05.03.2021 Facebook

Facebook: Facebook trainiert KI anhand 1 Milliarde öffentlicher Instagram Bilder

Facebook hat bekannt gegeben, dass es ein Programm mit künstlicher Intelligenz gebaut hat, das “sehen” kann, was es sich ansieht. Dazu wurde es mit über 1 Milliarde öffentlicher Bilder von Instagram gefüttert.

Lena Eberhardt
3 Min. Lesezeit
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Hunde, Ferraris, Berge, Strände und Babies – Instagram ist voll davon. Tatsächlich entwickelte sich Instagram in den letzten zehn Jahren zu einer der größten Bilddatenbanken der Welt. Facebook, der Eigentümer des Unternehmens, nutzt nun genau diese Fundgrube, um dem KI-Modell beizubringen, auf Fotos zu “sehen” und die Objekte dementsprechend einzuordnen.

Das “Computer Vision”-Programm

Das “Computer Vision”-Programm trägt den Spitznamen SEER und übertraf laut Facebook bestehende KI-Modelle in einem Objekterkennungstest. Obwohl dies nur ein Forschungsprojekt ist, sagte Facebook, dass die potenziellen Anwendungen relativ breit sind. Auch andere große Tech-Unternehmen, darunter Google und Microsoft, versuchen ebenfalls, die Grenzen der Computer Vision zu erweitern. Das Programm erreichte bei einem Test, der von ImageNet bereitgestellt wurde, eine Klassifizierungsgenauigkeit von 84,2 %. ImageNet ist eine große visuelle Datenbank, die für die Verwendung in der Forschung von visueller Objekterkennungssoftware entwickelt wurde. Im Grunde wird getestet, ob ein KI-Programm erkennen kann, was sich auf einem Foto befindet.

Der neue Ansatz

Während viele KI-Modelle auf sorgfältig gelabelte Datensätze trainiert werden, hat SEER laut Facebook gelernt, Objekte in Fotos zu identifizieren, indem es zufällige, nicht gelabelte und unkuratierte Instagram-Bilder analysiert. Diese KI-Technik ist als selbstüberwachtes Lernen bekannt. SEER ist laut einer wissenschaftlichen Arbeit der Facebook-Forscher eine Anspielung auf SElf-supERvised.

Facebook-Forscher schreiben in einem Post: “The future of AI is in creating systems that can learn directly from whatever information they’re given — whether it’s text, images, or another type of data — without relying on carefully curated and labeled data sets to teach them how to recognize objects in a photo, interpret a block of text, or perform any of the countless other tasks that we ask it to.”

Die Forscher betonen ausserdem, dass die Leistung von SEER zeigt, dass selbstüberwachtes Lernen bei Computer-Vision-Aufgaben in der realen Welt überragend sein kann. Sie bezeichnen es als einen Durchbruch, der letztlich den Weg für flexiblere, genauere und anpassungsfähigere Computer-Vision-Modelle in der Zukunft öffnet.

Obwohl es sich nur um ein Forschungsprojekt handelt, sind die möglichen Anwendungen relativ breit gefächert, sagte ein Facebook-Sprecher. Dazu gehören verbesserte automatisch generierte Texte zur Beschreibung von Bildern für Menschen mit Sehbehinderungen, eine bessere automatische Kategorisierung von Artikeln, die auf Facebook Marketplace verkauft werden sowie bessere Systeme, um schädliche Bilder von der Facebook-Plattform fernzuhalten, so das Unternehmen.

Problem mit der Privatsphäre?

Viele Instagram-Nutzer werden vielleicht überrascht sein zu hören, dass ihre Bilder verwendet werden, um Facebooks KI-Systeme zu trainieren.

Dazu äusserte sich Priya Goyal, ein Software-Ingenieur bei Facebook AI Research, gegenüber CNBC: “We inform Instagram account holders in our data policy that we use the information we have to support research and innovation including in technological advancement like this.”

Alle Instagram-Kontoinhaber werden also über die Datenrichtlinie informiert und werden dort darauf hingewiesen, dass Facebook die Informationen, die sie haben, nutzen, um Forschung und Innovation zu unterstützen. Diese beinhaltet auch technologische Fortschritte wie SEER. Facebook sagte zudem, dass es einen Teil seiner Software als Open Source zur Verfügung stellen wird, damit andere Forscher damit experimentieren können.

Andere große Tech-Unternehmen wie Google und Microsoft versuchen ebenfalls, die Grenzen der Computer Vision zu erweitern. Letzten Sommer veröffentlichte Google das Computer-Vision-Modell SimCLRv2, während OpenAI iGPT 2 veröffentlichte.

Fazit

Instagram Bilder für die Weiterentwicklung von KI-Modellen zu nutzen ist sicherlich ein kluger Schachzug von Facebook. Vor allem für Menschen mit Sehbehinderung können entsprechend passendere automatisch generierte Beschreibungen zu Bildern definiert werden. Wer sich hier in seiner Privatsphäre angegriffen fühlt, sollte einen genaueren Blick in die Datenrichtlinie von Instagram werfen. In Zukunft wird Facebook sicherlich weiterhin einen Fokus auf den Ausbau dieser KI-Systeme setzen, damit diese direkt aus Informationen lernen können, um so Objekte auf Fotos oder auch Textblöcke genauer zu erkennen und zu interpretieren.

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