09.09.2020 Facebook

AFBMC Summer Edition 2020: Wir blicken zurück

Die #AFBMC – AllFacebook Marketing Conference findet zweimal im Jahr (in München und in Berlin) statt und hat sich in den vergangenen Jahren als eine der wichtigen Social Media Marketing Konferenzen in Deutschland etabliert. Am 01. September 2020 wurde diese als Summer Edition durchgeführt. Wir waren vor Ort und haben die einzelnen Talks zusammen gefasst.

Michaela Gahbauer
30 Min. Lesezeit
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Nach der virtuellen Ausgabe vom März wurde die AllFacebook Marketing Conference in Form einer Summer Edition am 1. September 2020 in München sowie online durchgeführt. Das Publikum konnte zwischen 20 verschiedenen Speakern, die auf 2 Bühnen aufgeteilt wurden, wählen. Thomas Hutter sprach zum 21. Mal an der AllFacebook und gab erstmals Einblicke in die Welt von LinkedIn.

AFBMC Summer Edition

Mit den Worten “es fühlt sich alles noch so bisschen komisch an, aber wir sind eigentlich ganz happy, dass wir endlich mal wieder on stage sein können” wurde die 21. AFBMC am 1. September 2020 von den beiden Organisatoren Philipp Roth und Jens Wiese feierlich eröffnet. Schätzungsweise haben ca. 250-300 interessierte Personen den Speaks vor Ort gelauscht und drei Mal so viele waren virtuell am heimischen Bildschirm mit dabei. In München herrschte ein umfangreiches und vorbildliches Schutzkonzept mit Maskenpflicht, 1.5m Abstand, Handdesinfektionsmittel, Check-In an den Tischen via QR-Code, Last in -> First Out, Belüftungskonzept etc.

Generell wurden in den einzelnen Talks spannende Insights, Cases, Tipps und Ticks zu diversen Themen wie Social Advertising, Community Management, Content Creation, B2B, Analytics, Storytelling, Video Content, Influencer und Social Commerce präsentiert. Den einen oder anderen Hack gab es als Draufgabe für die interessierten Zuschauer. Einige von unserem Team haben an der AFBMC in München vor Ort teilgenommen und die wichtigsten Learnings in diesem Recap zusammengefasst.

 
AFBMC Summer Edition (Quelle: AFBMC München)

AFBMC Summer Edition (Quelle: AFBMC München)


AFBMC 

  1. Love Social – Social Love. Eine Liebeserklärung an Social Media, die Diversität und das Leben.
  2. 15+ Möglichkeiten mit deiner Facebook-Gruppe Geld zu verdienen
  3. Instagram & TikTok 2020
  4. “Alexa, wo kann ich heute kontaktlos mit Freunden shoppen?” – wie Voice das Marketing verändert
  5. TikTok for Humanity: Das Rote Kreuz für Generation Z
  6. Onlinemarketing on the edge – 100.000 Euro Bussgeld für ein Cookie?
  7. WhatsApp 2020!? Das Messenger Marketing Update – Was ihr 2020/21 umsetzen könnt.
  8. Geheimzutat Social Media: Das Erfolgsrezept von Sternekoche Alexander Kunz
  9. Das Influencer-o-Meter: Wie gut ist ein Influencer und warum?
  10. Biotech-Unternehmen QIAGEN: Die Corona-Krise in Social Media meistern
  11. Shop, Shoppen, Instagram Shopping: Was ist State of the Art und was kommt noch?
  12. Experimente mit dem Algorithmus – so kriegt man Reichweite auf LinkedIn
  13. Facebook, IG und TikTok Live mit zwei und mehr Kameras
  14. Discovery – Commerce: Wie schaffen Unternehmen mit Facebook Apps ein nahtloses Shopping-Erlebnis?
  15. Visual Storytelling – was schauen, sehen und liken wir in den nächsten Jahren?

1. Love Social – Social Love. Eine Liebeserklärung an Social Media, die Diversität und das Leben.

Der erste Talk, Schmetterlinge im Bauch, viel Freude über den Auftritt und eben viel Social Love. Robert Seeger, selbsternannter Professor für starke Inhalte, testete die Zuschauer anfangs mit einem kleinen Liebestest. Mut? Respekt? Clever? Das sind die Zutaten von Social Media. MySpace war Roberts erste Liebe, der Ort wo er viele Netzwerke bilden konnte. Doch Social Media steht auch vor einigen Hindernissen. Zeitverschwendung, Gefahr, ständig neuer Algorithmus und der neue Tummelplatz für SFS «Spam – Fake – Scheisse». Unsere Mission ist dabei, genau diese Hindernisse zu vermeiden – SFS muss gestoppt werden!

(Quelle: AFBMC München, Robert Seeger)

SFS (Quelle: AFBMC München, Robert Seeger)

Für Robert ist Social Media:

  • Diversität und Freude: Social Media ist vielfältig, vielleicht viel mehr als man denkt.
  • Divers und jung: Die Plattformen profitieren von den jungen Anwendern.
  • Länge entscheidet: Schafft man es Menschen mit spannenden Dingen eine lange, gute Zeit zu bereiten?

Noch eine spannende Abkürzung von Robert ist GZ SZ = Gute Zeiten sind Sales Zeiten. Leicht zu merken und ein weiterer Bestandteil von Social Love.

Interessante Beispiele zeigten ausserdem, wie man beispielsweise 8,6M Views mit Putz-Werbung generieren kann. Fans sind dabei nicht der ausschlaggebende Faktor, sondern Empfehlungen. Statistiken sind laut Robert der Schatz und müssen genutzt werden, um Content stetig zu optimieren.

Weitere Inputs von Robert:

  • Filter, Giphy und Sticker sind einfache Methoden, um Menschen zur Interaktion zu bewegen.
  • Humor auf LinkedIn? Klar, wenn der Content für die Anwender nachvollziehbar ist.
  • Mit dem Tool Photofeeler, können Bilder auf ihre Wirkung getestet werden.
  • 3D Story Telling auf TikTok funktioniert so: Daumenstopper, Durchblicker, Dranbleiber. «Folgt mir» ist dabei der Treiber, um Personen auf sein Profil zu leiten.
  • Der Tipp des Tages für Pinterest: Es gibt einen Rankingfaktor, welcher das Bild und die Bildbeschreibung miteinander abgleicht.
  • Twitch kann im richtigen Einsatz Begeisterung bei den Anwendern auslösen.

