Themen
07.04.2018 Facebook Seiten / Pages

Facebook: mehr Transparenz für Seiten und Werbeanzeigen!

Heftig waren die Anschuldigungen in der letzten Monaten und Wochen in Richtung Facebook rund um den Datenskandal, aber auch die mögliche Einflussnahme in die US-Wahlen, bzw. in die Politik. Mit 7 Meilenstiefeln geht Facebook nun Schritt für Schritt mit den Veränderungen an der Plattform voran und kündigt weitere Schritte für mehr Transparenz bei Facebook Seiten und […]

Thomas Hutter
4 Min. Lesezeit
Keine Kommentare

Heftig waren die Anschuldigungen in der letzten Monaten und Wochen in Richtung Facebook rund um den Datenskandal, aber auch die mögliche Einflussnahme in die US-Wahlen, bzw. in die Politik. Mit 7 Meilenstiefeln geht Facebook nun Schritt für Schritt mit den Veränderungen an der Plattform voran und kündigt weitere Schritte für mehr Transparenz bei Facebook Seiten und Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram an. Diese neuen Ankündigungen für mehr Transparenz gehen weit, sehr weit und sind ein Schritt in die richtige Richtung, trotzdem dürften diese Ankündigung nicht allen Betreiber von Facebook Seiten und auch nicht allen Werbetreibenden passen.

Erhöhte Transparenz und Verantwortlichkeit für Wahl- und Werbeanzeigen

Im vergangenen Oktober hat Facebook angekündigt, dass nur autorisierte Werbetreibende Wahlwerbung auf Facebook oder Instagram schalten können. Heute dehnt Facebook diese Anforderung auf alle aus, die “Issue Ads” – wie politische Themen, die im ganzen Land diskutiert werden – zeigen wollen. Facebook arbeitet mit Dritten zusammen, um eine Liste von Schlüsselfragen zu entwickeln, die im Laufe der Zeit verfeinert werden. Um von Facebook autorisiert zu werden, müssen Inserenten ihre Identität und ihren Standort bestätigen. Werbetreibenden ist es untersagt, politische Anzeigen – wahl- oder themenbezogen – zu schalten, bis sie entsprechend autorisiert sind. Zusätzlich werden diese Anzeigen in der linken oberen Ecke deutlich als “Politische Anzeige” gekennzeichnet. Daneben zeigt Facebook “bezahlt von” Informationen. Facebook hat diese Woche damit begonnen, den Zulassungsprozess zu testen, Menschen werden die entsprechende Markierung und weitere Informationen noch in diesem Frühjahr in den USA zu sehen bekommen.

[iframe src=”https://www.facebook.com/plugins/video.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Ffacebook%2Fvideos%2F10157262455526729%2F&show_text=0&width=560″ width=”560″ height=”315″ style=”border:none;overflow:hidden” scrolling=”no” frameborder=”0″ allowTransparency=”true” allowFullScreen=”true”]

 

Facebook wird auch in künstliche Intelligenz investieren und zusätzlich Personal bereitstellen, um Werbetreibende aufzuspüren, welche den Autorisierungsprozess hätten durchlaufen sollen, dies aber nicht taten. Mit dem Wissen, dass nicht jede Anzeige, die als politische Werbung abgefangen werden sollte, erkennt werden kann, wird jeder Nutzer von Facebook ermutigt, nicht als politische Werbung markierte Anzeigen zu melden.

Werbeanzeigen und durchsuchbare Archive mit politischen Werbeanzeigen

In Kanada hat Facebook eine neue Funktion namens “View Ads” getestet, mit der jeder Nutzer die Anzeigen einer Seite sehen kann – auch wenn diese Werbeanzeige nicht im News Feed enthalten waren. Dies gilt für alle Facebook Seiten – nicht nur für Seiten mit politischen Werbeanezigen. Facebook plant im Juni diese Funktion weltweit auszurollen.

Im Juni plant Facebook zudem auch die Veröffentlichung eines öffentlichen, durchsuchbaren politischen Anzeigenarchivs. Dieses Archiv enthält alle Anzeigen mit der Kennzeichnung “politische Anzeige” und zeigt das Bild und den Text sowie zusätzliche Informationen, wie z.B. die Höhe des Werbebudgets sowie demographische Publikumsinformationen für jede einzelne Anzeige.

Erhöhte Authentizität und Transparenz für Seiten

Facebook geht noch einen Schritt weiter und kündigt ebenfalls an, dass Personen, die Seiten mit einer grossen Anzahl von Fans verwalten, überprüft werden müssen. Diejenigen, die grosse Seiten verwalten, die den Prozess nicht durchlaufen, können auch nicht mehr Inhalte publizieren. Diese Massnahmen wird es massiv schwieriger machen, dass Menschen eine Seite mit einem gefälschten Konto verwalten, was strikt gegen die Facebook Richtlinien verstösst. Facebook wird bei Seiten zusätzliche Informationen zeigen, um deren Inhalte effektiv beurteilen zu können. Beispielsweise wird sichtbar gemacht, ob eine Seite ihren Namen geändert hat.

Warum macht Facebook das?

Facebook schreibt dazu in der Newsmeldung “Wir wissen, dass wir bei den US-Wahlen 2016 nur langsam auf die ausländische Einmischung gestossen sind. Die heutigen Aktualisierungen sollen zukünftigen Missbrauch bei Wahlen verhindern und helfen Menschen, die Informationen zu erhalten, damit Wahl- und politische Themen-Werbung, wie auch Inhalte von Seiten besser bewertet werden können. Indem wir die Transparenz bei Anzeigen und Seiten auf Facebook erhöhen, können wir die Verantwortlichkeit der Werbetreibenden erhöhen und unseren Service für alle verbessern.

Fazit

Seitenbetreiber und Werbeverantwortliche werden von Facebook in die Pflicht genommen. Die Verifizierung von Personen, welche Facebook Seiten und Facebook Werbeanzeigen verwalten und bewirtschaften, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die heute noch mögliche Anonymität von Seitenbetreibern und Werbeverantwortlichen mit Hilfe von Fake Konten nimmt damit bald ein Ende. Der Wildwuchs von Seiten und Fake-Seiten kann so eingedämmt werden und Menschen, die allenfalls mit Inhalten gegen das Gesetzt verstossen, können so zukünftig identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden. Auch wenn dies nicht allen Seitenadministratoren gefallen wird – es gibt bei den Seiten-Administratoren immer noch zu viele “Mela Nies” und “Konst Antins” – und ich höre hier auch schon das Gezeter “aber das geht Facebook überhaupt nichts an” – jedoch kann man nicht nach Transparenz schreien, wenn man nicht bereit ist, transparent aufzutreten. So werden zukünftig die “belohnt”, welche sich an geltende Spielregeln halten und die bestraft, die sich in die scheinbare Anonymität flüchten. Der nächste wünschenswerte Schritt wäre dann noch den Facebook Admin Führerschein …

Kommentar via Facebook

Bitte akzeptieren Sie die Cookies um die Facebook Kommentare zu nutzen.

Schreib uns einen Kommentar

Kennst Du schon unseren wöchentlichen Newsletter?