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15.05.2019 Facebook Video

Facebook: Schutz vor Missbrauch bei Facebook Live und Investitionen in die Erforschung manipulierter Medien

Nach der Kritik des Missbrauchs von Facebook Live im Zusammenhang mit der schrecklichen Terrorattacke in Christchurch / Neuseeland, gibt Facebook nun einige Anpassungen im Zusammenhang mit dem Schutz von Facebook Live vor Missbrauch und Investitionen in die Erforschung von manipulierten Medien bekannt.

Thomas Hutter
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Nach der Kritik des Missbrauchs von Facebook Live im Zusammenhang mit der schrecklichen Terrorattacke in Christchurch / Neuseeland, gibt Facebook nun einige Anpassungen im Zusammenhang mit dem Schutz von Facebook Live vor Missbrauch und Investitionen in die Erforschung von manipulierten Medien bekannt.

Facebook schreibt dazu:

Nach den schrecklichen Terroranschlägen in Neuseeland haben wir geprüft, was wir noch tun können, um unsere Dienste davon abzuhalten, Schaden anzurichten oder Hass zu verbreiten. Als direkte Folge davon werden ab heute Personen, die gegen bestimmte Regeln auf Facebook verstossen haben – einschließlich unserer Richtlinie zu gefährlichen Organisationen und Personen – von der Nutzung von Facebook Live ausgeschlossen.

Härtere Einschränkungen

Die grosse Mehrheit der Menschen nutzt Facebook Live für positive Zwecke, wie z.B. einen wichtigen Moment mit Freunden zu teilen, Bewusstsein für ein Thema zu schärfen, das einem wichtig ist oder für Spass und Unterhaltung. Dennoch kann Facebook Live missbraucht werden, aus diesem Grund ergreift Facebook Massnahmen, un möglichen Missbrauch zu begrenzen.

In der Vergangenheit wurden Beiträge, welche die Community-Standards von Facebook verletzt haben, gelöscht. Haben Nutzer weiter gegen die Community Standards gehandelt, wurden sie für einen bestimmten Zeitraum von Facebook für einzelne Funktionen gesperrt, was beispielsweise auch die Möglichkeit von Live-Übertragung einschränkte. Bei einigen Fällen hat Facebook Nutzer komplett von der Plattform verbannt, meistens bei wiederholten Verstössen auf einer niedrigen Ebene oder in wenigen Fällen wegen einer einzigen schwerwiegenden Verletzung (z.B. bei Terrorpropaganda oder im Zusammenhang mit Kindsmissbrauch, etc.).

Ab sofort verschärft Facebook die Regeln für Facebook Live. Facebook wendet ab sofort die “One Strike”-Richtlinie für Facebook Live an, welche mit einer wesentlich breiteren Palette von Straftaten in Verbindung steht. Entsprechend wird ab sofort jeder Nutzer, der gegen Richtlinien in schwerwiegenden Punkten verstösst, daran gehindert, Live für bestimmte Zeiträume, zum Beispiel 30 Tage ab dem ersten Vergehen, zu nutzen. Teilt beispielsweise jemand einen Link zu einer Aussage einer terroristischen Gruppe ohne Kontext, wird Facebook Live sofort für einen bestimmten Zeitraum gesperrt. Diese Sperrungen werden in den kommenden Wochen weiter ausgebaut, so, dass beispielsweise entsprechende Nutzer auch keine Werbeanzeigen auf Facebook schalten können.

Facebook schreibt dazu:

Wir erkennen die Spannung zwischen Menschen, die einen ungehinderten Zugang zu unseren Diensten bevorzugen, und den Einschränkungen, die erforderlich sind, um die Sicherheit der Menschen auf Facebook zu gewährleisten. Unser Ziel ist es, das Risiko von Missbrauch bei Live zu minimieren und gleichzeitig den Menschen zu ermöglichen, Live jeden Tag positiv zu nutzen.

Investitionen in die Erforschung von manipulierten Medien

Eine der Herausforderungen, mit denen Facebook in den Tagen nach dem Angriff in Christchurch konfrontiert war, war die Verbreitung vieler verschiedener Varianten des Videos des Angriffs. Menschen – nicht immer absichtlich – teilten bearbeitete Versionen des Videos, was es für die Systeme von Facebook schwierig machte, diese zu erkennen. Obwohl Facebook eine Reihe von Techniken eingesetzt hat, um diese Varianten zu finden, einschliesslich der Video- und Audio-Matching-Technologie, hat Facebook erkannt, dass in diesem Bereich in weitere Forschung investiert werden muss.

Deshalb arbeitet Facebook nun mit der University of Maryland, der Cornell University und der University of California, Berkeley zusammen, um neue Techniken zu erforschen. Das Erkennen von manipulierten Medien in Bildern, Videos und Audio und der Unterscheidung zwischen Personen, die entsprechende Inhalte unwissentlich verbreiten und Gegnern, die absichtlich Videos und Fotos manipulieren, ist eine grosse Herausforderung. Der Umgang mit dem Aufkommen manipulierter Medien erfordert eine intensive Forschung und Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft – Facebook benötigt dieses Zusammenspiel, um diese Herausforderung anzugehen. Diese Partnerschaften sind nur ein Teil der Bemühungen von Facebook, mit Akademikern und den Partnern aus der gesamten Online-Industrie zusammenzuarbeiten – in den kommenden Monaten wird Facebook mehr Partner einbinden, damit alle so schnell wie möglich handeln können, um angesichts dieser Bedrohung Innovationen zu entwickeln. Diese Arbeit wird entscheidend für die breiteren Bemühungen gegen manipulierte Medien sein, einschliesslich “Deepfakes” (Videos, die bewusst manipuliert wurden, um Ereignisse darzustellen, die nie stattgefunden haben). Facebook hofft, dass diese Bemühungen helfen werden, organisierte “Bad Actors” effektiver zu bekämpfen, die versuchen, die Systeme von Facebook zu überlisten, wie Facebook dies nach dem Angriff von Christchurch erlebt hat.

Facebook schreibt dazu:

Das sind komplexe Themen und unsere Gegner ändern weiterhin die Taktik. Wir wissen, dass wir nur durch Wachsamkeit und die Zusammenarbeit mit Experten, anderen Unternehmen, Regierungen und der Zivilgesellschaft auf der ganzen Welt in der Lage sein werden, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Wir freuen uns auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit.

Fazit

Die entsprechenden Probleme und der Ruf der Medien und Politik nach stärken Kontrollen sind bei Facebook angekommen, sind aber definitiv komplexer, als viele Menschen, Institutionen und Medien glauben. Wichtig ist, dass entsprechende Massnahmen getroffen werden.

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