Fazit

Ganz nach dem Titel «Love Social», wurde der erste Talk des Tages mit viel Begeisterung eröffnet. Robert brachte von Beginn an gute Laune mit auf die Bühne und teilte seine Freude über die Eröffnung mit allen Zuschauern. Der motivierende Vortrag untermauerte die Keywords Mut, Verstand und Respekt für das Marketing und führte so in die Arbeitswelt vieler Teilnehmer ein. Robert gab in seinem Talk die Mission mit: Wir sind verantwortlich, dass Social Media Marketing mutig, respektvoll, mit Verstand konzipiert ist und Begeisterung auslöst. Und für alle, die nicht bis zum Schluss geschaut haben: Seine trendigen Schuhe nennt man «Woody».  (zurück)  

(Ein Recap von Lena Eberhardt)


2. 15+ Möglichkeiten mit deiner Facebook-Gruppe Geld zu verdienen

Jakob Strehlow zeigte in seiner Präsentation zahlreiche Möglichkeiten zur Monetarisierung von Facebook Gruppen. Beispielsweise kann das eigene Unternehmen bzw. dessen Produkte in Gruppen beworben werden oder Anzeigenplätze mittels fixiertem Posts in der Gruppe verkauft werden. Ausserdem ist es ratsam, einen eigenen How-To-Guide oder E-Book zu erstellen und diese dann zu verkaufen. Gerade als Leadmagnet oder bezahlt funktionieren diese Möglichkeit laut Aussagen von Jakob sehr gut.

Vor Kurzem hat Facebook kostenpflichtige Online Events in Deutschland gelauncht, die sich ebenfalls gut zur Monetarisierung eignen, da Tickets direkt über Facebook verkauft werden können.

Kostenpflichtige Online Events (Quelle: AFBMC München, Jakob Strehlow)

Kostenpflichtige Online Events (Quelle: AFBMC München, Jakob Strehlow)

Darüber hinaus erwähnte der Speaker, dass Chatbots für zusätzliche Verkäufe in Gruppen verwendet werden können. Beispielsweise kann bei einem Willkommensposting in der Gruppe ein Link gepostet werden, der in den Chatbot führt und die Personen an Hand der Customer Journey entlangführt. Wie ein solcher Chatbot erstellt wird und was es dabei zu beachten gilt, wird in unserem Seminar “Messenger Marketing & Chatbots” aufgezeigt.

Weitere Monetarisierungsmöglichkeiten, die Jakob kurz erläuterte

  • Verbinde die Gruppe mit einem für die Gruppe relevanten Online-Business
  • Verbinde die Gruppe mit einem Online Business Verzeichnis
  • Verkaufe SWAG (z.B relevante Merchandise Artikel wie T-Shirts, Becher, Aufkleber etc.)
  • Generiere Provisionen durch Affiliate Links 
  • Berechne Gebühren für das Sponsern von Unternehmen in der Gruppe
  • Organisiere gesponserte Interviews
  • Verlange Gebühren von Mitgliedern von Abonnements
  • Versende einen Newsletter mit Werbeanzeigen
  • Verdiene Geld als Community/Group Manager
  • Werde als Influencer für Post-Klicks bezahlt
  • Nutze eine “Spendendose”

Fazit

Jakob hat sehr viele interessante Möglichkeiten aufgezeigt wie mit Gruppen Geld verdient werden kann. Allerdings war die Darstellung teilweise sehr oberflächig und ein Deep-Dive wäre an der einen oder anderen Stelle wünschenswert gewesen. Da wir allgemein das Thema “Facebook-Gruppen” sehr interessant finden, haben wir mit Jakob ausführlich in unserem Podcast darüber gesprochen. (zurück)

(Ein Recap von Michaela Gahbauer)


3. Instagram & TikTok 2020

Ein lebendiger Talk, Instagram Funktionen hier und da, TikTok sowieso und ein paar Hacks für coolen Content. Daniel Zoll überzeugte mit seinem Vortrag ganz im schnelllebigen Stil. Er berichtete rückblickend über die vielen Funktionen, welche Instagram in der letzten Zeit gelauncht hatte und zählte diese nacheinander in einem unschlagbaren Tempo auf. Kleiner Tipp am Rande: Laut Daniel sind übrigens Facefilter schon wieder total out – «die Zeit ist vorbei». Man sollte diese nur noch einsetzen, wenn sie aktuell sind und die Leute beschäftigen können. Livestreams sind dafür der grosse Hit. Die Geheimzutat ist die Vorbereitung – ohne sie geht es nicht. TikTok bietet hierfür ein riesiges Potenzial. Nicht das letzte Mal an diesem Tag hörte man «Macht euch ready for shopping». Die Funktion IGTV ist ebenso ein Muss.

Livestream Skills (Quelle: AFBMC München, Daniel Zoll)

Er löste ausserdem die Frage: Reals oder TikTok? «Leute sind dumm, die sich diese Frage stellen.» Das ist als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Daniel erklärte ganz klar, dass Instagram Reels nur eine Funktion einer Plattform ist, TikTok jedoch ein ganzes soziales Netzwerk für kreative Videos.

Professionelle Videos können auch mit dem Handy produziert werden. Deshalb wollte Daniel den Talk auch «Schneiden wie ein zwölfjähriges Mädchen» nennen. Er präsentierte an einem Praxisbeispiel die Funktion des Tools «CAPCUT», mit welchem man kreative Videos mit Splitscreen erstellen kann. Aussergewöhnlicher Content mit wenigen Klicks und kaum Aufwand.

