23.07.2020 Seiten / Pages

Facebook: Test eines neuen Seiten-Designs ohne Like-Button und vereinfachter Verwaltung

Facebook testet ein neues Design für Seiten und stellt einige grundlegende Funktionen um. Bye, bye Like-Button!

Thomas Hutter
4 Min. Lesezeit
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Die Veränderungen bei Facebook machen keine Sommerpause. Gemäss einem Beitrag von TechCrunch testete Facebook mit einem kleinen Prozentsatz von Facebook Seiten von Personen des öffentlichen Lebens auf der Mobile App ein neues Seitenlayout, welches aufgeräumter erscheint und keinen Like-Button enthält. Gemäss dem Bericht von TechCrunch wird dieser Test nun auf eine grössere Anzahl von Seiten ausgeweitet.

Ein aufgeräumtes Layout und keine “Gefällt mir”-Angaben

Facebook testet ein neues Design für Facebook Seiten, das unter anderem die “Gefällt mir”-Zahl entfernt, ein saubereres und besser lesbares Layout bietet und es für diejenigen, die Seiten betreiben, einfacher macht, sie zu nutzen und zu verwalten.

Gegenwärtig gehören zu den an dem Test beteiligten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Schauspieler, Autoren, Creators und eine kleine Handvoll mediennahe Unternehmen wie Bands und Buchverlage. Am Test teilnehmende Seiten haben die Möglichkeit, die neue Erfahrung auszuprobieren, wenn sie mobil eingeloggt sind. Gemäss Auskunft von Facebook wird der Test nun auf einen kleinen Prozentsatz englischsprachiger Unternehmensseiten ausgedehnt.

Facebook Seiten alt vs. neu (Bild via TechCrunch von Facebook)

Facebook Seiten alt vs. neu (Bild via TechCrunch von Facebook)

 

Das neue Design und der überarbeitete Funktionsumfang sollen die Benutzung der Seiten weniger komplex machen, was nach Auffassung Facebook ein Problem darstellen kann. Das neue Seitenlayout soll es den Besuchern einer Seite erleichtern, wichtige Informationen wie die Biografie und die Beiträge der Seite zu sehen. Das Design verzichtet insbesondere auf die Schaltfläche “Page Likes” und “Like”. Stattdessen zeigt die Seite nur eine “Follow”-Schaltfläche und die Anzahl der Abonnenten an. Diese Änderung spiegelt die wahre Reichweite der Seite besser wider. Viele Menschen haben im Laufe der Jahre verschiedene Seiten “geliked”, aber dann aus ihrem Newsfeed heraus nicht mehr verfolgt, weil ihre Interessen sich geändert haben oder sie folgten einer Seite nicht, weil ihnen die Seite nur aus “Gefälligkeit” gefiel, beispielsweise nachdem sie eine Anfrage zum Liken erhalten hatten. Die Anzahl der Abonnenten gibt an, wie viele Personen die Aktualisierung der Seite tatsächlich in ihrem Newsfeed erhalten können.

Neues Seitendesign (Bild via TechCrunch)

Neues Seitendesign (Bild via TechCrunch von Facebook)

 

Kein separate “Gefällt mir”- und Follow-Funktion

Die parallele Funktion “Gefällt mir” und “Follow” hat zu einem komplizierteren Prozess geführt, bei dem die Benutzer zuerst eine Seite mit “gefällt mir” markiert haben, was ein automatisches Folgen beinhaltet. Die Person konnte dann aber jederzeit dieses “Folgen” wieder deaktivieren, indem sie die entsprechenden Einstellungen geändert hat. Viele Betreiber von Facebook Seiten empfinden dies als verwirrend und wenig hilfreich, weil sie grundsätzlich mit Fans in Kontakt treten wollen, die tatsächlich an der Seite und ihren Inhalten interessiert sind.

Darüber hinaus können die Seitenbesitzer besser mit den “Followern” in Kontakt treten, indem sie ihren Nachrichten-Feed durchsuchen und dann schnell zwischen ihrem persönlichen Facebook-Profil und der (oder den) öffentlich zugänglichen Seite(n), die sie verwalten, wechseln, wenn sie Kommentare abgeben oder auf Beiträge reagieren möchten, auf die sie stossen.

