07.07.2020 TikTok

TikTok: Rückzug vom Hongkonger Markt

TikTok zieht sich aus Hongkong zurück. Die zensierte, chinesische Version “Douyin” bleibt aber weiterhin verfügbar.

Stephanie Hillig
1 Min. Lesezeit
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TikTok kündigt an, sich Aufgrund des neu verhängten Sicherheitsgesetzes in Hongkong vom Markt zurückziehen zu wollen. Unternehmen wie Facebook, Google und Telegram überprüfen derzeit noch die Folgen des neuen Gesetzes.

Die Plattform TikTok wird „angesichts der jüngsten Ereignisse“ in Hongkong vom Markt genommen. Die Rede ist hier vom neuen Sicherheitsgesetz für die Sonderverwaltungszone Hongkong, welches vergangene Woche von der Regierung in Peking verhängt worden war. Die Konsequenz: Die App wird im Hongkonger Netz nicht mehr in App Stores zum Download bereitstehen.
Im Gegensatz zu TikTok wird die zensierte und in der kommunistischen Volksrepublik verfügbare chinesische Plattform-Version “Douyin” weiter verfügbar bleiben.

Was bedeutet das neue Sicherheitsgesetz in Hongkong?

Das neue Gesetz gewährt der Hongkonger Polizei weitreichende Durchsuchungs- und Überwachungsvollmachten. So braucht die Polizei künftig keinen Durchsuchungsbefehl, wenn sie von einer “akuten” Bedrohung der nationalen Sicherheit ausgeht. Die übergeordnete Kontrolle polizeilicher Massnahmen durch Gerichte wurde somit weitgehend abgeschafft. Weiter hat der Hongkonger Polizeichef fortan die Vollmacht, Informationen aus dem Internet entfernen zu lassen, wenn er darin eine Gefährdung der nationalen Sicherheit sieht. Unter anderem sieht das Gesetz vor, dass Anbieter von Internetdiensten auf Anfrage der Regierung  “Identifikationsnachweise oder Hilfe bei der Entschlüsselung zur Verfügung stellen” müssen. Dienste von Unternehmen, welche eine Kooperation ablehnen, könnten wie auch heute schon in der Volksrepublik China, fortan geblockt werden.

Fazit

TikTok wird zwar nach wie vor vom chinesischen Internetriesen ByteDance betrieben, speichert aber, gemäss eigenen Angaben, alle seine Daten auf Servern in den USA. Dass TikTok nun aus eigenen Stücken seinen Dienst in Hongkong nicht mehr anbieten will, scheint ein weiterer Schritt in Richtung “internationaler Durchbruch”. Bereits zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, Zensurgesuche oder Bitten um Nutzerdaten der chinesischen Regierung nicht Folge zu leisten. Der Rückzug aus Hongkong – eine weitere Distanzierung vom Heimatmarkt – ist somit eine konsequente Entscheidung.

Quelle: https://www.reuters.com/article/us-tiktok-hong-kong-exclusive-idUSKBN2480AD

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