Fazit

Power pur und viele Tipps und Tricks rund um Instagram und TikTok 2020. Nun sind alle auf dem neusten Stand, wenn es um den Einsatz der vielen Funktionen von Instagram geht. Auf welchen Zug muss aufgesprungen werden und welchen lässt man lieber an sich vorbeifahren. Das Tool «CAPCUT» wurde bereits im Team der Hutter Consult AG fleissig installiert, damit Videos gedreht und auf TikTok veröffentlicht werden. Daniel schaffte es, die Zuschauer mit viel Humor und Authentizität auf eine kurze Reise durch Instagram & Co. mitzunehmen. Ganz nach seiner Devise: «Nutzt Chancen und den Zeitpunkt!».  (zurück)

(Ein Recap von Lena Eberhardt)


4. “Alexa, wo kann ich heute kontaktlos mit Freunden shoppen?” – wie Voice das Marketing verändert

Weiter ging es im Programm mit einem kleinen Exkurs Richtung Voice Marketing von Britta Heer. Laut der Speakerin wird die menschliche Stimme das dominante Interface in der neuen Ära des Marketings werden. Bereits jetzt ist eine grosse Bandbreite an Devices verfügbar, wo die Stimme verbaut ist, z.B. smarte Lautsprecher,  Wearables, TV, Sprachassistenten im Auto etc. Die Dialoge beschränken sich aber noch auf einfache Konversationen bzw. auf Wissensfragen. Obwohl heute bereits in jedem vierten Haushalt ein smarter Lautsprecher steht, ist Voice in vielen Unternehmen noch nicht so richtig angekommen. Laut der Speakerin herrscht somit noch eine grosse Lücke zwischen einerseits der Verbreitung von Voice Skills bzw. Geräten und andererseits der Bereitschaft der Unternehmen, die Konsumenten abzuholen. 

Die Frage “Alexa, wo kann ich kontaktlos mit Freunden shoppen gehen” wird wohl noch länger nicht beantwortet werden, da die Unternehmen laut Britta zu wenig aktiv sind und die Devices noch zu dumm. 

Was sollen Marketingverantwortliche nun tun?

  • Höre zu und verstehe was in Zukunft anders sein wird, wenn die Stimme das dominante Interface ist
  • Lerne wie Google funktionieren wird, wenn Menschen sprechen und nicht mehr tippen (Optimierung auf Sätze anstelle von Schlagwörtern)
  • Lerne wie Alexa denkt
  • Gib der Marke eine Stimme – nutze den Dialog jetzt schon und baue neue Content Strategien auf

Zusammengefasst geht es darum, kurzfristig das Thema Voice nicht zu ignorieren, sondern ums Zuhören, Experimentieren und Aufräumen von Produktnamen bzw. Marken. Mittelfristig soll ein Rebranding sowie das Entwickeln einer voicebasierten Content Strategie erfolgen. Langfristig gilt es neue Kommunikationswege für Kunden zu finden, da die Touchpoints anders sind und deshalb müssen laut Britta bereits heute die Weichen gestellt werden, um jeder Marke eine Stimme zu geben.

Voice Marketing (Quelle: AFBMC München, Britta Heer)

Voice Marketing (Quelle: AFBMC München, Britta Heer)

Fazit

Britta hat in ihrem Vortrag das Publikum ermutigt, bereits heute erste Erfahrungen mit Voice Marketing zu sammeln. Anhand von konkreten Cases wurde veranschaulicht, wie die Kommunikationsziele von anderen Unternehmen bereits erreicht werden konnten. (zurück)

(Ein Recap von Michaela Gahbauer)


5. TikTok for Humanity: Das Rote Kreuz für Generation Z

Julia Hold und Annemarie Andre schilderten während ihres Talks, wie es ihnen spontan gelungen ist, ihren “daily content” – ein Notarzt-Wagen und einen Helikopter – mit Hilfe eines Ballermann-Hits auf TikTok durch die Decke gehen zu lassen. Während die Damen erzählen, merkt man vor allem eins: Der direkte Dialog mit ihren Zielgruppen liegt ihnen wirklich am Herzen. Seit geraumer Zeit läuft es besonders in der Jugendkommunikation gemäss den Speakerinnen verbesserungswürdig. Dank TikTok konnten sie dieses Problem nun beheben.

Als NGO verfolgen sie in ihrer Kommunikationsstrategie unter anderem zwei grosse Ziele: Fundraising und Wissenstransfer. Aufklärung durch Wissenstransfer soll vor allem bei den jüngeren Zielgruppen dazu führen, diese im späteren Verlauf ihres Lebens zu Gönnern konvertieren zu lassen. Wie aber soll gemessen werden, ob der publizierte Inhalt bei den Jugendlichen wirklich ankommt? Interaktion!
Was sie auf Facebook und Instagram nicht geschafft haben, ist ihnen auf TikTok gelungen: Ein Dialog. Mit ihren Videos treffen Hold und Andre den Nagel auf den Kopf. Die Videos sind kurz, simpel, unterhaltsam und transferieren einen Mehrwert. Wer sich die Videos anschaut, hat keinen Grund an den Aussagen der Speakerinnen zu zweifeln. Sie haben sich der Plattform angepasst: Gefilmt wird mit dem Smartphone, spontan und authentisch, das Wording entspricht dem der Zielgruppe.    

