner Kamera

  • Bei einem Event:
    • direkt auf der Bühne neben den Speaker oder noch besser: Auf den Kopf des Speakers
    • zwischen Speaker und Zuhörer (ein Stück weit vor die erste Reihe)
    • bei größeren Sälen einfach mal über die Zuschauer im Technikraum – hier kommt sonst nie jemand rein
    • Backstage in der Umkleide, VIP-Bereich etc.
    • Vor einem Event beim Aufbau (z.B. eine 360°-Timelapse-Aufnahme)
  • Agentur oder „Image-Film“
    • Auf den Schreibtisch oder Arbeitsplatz
    • direkt am Akteur (am Helm, der Schulter oder ähnlichem)
    • ungewöhnliche Plätze wie z.B. direkt in Maschinen oder unter einem Schreibtisch

Solche und andere Sequenzen machen Dein Video nicht nur interessanter, sondern erhöhen die Chancen für einen viralen Hit. Diese Szenen sind es nämlich, die wir unseren Freunden gerne zeigen und entsprechend teilen.

Tipp 7: Akzeptiere 80% Perfektion

Du glaubst ja nicht, wie schwer mir dieser Tipp selbst fällt. Aber der heutige Stand der Technik lässt leider nichts anderes zu. Fehler bei Kamera-Übergangen durch  Parallaxen-Verschiebung  oder beim manuellen Stitching der Aufnahmen sind bei Kamera-Systemen unterhalb einer 5-stelligen Investitionssumme vollkommen normal. Das liegt an der Anzahl der verwendeten Kameras oder, bei 2-Objektiv-Systemen, an einem nicht ausreichend übergreifenden Bildmaterial.

Beispiel für Parallaxen-Problem

Beispiel für Parallaxen-Problem

 

Denke immer an diesen Leitsatz: Wenn die Story stimmt, sind Bildfehler fast egal. Umgedreht wird niemand ein Video teilen oder bis zum Ende ansehen, dessen Story schlecht ist.

Tipp 8: Sorge für ausreichend Akkus und Speicherkarten

Mein vorletzter Tipp ist wieder einer von denen, von denen man denkt, dass man sie eigentlich nicht braucht. Allerdings wirst Du unterwegs mit Deiner Kamera sehr schnell merken, wie viel Akkuleistung tatsächlich nötig ist. Sorge deshalb immer für 1-2 Ersatzakkus und mindestens eine zusätzliche Speicherkarte. Jetzt, wo es langsam in Richtung Herbst/Winter geht und etwas kälter wird, haben die Akkus noch weniger Leistung bzw. verlieren diese schneller. Einfache Lösung für extrem kalte Tage: Verwende für die Lagerung der Ersatzakkus einen Taschenwärmer, um die Akkus auf Temperatur zu halten.

Tipp 9: Mehr Reichweite mit Facebook-Ads

Als Zusammenfassung und abschließenden Tipp möchte ich Dir noch raten, Deine Videos immer zusätzlich mit Facebook-Ads zu bewerben. Der Aufwand, ein Video zu produzieren ist hoch und verschlingt oft mehrere Arbeitstage. Es wäre schade, wenn Dein Video nur von einigen Deiner Facebook-Fans gesehen wird. Wenn Du Deine Videos mit einer Agentur produzierst, solltest Du deshalb diese Investition immer gleich mit in Dein Budget einplanen.

Fazit

360°-Videos haben im Jahr 2016 noch einige Tücken. Sie haben aber großes Potential auf Facebook eine hohe Reichweite zu generieren. Probiere es einfach mal aus.

Bei Fragen zu 360°-Videos, 360°-Kameras oder Virtual-Reality-Marketing berate ich Dich sehr gerne auf meiner Facebook-Seite Fuchsfaktor10, auf Twitter, per E-Mail oder auf meiner Fuchsfaktor10-Website.

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