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29.03.2019 Facebook Sicherheit & Privatssphäre

Facebook: Neue Massnahmen zum Schutz bei politischen Ads

Facebook gibt rechtzeitig vor der anstehenden Europawahl neue Massnahmen und Richtlinien für Werbeanzeigen mit politischen Inhalten bekannt und ermöglicht volle Transparenz.

Daniel Stark
2 Min. Lesezeit
4 Kommentare

Facebook gibt rechtzeitig vor der anstehenden Europawahl neue Massnahmen und Richtlinien für Werbeanzeigen mit politischen Inhalten bekannt und ermöglicht volle Transparenz.

Neuer Autorisierungsprozess für Werbeanzeigen mit politischen Inhalten

Werbetreibende müssen künftig einen entsprechenden Autorisierungsprozess durchlaufen, wenn diese in der EU Werbeanzeigen schalten möchten, die politische Botschaften beinhalten. Dieser Prozess beinhaltet das Vorlegen von entsprechenden Dokumenten und die Überprüfung der Identität und des Standortes des Werbetreibenden, um politische Eingriffe aus dem Ausland zu verhindern. Durch die Vorlage des Identitätsnachweises soll auch die Behörden unterstützen Missbrauch bei politischen Werbeanzeigen nachgehen zu können.

Diese neuen Richtlinien werden Teil eines automatisierten Prozesses sein, welche auch durch das Melden von Usern angestossen werden können. Dabei ist Facebook bewusst, dass diese Massnahmen nicht die vollständige Verhinderung von Missbrauch ermöglichen:

“Uns ist bewusst, dass einige Leute versuchen werden, dieses System zu umgehen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass dieses Verfahren die Einflussnahme durch gesponserte Beiträge aus dem Ausland deutlich erschwert.” (Quelle: Facebook Newsroom)

Kennzeichnung von politischen Ads

Politische Werbeanzeigen in der EU werden laut Facebook explizit als solche gekennzeichnet, damit die Transparenz gewährleistet werden kann. Dazu wird ein “Finanziert durch”-Disclaimer eingeführt um die Nachvollziehbarkeit, ob es sich hierbei um eine bezahlte Anzeige – ähnlich zu den bisherigen “Gesponsert”-Disclaimer – handelt. Des Weiteren hat der User, der die entsprechende Werbeanzeige eingeblendet bekommt, die Möglichkeit die Kontaktdaten des Werbetreibenden einzusehen (wenn es sich hierbei um eine Organisation oder ein Unternehmen handelt). Als Besonderheit gibt hier Facebook weiters bekannt, dass folgende Informationen zusätzlich offen ersichtlich sein werden:

  • Anzahl der Reichweite, die bereits generiert worden ist mit dieser Werbeanzeige
  • Alter der Personen-Zielgruppe
  • Geschlecht der Personen-Zielgruppe
  • Standort der Personen-Zielgruppe

Ab wann wird es für politische Werbetreibende “ernst”?

Facebook rät allen Werbetreibenden sich bis Mitte April mit der diesbezüglichen Authentifizierung zu befassen, da Facebook ab dem Zeitpunkt beginnen wird, politische Werbeinhalte von unautorisierten Werbentreibenden strikt abzulehnen.

Dabei unterscheidet Facebook aber zwischen “Berichterstattung von Medien” und “Wahlwerbung”. Medienhäuser, die über politische Ereignisse berichten werden von den Richtlinien befreit. Dies ist laut Facebook allerdings noch nicht in allen Ländern der EU verfügbar, wird aber laufend erweitert.

… noch mehr Transparenz gefällig?

Facebook geht in Sachen Transparenz sogar noch einen Schritt weiter und wird sämtliche Werbeanzeigen die als politisch eingestuft werden, für jeden User in einer “Werbebibliothek” sammeln. Diese sind dann für sieben (!) Jahre im Nachgang noch gespeichert und ersichtlich und auch hier sind “Insights” öffentlich, wie zum Beispiel Reichweite der Werbeanzeigen und die angesprochen Zielgruppen (Alter, Geschlecht, Standorte).

“Die hier aufgeführten Maßnahmen werden Missbrauch nicht vollständig verhindern können. Bei unseren Gegnern handelt es sich in der Regel um klug agierende, kreative und gut finanzierte Organisationen, die ihre Taktiken schnell ändern, sobald wir auf sie aufmerksam werden. Wir sind dennoch davon überzeugt, dass diese Maßnahmen einen wichtigen Beitrag leisten, Wahlbeeinflussung auf Facebook zu verhindern.” (Quelle: Facebook Newsroom)

Die vollständige Meldung von Facebook gibt es hier.

Fazit

Facebook geht mit diesen neuen Transparenz-Massnahmen und dem erweiterten Authentifizierungs-Prozess stark auf das sensible Thema “Politische Werbeanzeigen” ein und ermöglicht die (fast) volle Transparenz für User und für Behörden. Spannend wird sein, wie lange “schwarze Schafe” zeitlich benötigen werden, um diese Richtlinien umgehen zu können. Aus meiner Sicht dennoch ein wichtiger Schritt von Facebook, hier die vollständige Transparenz anzubieten.

Kommentar via Facebook

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  1. ralfpeter.roell@addvalue.de' Ralf PR sagt:

    Meine Frage hat zwar nichts zu politischen Inhalten zu tun, aber ich frage mich seit einigen Tagen, weshalb ich beim Zielgrupppen-Targeting auf Facebook nicht mehr ganz Deutschland als Zielbereich auswählen kann?

    1. Hallo Ralf,

      versuch es mal mit “Germany”, dann sollte im Targeting Deutschland vorgeschlagen werden. Funktioniert in der Regel bei fast allen Ländern, Städten und Regionen, die auf Deutsch leider nicht direkt vorgeschlagen werden.

      1. ralfpeter.roell@addvalue.de' Ralf PR sagt:

        Vielen Dank. Manchmal kann es so einfach sein…

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