Vereinfachung des Contents (Quelle: AFBMC München, Annemarie Andre und Julia Hold)

Vereinfachung des Contents (Quelle: AFBMC München, Annemarie Andre und Julia Hold)

FAZIT

Dem Talk der beiden Speakerinnen zu lauschen war #goodnews pur. Obwohl es ihnen aus meiner Perspektive nicht gelungen ist, “angewandtes” Wissen zu vermitteln, war es umso erfreulicher zu hören, wie schnell es selbst für Traditionsinstitutionen möglich ist, sich auf einer neuen Plattform zurecht zu finden und zielgruppengerecht zu kommunizieren. Ein perfekter Case für alle Werbetreibenden, um dem Chef oder beratungsresistenten Kunden zu beweisen, dass Content für jede Plattform unabhängig aufbereitet werden muss.  (zurück)

(Ein Recap von Stephanie Hillig)


6. Onlinemarketing on the edge – 100.000 Euro Bussgeld für ein Cookie?

Werbetreibende mit dem Thema Datenschutz ködern und anschliessend bei Laune halten? Für Dr. Thomas Schwenke kein Problem. Der Titel im Programm war catchy, der wahre Titel des Vortrags “EuGH: EU/US-Privacy Shield ist unwirksam – Was Werbetreibende jetzt wissen müssen” dann doch sehr trocken. Umso erfreulicher, dass Schwenke als Speaker die Fähigkeit besitzt, sein Fachgebiet für Normalsterbliche verständlich aufzubereiten.
Bei Schwenke trifft extrem viel Fachwissen, das man in Form eines Hintergrundberichts glücklicherweise hier nochmals nachlesen kann, auf Realität: Für jedes erörterte Problem präsentierte er einen Wimpernschlag später die Lösung in Form einer Empfehlung.   

Sehr vereinfacht zusammengefasst, erklärt das Urteil des EuGH den Grossteil des Datenverkehrs zwischen den USA und der EU für unwirksam. Das heisst, dass gemäss dieses Entscheids die meisten US-Dienstleister – somit auch Google, Facebook, Microsoft und Co. – nicht länger eingesetzt werden dürfen, wenn dabei Daten von EU-Bürgern in den USA verarbeitet werden. Selbstredend, dass solch ein Entscheid für Unsicherheit sorgt. Bis die Politik tätig wird, bleiben Werbetreibenden gemäss Schwenke folgende Optionen:

  • Falls möglich bei US-Anbietern auf EU-Server ausweichen
  • Keine US-Dienstleister einsetzen
  • Abwarten, nach Standardvertragsklauseln fragen und diese überprüfen
  • Wenn möglich Einwilligungen der Nutzer einholen
  • Verträge und Datenschutzerklärungen anpassen

Fazit 

Ein wichtiges, aber leider auch enorm kompliziertes Thema. Umso erfreulicher, dass der Speaker es geschafft hat, die wichtigsten Informationen für Werbetreibende verständlich darzulegen und zusätzlich auch noch umsetzbare Lösungen zu präsentieren. Für alle, die sich im Detail nochmals mit der Thematik auseinandersetzen möchten, empfehlen wir Schwenkes Blogbeitrag “Keine Angst vor US-Datentransfers ohne Privacy Shield – Muster, Ratschläge und Checkliste für Standardvertragsklauseln”. (zurück)

(Ein Recap von Stephanie Hillig)


7. WhatsApp 2020!? Das Messenger Marketing Update – Was ihr 2020/21 umsetzen könnt.

WhatsApp ist mehr als nur ein Kanal für Kundenservice. Matthias Mehner von MessengerPeople. Nach einem kurzen, theoretischen Teil zum aktuellen Stand von WhatsApp (Status WhatsApp Payment, Wie weiter mit WhatsApp Werbung, Alternativen zum WhatsApp-Newsletter) und den Einsatzmöglichkeiten vom sogenannten Conversational Marketing in der gesamten Customer Journey, zeigte Matthias auf unterhaltsame Art und Weise (und mit vielen Videos) auf, wie WhatsApp für effektive Kampagnen eingesetzt werden kann (bzw. eingesetzt wurde). Ob mit Automatisierung durch Chatbots oder mit der Unterstützung von umfassenden Personalressourcen zur Beantwortung von Nachrichten: Mit kreativen Ideen wird WhatsApp vom ursprünglich möglichen Push-Kanal zum Mittelpunkt der Pull-Kommunikation. Oder wie es Matthias predigt: Conversational Marketing hat zum Ziel, Freund & Helfer zu sein.

Ideensammlung für WhatsApp-Weihnachtsaktion (Quelle: AFBMC München, Matthias Mehner)

Ideensammlung für WhatsApp-Weihnachtsaktion (Quelle: AFBMC München, Matthias Mehner)

Fazit

Matthias hat mit einer gewohnt soliden Session bewiesen, dass WhatsApp mehr kann als nur Kundenservice. Die vorgestellten Use Cases waren sowohl unterhaltsam als auch sehr inspirierend. Auch wenn im WhatsApp-Umfeld noch wenig neue Features und Möglichkeiten präsentiert werden konnten: Mit praktischen Tipps für den Einsatz von WhatsApp im Weihnachtsgeschäft hat er – 115 Tage vor dem eigentlichen Ereignis – einen sauberen Abschluss gefunden und das Publikum mit Ideen für die eigene Nutzung von WhatsApp in die Mittagspause entlassen. (zurück)

(Ein Recap von Claude Sprenger)


8. Geheimzutat Social Media: Das Erfolgsrezept von Sternekoch Alexander Kunz

Corona – die Auswirkungen sind vielfältig, für Gastronomen enorm. Maximilian Kunz, Geschäftsleiter des Restaurants Kunz, stieg mit einer berührenden Einführung in das Geschehen ein. Nach Schliessung des Restaurants aufgrund der Corona-Verordnung, musste ein neuer Weg gefunden werden, Einnahmen durch den Verkauf von Essen zu generieren. Eine digitale Lösung musste her: Es entstand die Alexander Kunz Manufaktur mit einem Online Shop, wo regional gekochte Produkte gekauft werden können. Nachdem der erste Post geschaltet war, meldete sich Thorsten Bost, Geschäftsführer von ting, und unterstütze die Familie in Sachen Social Media:

Vom ersten Post bis zur Optimierung (Quelle: AFBMC München, Thorsten Bost)

Dabei wurde der erste Post in vielerlei Hinsicht optimiert:

Tipps zur Optimierung eines Posts (Quelle: AFBMC München, Thorsten Bost)

Das Ergebnis im Vergleich zum ersten Post zeigt 4x mehr Reichweite, 3x mehr Videoaufrufe, 5x mehr Linkklicks zum neuen Shop und einen Umsatz von 10.000€ in der ersten Woche.