Änderungen bei Verwaltungsrollen

Die Veränderungen im neuen Seitenlayout haben auch einen Einfluss auf die Seitenverwaltungsrollen. Betreiber von Facebook Seiten werden in der Lage sein, Admin-Zugriffsberechtigungen auf der Grundlage bestimmter Aufgaben klarer zuzuweisen und zu verwalten. Dies wird durch einen aktualisierten “Edit Access”-Bildschirm geregelt, auf dem die Eigentümer bestimmte Verwaltungsaufgaben ein- und ausschalten können, z.B. wer Seiteninhalte erstellen, direkte Nachrichten als Seite senden, Anzeigen erstellen, auf Kommentare reagieren kann und vieles mehr.

Einstellungen von Rollen auf den neuen Seiten (Bild via TechCrunch von Facebook)

Einstellungen von Rollen auf den neuen Seiten (Bild via TechCrunch von Facebook)

 

Bessere Insights und weniger Meldungen

Die Aktualisierung zielt ausserdem darauf ab, die Navigation zum Abschnitt “Page Insights” zu vereinfachen, in dem Seitenbesitzer und -manager Analysen in Bezug auf die Leistung der Seite verfolgen.

Besitzer von Facebook Seiten können nun diese Insights von der Seite selbst oder sogar direkt aus einem Beitrag heraus abrufen. Innerhalb des Insights-Abschnitts erhalten sie auch Zugang zu einer Handvoll neu hinzugefügter Informationen, darunter Beiträge mit Top-Performance und eine neue Metrik, die zeigt, wie sich die Zielgruppe der Seite mit dem verbundenen Instagram-Konto überschneidet.

Ausserdem werden Administratoren weniger Benachrichtigungen von ihren Seiten erhalten, da Facebook nun relevante und verwandte Daten wie Erwähnungen und Reaktionen beim Versenden von Updates zusammenfasst.

Gibt es bald ein Rollout?

Der Test läuft zurzeit in der mobilen Facebook-App, ist aber nicht nur auf die Nutzer beschränkt, die das vereinfachte Design der App sehen (hier mit dem farbigen blauen Hintergrund und den Kästchen abgebildet).

Neue App mit Auswahlmöglichkeit Seite oder Profil (Bild via TechCrunch von Facebook)

Neue App mit Auswahlmöglichkeit Seite oder Profil (Bild via TechCrunch von Facebook)

 

Facebook gibt nicht bekannt, wann das Update in grösserem Umfang eingeführt wird, da diese Anpassungen vorerst noch als Test gelten.
Der Test hat allerdings schon sehr klare Formen, daher ist anzunehmen, dass es nicht bei einem Test bleibt…

Fazit

Die Unterscheidung zwischen “Gefällt mir”-Angaben und “Follows” hat in der Vergangenheit für viele Missverständnisse bei Seitenbetreibern geführt, entsprechend stiftet eine Vereinfachung grundsätzlich viel Sinn.

Betrachtet man Instagram, ergibt auch der Wechsel zwischen Unternehmenskonto und privatem Profil sehr viel Sinn. Die Funktionsweise von Facebook Seiten würde so grundsätzlich der Funktionsweise von Instagram angeglichen. Die Unterscheidung von News Feeds der Seite und News Feed des privaten Profils wird wesentlich einfacher. Auch häufige Verwechslungen des für die Interaktion im News Feed verwendeten Profils würden mit der Umstellung weitgehend eliminiert.

Ebenfalls zu begrüssen ist der Wegfall der Fans, genauer gesagt der “Gefällt mir”-Angaben bei einer Facebook Seite. Wahrscheinlich würde dann die sinnfreie Jagd nach möglichst vielen “Fans” eingedämmt und Betreiber von Facebook Seiten wenden sich sinnvolleren Zielen, die den betriebswirtschaftlichen Zielen näher liegen, zu.

 

 

 

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