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26.06.2019 Facebook Ads / Werbeanzeigen

Facebook: Mehr Transparenz für Werbung in sozialen Fragen, Wahlen und Politik

Facebook geht einen Schritt weiter im Bereich Transparenz in Anzeigenschaltungen mit dem Hintergrund, dass sie glauben, dass Transparenz im Laufe der Zeit zu mehr Rechenschaftspflicht und Verantwortung nicht nur bei Facebook, sondern bei allen Werbetreibenden führt.

Sarah Fehr-Edelmann
3 Min. Lesezeit
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Facebook geht einen Schritt weiter im Bereich “Transparenz in Anzeigenschaltungen”.  Nicht zuletzt, da sie die Auffassung haben, dass Transparenz im Laufe der Zeit zu mehr Rechenschaftspflicht und Verantwortung und zwar nicht nur bei Facebook, sondern bei allen Werbetreibenden führen wird.

Aus diesem Grund führt Facebook weiterhin Tools ein, mit denen mehr Informationen zu der Werbung von gewählten Amtsträgern und Organisationen angezeigt werden, welche die öffentliche Meinung beeinflussen. Gleichzeitig ist ihnen der weltweite Kampf gegen Einmischungen bei Wahlen aus dem Ausland sehr wichtig.

Gestern sind diese Transparenz-Tools für Werbetreibende, welche Anzeigen zu sozialen Themen, Wahlen oder zur Politik schalten möchten, weltweit ausgerollt worden. Eine vollständige Liste der Länder und Gebiete, in denen diese Tools jetzt verfügbar sind, sind hier zu finden. Dazu gehören auch die Schweiz und Liechtenstein.

Autorisierung erhalten

Im Rahmen des Autorisierungsprozesses für Werbetreibende muss die ID von Facebook bestätigt werden. Ausserdem muss angegeben werden, wer für die Anzeige verantwortlich ist. Die Person wird dann in der Anzeige selbst angezeigt. Zusammen mit Informationen, wie Umfang der Ausgaben und Impressionen sowie demografischen Angaben darüber, wer die Anzeige gesehen hat, werden die Anzeige und der Disclaimer für “Bezahlt von”  sieben Jahre lang in der Anzeigenbibliothek hinterlegt.

Der Autorisierungsprozess ändert sich nicht in den Ländern und bei Personen, bei denen bereits zuvor die Autorisierung durchgeführt wurde. Sie muss dann auch nicht nochmal neu beantragt werden.

Werbetreibende zur Rechenschaft ziehen

Wahlen finden auf der ganzen Welt statt und einige werden mit sehr geringer Vorankündigung durchgeführt. Facebook ist deshalb bestrebt darin, Genehmigungen und Haftungsausschlüsse/Disclaimers für soziale Fragen, Wahlwerbung oder politische Werbung zu verlangen.

Bis vor Kurzem waren Autorisierungen bereits schon in über 50 Ländern und Gebieten notwendig, um diese Disclaimers bei solchen Anzeigen hinzuzufügen. Nun beginnt auch die aktive Durchsetzung in Länder, bei denen Wahlen oder Regulationen bevorstehen – beginnend mit der Ukraine, Singapur, Kanada und Argentinien. Die Anzeigen werden nun in der Ukraine und in Kanada durch eine Kombination aus automatisierter und menschlicher Überprüfung systematisch erkannt und überprüft. Singapur und Argentinien folgen in den nächsten Monaten. Es ist zudem geplant, den Ad Library Report in beiden Ländern einzuführen, sobald die Durchsetzung erfolgt ist. Mit dem Ad Library Report können aggregierte Ausgabendaten von Werbetreibenden und Regionen nachverfolgt und heruntergeladen werden. In allen anderen Ländern, die in dieser Ankündigung nicht aufgeführt sind, wird Facebook derzeit keine möglichen soziale Probleme, Wahl- oder politische Anzeigen proaktiv erkennen oder darauf reagieren können. Facebook appelliert deshalb nachdrücklich an Werbetreibende in diesen Ländern, die entsprechenden Disclaimer hinzuzufügen, insbesondere in dem sich schnell entwickelnden regulatorischen Umfeld.

In jedem Fall ist es Sache des Werbetreibenden, die geltenden Wahl- oder Werbegesetze und -bestimmungen in den Ländern einzuhalten, in denen Anzeigen geschaltet werden sollen. Wenn Facebook auf eine Anzeige aufmerksam gemacht wird, die gegen ein Gesetz verstösst, wird diese so schnell wie möglich entfernt. Mit diesen Instrumenten sind nun auch Aufsichtsbehörden besser in der Lage, zu überlegen wie Wahlen mit vernünftigen Vorschriften geschützt werden können.

Erweiterung der Anzeigenbibliotheks-API

Facebook ist sich darüber im Klaren, dass sie die Schritte nicht alleine umsetzen können. Aus diesem Grund rollen sie den Zugriff auf die Anzeigenbibliotheks-API weltweit aus, damit Aufsichtsbehörden, Journalisten, Überwachungsinstanzen und andere Personen Anzeigen zu sozialen Themen, Wahlen oder Politik analysieren und somit Werbekunden und Facebook zur Verantwortung gezogen werden können. Seit der Erweiterung des Zugriffs im März wurde die API verbessert, so dass Nutzer problemlos auf Anzeigen aus einem bestimmten Land zugreifen und bestimmte Werbetreibende analysieren können. Facebook arbeitet zudem daran, den programmgesteuerten Zugriff auf Anzeigenbilder, Videos und Anzeigen zu vereinfachen.

Weiterhin strebt Facebook an mit Regierungen, zivilen Organisationen und Wahlbehörden zusammenzuarbeiten, um die Integrität von Wahlen weltweit besser zu schützen.

Fazit

Dass Facebook einen weiteren Schritt in die Transparenz-Offensive geht, ist eine wichtige Wegweisung für Werbung im digitalen Umfeld. Vor allem im hoch sensiblen Umfeld von Politik und Wahlen, geht Facebook mit einem vorbildlichen Schritt voraus. Viele Länder, die zur Europäischen Union gehören, fehlen zwar noch, wir gehen jedoch davon aus, dass diese noch zeitnah integriert werden. Wenn man nach Ländern sucht, die in Bezug auf Wahlmanipulationen bekannt sind, wird man feststellen, dass noch viele Länder fehlen. Es bleibt also spannend, wann zum Beispiel die USA, Russland oder Indien aufgenommen werden.

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