Learnings:

  • Sich Zeit nehmen, um jedes einzelne Postingt zu optimieren.
  • Funnel nutzen, um Facebook Ads richtig einzusetzen, dadurch wird die Zielgruppe erweitert.
  • Wenn man Mehrwerte bietet und optimiert, lebt die organische Reichweite auf Facebook.
  • Gelebte authentische Kommunikation bringt loyale Kunden und deren Unterstützung.

Fazit

Wie man die ungewohnte Corona-Situation geschäftlich nutzen kann, bewies Maximilian und seine Familie mithilfe von Thorsten deutlich. Schön zu sehen, wie der richtige Einsatz von Social Media den Menschen in so einer Zeit Mitgefühl, Zustimmung und Unterstützung geben kann. Der bewegende Talk brachte für Marketer keine allzu neuen Erkenntnisse in Sachen Optimierung, zeigte aber die positiven Auswirkungen bei einer richtigen Umsetzung. (zurück)

(Ein Recap von Lena Eberhardt)


9. Das Influencer-o-Meter: Wie gut ist ein Influencer und warum?

Da wir wenig Berührungspunkte mit Influencern in unserem Daily Business haben, wurde auf diesen Vortrag verzichtet.

(zurück)


10. Biotech-Unternehmen QIAGEN: Die Corona-Krise in Social Media meistern

Martin Lesch von QIAGEN, Wojtek Misiewicz von Lingner.com und Nemo Tronnier von Social DNA gaben Einblicke darüber, welche Herausforderungen ein Biotech-Unternehmen während der Corona-Krise zu bewältigen hatte.

QIAGEN ist ein Biotechnologie-Unternehmen und stellt hauptsächlich Probenvorbereitung und Schnelltests her. Viele Unternehmen hatten während der Corona-Zeit das Problem, dass sie nichts verkaufen konnte, bei QIAGEN war genau das Gegenteil der Fall, da sie gar nicht mit der Produktion hinterher kamen. Mitte März wurden die Lieferschwierigkeiten von dem Unternehmen in den USA auf Twitter heiss diskutiert – es ging soweit, dass ein Open-Source von den Chemie-Baukästen gefordert wurde, damit die Tests auch in grossen Labors durchgeführt werden konnten.

In der Krise stellten sich drei Punkte als essentiell heraus, die dem Unternehmen geholfen haben, den Kommunikationsansturm zu bewältigen:

  • Hausaufgaben machen, wenn es ruhiger ist: Hier geht es darum komplexe Freigabeprozesse zu reduzieren, Guidelines und Styleguide für den Einsatz von Social Media bereitzustellen, Vereinfachung von Content-Produktion und Genehmigungsprozessen, Optimierung von Monitoring und Content Management, Bereitstellung von KPI Reporting Handbuch etc.
  • Beobachten, verstehen, lernen: Dank einer sehr genauen Analyse der Mentions (z.B. wir bekommen nicht mehr genug geliefert) konnte das Unternehmen die Bedürfnisse der Zielgruppe ableiten und in einer Matrix festhalten.
Zielgruppen Bedürfnis Matrix (Quelle: AFBMC München, QIAGEN)

Zielgruppen Bedürfnis Matrix (Quelle: AFBMC München, QIAGEN)

  • Aus der Defensive in die Offensive : Nach der Analyse stand die Entwicklung einer Messaging Matrix an der Tagesordnung, z.B. Labormitarbeiter in den Fokus rücken, Videoansprachen für Wissenschaftler, für alle anderen Zielgruppen Botschaften, die unter dem Motto #strongerTogether standen.

Fazit

Ein sehr spannender Vortrag, der aufgezeigt hat, wie wichtig Social Media für Biotech-Unternehmen in der Krise ist. Die Speaker verdeutlichten sehr schön, dass Unternehmen die ruhigen Zeiten nutzen sollen, um die eigenen Hausaufgaben zu erledigen und z.B. Prozesse optimieren etc. Leider wurden die Speaker von der Moderatorin unterbrochen, da sie das Time Management nicht so ganz im Griff hatten. (zurück)

(Ein Recap von Michaela Gahbauer)


11. Shop, Shoppen, Instagram Shopping: Was ist State of the Art und was kommt noch?

Daniel Levitan von Adslab zeigte in seinem Vortrag, welche Möglichkeiten Unternehmen bereits heute haben, um ihre Produkte direkt in der Instagram App zu präsentieren und gab einen Ausblick über die zukünftig zur Verfügung stehenden Funktionen von Instagram Shopping.

Was funktioniert bereits heute?

  • Shopping Tags: Ein Produkt kann im Feed oder in der Story markiert werden. Durch den Klick gelangt die Person auf die Produktdetailseite innerhalb von Instagram und erhält mehr Informationen zum jeweiligen Produkt.
  • Shopping Tabs: Diese Einkaufstasche erscheint, sobald einmal ein Produkt markiert wurde. Instagram testet gerade in den USA einen Shopping Tab direkt in der unteren Leiste für Nutzer (neben Lupe Symbol). Das Ziel soll eine Art von Shopping Explore-Bereich sein, der in verschiedenen Kategorien aufgeteilt wird.
  • Shops: Dieses Feature ermöglicht es Unternehmen, ihre Produkte auf allen Facebook Plattformen zu verkaufen. Die Produkte werden über den Commerce-Manager eingepflegt und verwaltet (Produkte als ausverkauft markieren etc.)
  • Collections: In diesen Shops von Facebook und Instagram gibt es die sogenannten Collections, die zum einen dazu dienen, den eigenen Shop in Kategorien zu gliedern, z.B. eine Collection zum Thema Blackfriday Sale und zum anderen auch für Storytelling genutzt werden können.
  • Product Detail Page: Auf dieser Seite landet die Person, sobald sie auf den Shopping Tag geklickt hat. Hier werden weitere Informationen zu einem Produkt angezeigt. Zukünftig werden in diesem Bereich auch jene Bilder präsentiert in denen Produkte getagt wurden. So können Interessierte sehen, wie das Produkt von anderen Personen verwendet wurde.
  • Shopping Ads: Grundsätzlich stehen die Werbeanzeigen für bestehende Feed-Posts oder Karussell-Posts zur Verfügung, in denen Produkte getagt wurden. Allerdings können bestehende Shopping-Posts mit Videos noch nicht ausgewählt werden. Ausserdem ist darauf zu achten, dass in einem Bild-Post nur 5 Produkte vertagt werden können und auf jeder Karussell-Kachel mindestens 1 Produkt vertagt werden muss. Die beworbenen Beiträge erscheinen dann im Feed oder im Explore-Feed, aber leider noch nicht in den Stories.
    Folie von Daniel Levitan (Quelle: AFBMC München)

    Verwendung von organischen Posts als Werbeanzeige (Quelle: AFBMC München, Daniel Levitan)

Mit welchen Features kann zukünftig gerechnet werden?

  • Produkt Launches: Es wird einen Sticker geben, mit denen Marken zukünftig ihre Produkt Launches in der Story und im Feed ankündigen können. Interessierte Shopper können sich dann den Launch als Erinnerung speichern und werden dann auf Instagram benachrichtigt, sobald der Verkauf gestartet ist. Einige Marken wie Adidas nutzen dieses Feature bereits in Amerika. 
  • Checkout on Instagram: In den USA ist das Einkaufen direkt in der App bereits verfügbar. Die Kunden können das Produkt direkt in der App kaufen, ohne die App jemals zu verlassen. Ein grosser Vorteil ist, dass es nur einen Warenkorb für alle Produkte gibt, die über Instagram gekauft werden. Beispielsweise Produkte von H&M, Adidas und Nike werden in einem Warenkorb zusammengefasst und Facebook leitet dann das Geld an die richtigen Händler weiter. Wenn die Ware verschickt wurde erfolgt eine Benachrichtigung über Instagram. Facebook testet derzeit die plattformübergreifende Benachrichtigung. Dies bedeutet, dass zukünftig die Benachrichtigung über WhatsApp ermöglicht werden soll. 

Folie von Daniel Levitan (Quelle: AFBMC München)

  • Shopping from Creators: Influencer können Produkte von Unternehmen in ihren eigenen Posts tagen und so direkt an das interessierte Publikum verkaufen. Konkret kann ein Influencer Produkte von Adidas markieren und diese können dann direkt beim Influencer gekauft werden ohne Instagram verlassen zu müssen.
  • Instagram Live: Unternehmen können 30 Produkte live präsentieren und anpinnen. Die Instagram User können diese dann direkt über Instagram erwerben.
  • Augmented Reality Posts: Durch AR Filter wird dargestellt wie das Produkt an einem selbst aussieht.

Fazit

Daniel Levitan hat sehr schön aufgezeigt, dass Facebook das Zentrum des E-Commerce Universums werden möchte. Instagram Shopping bietet bereits heute Unternehmen sehr viele Möglichkeiten, ihre Produkte direkt in Instagram zu präsentieren. Somit wird früher oder später vermutlich für Unternehmen mit wenigen Produkten kein eigener Shop auf der Website mehr nötig sein. Für den interessierten Zuhörer gab es in Daniels Vortrag auch noch den einen oder anderen interessanten Creative Ad Hack. Für alle jene Personen, die sich näher mit Instagram Shopping befassen möchten, empfehlen wir noch in unseren Podcast mit Daniel reinzuhören. (zurück)

(Ein Recap von Michaela Gahbauer)


12. Experimente mit dem Algorithmus – so kriegt man Reichweite auf LinkedIn

Der auf der AFBMC allseits bekannte Thomas Hutter, Geschäftsführer der Hutter Consult AG, sprach das erste Mal in seinem Talk über LinkedIn. Zu Beginn erzählte er von seiner sogenannten «Hass-Liebe» zu dem Businessnetzwerk und ist anschliessend direkt in das Thema der Qualitätsüberprüfung des LinkedIns Algorithmus eingestiegen.

Die Qualitätsüberprüfung des LinkedIn Algorithmus (Quelle: AFBMC München, Thomas Hutter)

Weiter führte Thomas durch die generellen LinkedIn Signale, welche den Algorithmus weiter bestimmen: Merkmale der Mitglieder, Interaktion mit dem Inhalt, kontextbezogene Merkmale und Mitglieder-Update-Merkmale. Auch die Verweildauer fliesst mit in die Qualität ein, indem LinkedIn diese in verschiedenen Messmodellen erfasst. «LinkedIn funktioniert wie Facebook!» sagt Thomas.

Auch auf LinkedIn gibt es gewisse Zutaten, mit welchen Reichweite generiert werden kann:

  • Aufmerksamkeit & Resonanzfähigkeit: Aufmerksamkeit generieren durch polarisieren und Themen ansprechen, welche resonanzfähig sind.
  • Emotionen: Wie Zustimmung, Mitgefühl, Empörung oder bestimmte Trigger Punkte.
  • Interaktion: Darunter zählen Likes, Kommentare, Shares.
  • Aktualität: Themen ansprechen, welche aktuell sind.

In seinem Talk konnte Thomas die Zuschauer mit seinem eigenen Versuchsobjekt zur Reichweite auf LinkedIn begeistern und den ein oder anderen zum schmunzeln bringen. Dabei ging es um eine von vielen Nachrichten in der Kaltakquise, welche ihn veranlasste, einen Beitrag dazu zu veröffentlichen. 

Versuchsobjekt (Quelle: AFBMC München, Thomas Hutter)

Auch wenn der Beitrag etwas provokant wirkt, bediente sich Thomas an allen Zutaten für eine grosse Reichweite. Und siehe da: Der Beitrag füllte sich mit Kommentaren von Leidensgenossen, Be-/Getroffenen im Sales Bereich, den Möchtegern Branchenspezialisten und der beliebten Rechtschreib-Polizei. Selbstverständlich lies er es sich nicht nehmen, die Zutat Interaktion zu nutzen und antwortete auf vielerlei Kommentare.

Die Resultate des Versuchsobjektes nach 4 Tagen:

  • 225.053 Impressionen
  • 710 Kommentare
  • 205 Nachrichten
  • 3’047 Reaktionen
  • 480 neue Follower
  • 235 neue Kontakte

Die Reichweitensteigerung konnte ebenfalls erfasst werden, wobei eine starke Abnahme ab Tag 4 zu sehen ist:

Reichweitenwachstum (Quelle: AFBMC München, Thomas Hutter)

Thomas persönliche Erkenntnisse aus seinem Versuchsobjekt:

  • Wenige Menschen hinterfragen ein Vorgehen
  • Negative Reaktionen primär von 2. und 3. Grad-Kontakten
  • Sehr wenige negative Reaktionen von 1. Grad-Kontakten
  • Mehrheitlich positive Reaktionen
  • Angriffe primär von Menschen mit wenig digitaler Kompetenz
  • Es gibt viele «Hutter»-Verteidiger
  • Eigene Reichweite konnte nachhaltig verbessert/gesteigert werden

Fazit

Thomas Hutter zeigte, welche Erkenntnisse durch Selbstexperimente gewonnen werden können. Viel Know-How in wenigen Minuten und das Geheimrezept für Reichweite auf LinkedIn. Vieles was man von Facebook eben schon kennt. Durch seine Tipps und das ausführliche Praxisbeispiel wurden alle Zuschauer motiviert, den LinkedIn Algorithmus richtig auf Tour zu bringen. Wer einen ausführlichen Bericht zu seinem Versuchsobjekt inklusive der Auswertung lesen möchte, findet diesen hier. (zurück)

(Ein Recap von Lena Eberhardt)


13. Facebook, IG und TikTok Live mit zwei und mehr Kameras

Leider konnte kein Mitarbeiter von uns diesen Vortrag mitverfolgen, da zeitgleich unser CEO Thomas Hutter die Bühne rockte.

(zurück)


14. Discovery – Commerce: Wie schaffen Unternehmen mit Facebook Apps ein nahtloses Shopping-Erlebnis?

Starke Policy Reise Vorschriften – ganz klar Facebook: Thore Ladicke, Product Marketing Manager bei Facebook, wurde für seinen Talk live für das Publikum per Kamera zugeschaltet. Das beliebte Shopping-Thema wurde mit einem geschichtlichen Rückblick eingeleitet – früher war Shopping ein personalisiertes Erlebnis. Aufgrund der neuen technischen Infrastruktur sind heutzutage neue Dinge für das E-Commerce möglich. Der Wunsch personalisiert im Internet einkaufen zu können, dringt immer weiter in die Köpfe der Menschen vor. Wer kennt es nicht: Gerade nach einem neuen Auto gesucht, erscheint eine Werbeanzeige von VW.

Doch auf was muss geachtet werden, damit die Erwartungen der Verbraucher bei Shopping erfüllt werden?

  • Entdeckung: 52% der online Markenentdeckung erfolgt in öffentlichen sozialen Feeds.
  • Schnelllebigkeit: Der durchschnittliche Anteil der E-Commerce Einkaufswagen in Europa beträgt 85%.
  • Personalisierung: 91% der Verbraucher sagen, dass sie eher bei Marken einkaufen, die Angebote und 1:1-Empfehlungen anbieten.
  • Sicherheit und Schutz: 65% der weltweiten Online-Käufer äußern sich besorgt über den Datenschutz.

Spannender Insight: In zehn Jahren hat sich der Umsatz von Interneteinkäufen um 13% erhöht. Global gesehen, hat sich der Umsatz des E-Commerce Marktes von 2019 bis 2020 um 33% erhöht.

Thore erklärte, dass Facebook nach dem Ansatz Discovery Commerce arbeitet: Das Produkt verbindet sich mit der richtigen Person im richtigen Zeitpunkt. Ausschlaggebend für Unternehmen, um Kunden proaktiv zu erreichen. Nur wie funktioniert nun dieses Discovery Commerce System? Personen hinterlassen ihre individuellen, personalisierten Informationen auf der Plattform und deren Apps. Facebook kann dadurch den Menschen weitere Inhalte bieten, die auf ihre Interessen und Bedürfnisse abzielen. Diese Inhalte werden von Facebook kombiniert anhand des Pixels und Conversion API, Apps und App Event API, In-Store offline Conversion API oder auch durch CRM Uploads. Das Machine Learning System hilft dabei, die Personen auch wirklich richtig zu erreichen. Kauft die Person ein Produkt, werden neue Daten erfasst, die wiederum dabei helfen, das System weiter zu schärfen.  

Hier ein paar Beispiele, wie Facebook das Bedürfnis von Shopping Features erkannt und umgesetzt hat:

  • Aus Kaufen/Verkaufen-Gruppen wurde der Marketplace entwickelt.
  • Um Produkte auf Bildern schneller zu finden, wurden Product Tags entwickelt.
  • Um bei Live Videos Produkte zu kaufen, wurde Live Shopping durch Product Tags ergänzt.

Was ist Facebook Shops eigentlich? Laut Thore ist es ein Digitales Schaufenster, in dem Unternehmen mit wenig Aufwand plattformübergreifend (über alle Apps hinweg) mit Kunden kommunizieren können. Viele Features davon werden erst noch ausgerollt und befindet sich noch in der Testphase:

  • Individuelle Gestaltung des Facebook Shops
  • Mehr Einblicke in Shop Insights (beliebte Produkte etc.)
  • Mehr Fläche für Aktionen, die relevant für die Kunden sein können
  • Produkte entdecken: Inhalte einfacher zugänglich machen (z.B. mit Tags)
  • Live Shopping
  • Ad für Shops: Kunden können damit direkt in den Facebook Shop geleitet werden
  • Shopping Custom Audience: Retargeting von Personen, die den Facebook Shop besucht und die Produkte in den Warenkorb gelegt oder gekauft haben
  • Shop Section in der Facebook App: Kuvertierte Inhalte aus Shops, Gruppen und dem Feed – ganz personalisiert und individuell. Ähnlich wie Instagram Explore

Facebook arbeitet ausserdem an der Integration des Messengers für Shops und Whatsapp. Dabei können Fragen zu Produkten gestellt oder auch Informationen zur Lieferung (mittels künstlicher Intelligenz) abgefragt werden.

Facebook Shops steckt noch in den Kinderschuhen. Shopping muss schneller und einfacher werden, daran arbeitet Facebook fortlaufend. Ziel ist es, dass Personen zukünftig nicht mehr die Plattform verlassen müssen, um Produkte einzukaufen.

Fazit

Der sympathische Talk von Thore gab den Zuschauern einen spannenden Einblick rund um Shopping auf Facebook. Für alle Werbetreibenden im E-Commerce Bereich dürfte dieser Talk viele Anregungen für das personalisierte Shopping Erlebnis für Kunden gegeben haben. Wir freuen uns jetzt schon auf die vielen neuen Funktionen, die Facebook aktuell launcht oder noch launchen wird. Wann die Features für die DACH-Region verfügbar sein werden, liess sich Thore nicht sehr leicht entlocken. Es heisst hier aber nicht abwarten, bis es soweit ist, sondern ausprobieren, Produkte hinterlegen, Posts & Product Tags verwenden, um eine Basis für Facebook Shops zu aufzubauen. (zurück)

(Ein Recap von Lena Eberhardt)


15. Visual Storytelling – was schauen, sehen und liken wir in den nächsten Jahren?

Svenja Walter, Digital Storyteller und Beraterin, hielt den letzten Talk des Tages über visual Storytelling, was es dabei zu beachten gilt und wie man das Ganze für sich als Unternehmen nutzen kann. Anders als manch anderer Werbetreibender, ist Svenja davon überzeugt, dass man auch organisch seinen Erfolg erreichen kann.  

Einer ihrer Kunden ist Kai Pflaume, mit welchem sie kreative GIFs entwickelt hat, mit denen er sich identifiziert und die er regelmässig im Einsatz hat:

GIFs von Kai Pflaume (Quelle: AFBMC München, Svenja Walter)

In einem weiteren Beispiel erzählte sie von ihrer Kundin Clarissa Käfer, Geschäftsführerin des Unternehmens Käfer, welche ihre Ladengeschäfte zu Corona Zeiten für mehr Kunden zugänglicher machen will. Mithilfe von sympathischen Social Clips, wurden Einblicke in den Laden aufgenommen und Produkte vorgestellt. Das wichtigste was man laut Svenja bei Social Clips wissen muss: Die Leute müssen in Videos gut aussehen.

Was sind also die Tipps und Tricks für Storytelling?

  • Nicht das Handy kippen, damit das Gesicht nicht verzerrt
  • Vertikal Filmen auf Augenhöhe
  • Unnütze Gegenstände aus der Bildfläche entfernen, die Kulisse aufräumen
  • Kleidungsstil des Sprechers sollte professionell wirken
  • Immer daran denken: Jede Person möchte im Film gut aussehen
  • Personen nicht von hinten filmen

Svenjas Devise lautet daher: Sehen – Kontrollieren – Erkennen.

Weiterhin setzt sie in ihren Storys auf Dramaturgie. Dabei nutzt sie die Heldenreise

Dramaturgie (Quelle: AFBMC München, Svenja Walter)

Dramaturgie (Quelle: AFBMC München, Svenja Walter)

Fazit

Svenja zeigte zum Abschluss hilfreiche Tipps und Tricks rund um Storytelling. Die anschaubaren Beispiele gaben Inputs zur eigenen Umsetzung und haben gezeigt, wie dadurch positive Reaktionen von Kunden gewonnen werden können. Sie regte ebenfalls die Zuschauer an, mutig zu sein und zu testen, da auch sie viele Dinge selbst durch ausprobieren gelernt hat. Ein kreativer Abschluss mit vielen prominenten Beispielen leitete in das abschliessende Indoor-Picknick ein. (zurück)

(Ein Recap von Lena Eberhardt)


Gesamtfazit der AFBMC Summer Edition

Die #AFBMC – All Facebook Marketing Conference findet zweimal im Jahr (in München und in Berlin) statt und hat sich in den vergangenen Jahren als eine der wichtigen Social Media Marketing Konferenzen in Deutschland etabliert. In diesem Jahr gab es das erste Mal aufgrund von COVID-19 ein Hybrid-Event, das es den Teilnehmern ermöglichte, die Konferenz vor Ort oder bequem daheim auf der Couch zu verfolgen. Nach einer Flut an digitalen Konferenzen, nutzten wir die Gelegenheit und waren sehr froh, dass die AFBMC endlich wieder vor Ort mit entsprechendem Sicherheitskonzept stattfinden konnte. Das Tragen von Masken und das Ein- und Auschecken sofern man sich nach Frischluft sehnte war etwas mühsam. Auch das Platzangebot im anderen Saal (nicht Hauptbühne) könnte zukünftig noch optimiert werden. Ein Wer­muts­trop­fen bei manchen Vorträgen war die doch schon fast übertriebene Eigendarstellung sowie die übermässige Darstellung von schlechten (Konkurrenz)beispielen. Es wäre toll, wenn ReferentInnen primär durch ihre Inhalte und weniger durch übertriebene Selbstdarstellung in Vorträgen punkten würden ;-). Trotz dieser kleinen Anmerkungen waren wir von der ersten Hybriden-AFBMC nach der Corona-Pause begeistert. Ein grosses Dankeschön gilt Philipp und Jens sowie dem gesamten Team, das für einen reibungslosen Ablauf sorgte. Nach dem bravourös gemeisterten Auftakt der ersten Hybrid-AFBMC stehen die beiden Gründer bereits in den Startlöchern für die am 12.10.2020 stattfindende Konferenz in Berlin. Wir freuen uns jetzt schon auf viele “Air hugs”! TIPP: Interessierte, die bei der nächsten #AFBMC Konferenz im Oktober diesen Jahres dabei sein wollen, können sich mit unserem Code “HUTTERAFBMC” einen 15% Rabatt auf die Tickets sichern!

 

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