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15.05.2019 Facebook Sicherheit & Privatssphäre

Facebook: Transparenz total – neues Tool zum Verwalten von Off-Facebook-Aktivitäten

In den kommenden Monaten wird Facebook ein neues Tool zur Verfügung stellen, bei welchem sich sämtliche Tracking-Aktivitäten ausserhalb von Facebook einsehen und verwalten lassen.

Thomas Hutter
3 Min. Lesezeit
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In den kommenden Monaten wird Facebook ein neues Tool zur Verfügung stellen, bei welchem sich sämtliche Tracking-Aktivitäten ausserhalb von Facebook einsehen und verwalten lassen. Mark Zuckerberg hat dieses Feature bereits letztes Jahr vorgestellt. Erklärtes Ziel ist es, dass Menschen, die Facebook nutzen, mehr Transparenz und Datenkontrolle über Apps und Webseiten erhalten, die Daten mit Facebook teilen. Die Kontrolle umfasst eine Liste von Apps und Webseiten, welche via Facebook Pixel, SDK und API Daten sammeln und an Facebook zur Verfügung stellen.

Wichtige Punkte für Unternehmen, welche Werbetools von Facebook nutzen

Gemäss dem Business Blog Beitrag von Facebook sind dabei folgende Punkte für Unternehmen, die die Werbetools von Facebook nutzen, wichtig:

  1. Menschen Transparenz und Kontrolle zu geben, wirkt sich positiv auf Unternehmen aus.
    Wenn Menschen darüber informiert werden, wie ihre Informationen verwendet werden, verbessert sich auch ihre Wahrnehmung von Werbeanzeigen und den Unternehmen, mit denen sie online interagieren. Dank Werbeanzeigen kann Facebook die Dienste Facebook, Instagram, Messenger und WhatsApp für alle Nutzer kostenfrei anbieten. Das Gleiche gilt für viele andere Online-Services. Es ist wichtig zu verstehen, dass Werbung und der Schutz von personenbezogenen Daten kein Widerspruch sind – beides ist möglich. Facebook hofft, dass es Unternehmen aus der gesamten Branche gelingt, gemeinsam die Praktiken zu entwickeln, die für die Menschen am besten sind.
  2. Wir zeigen Nutzern, wie Werbetreibende unsere Tools einsetzen.
    Ein wichtiger Bestandteil dieser Funktion ist es, den Menschen zu zeigen, wie Werbetreibende die Business-Tools von Facebook nutzen. Facebook arbeitet hart daran, diese Transparenz auf der Plattform bereitzustellen. Facebook ist im Austausch mit anderen Unternehmen, um zu erfahren, welche Herangehensweisen sie wählen, um den Menschen ein besseres Verständnis für die geteilten Daten und den Mehrwert dieses Teilens zu ermöglichen. Facebook möchte Unternehmen ermutigen, darüber nachzudenken, wie sie ihre Kunden über ihre Marketingpraktiken informieren können.
  3. Die neue Funktion kann Auswirkungen auf das Targeting haben.
    Wenn jemand seine Aktivitäten ausserhalb von Facebook aus seinem Verlauf entfernt, verwendet Facebook diese Daten nicht fürs Targeting. Das bedeutet, dass die über Business-Tools von Facebook bereitgestellten Targeting-Optionen, wie beispielsweise das Facebook-Pixel, nicht eingesetzt werden können, um diese Person mit Werbeanzeigen zu erreichen. Das gilt auch für Custom Audiences, die aus Besuchern von Websites oder Apps erstellt wurden. Unternehmen sollten dies bei der Entwicklung von Strategien für entsprechende Kampagnenarten ab der zweiten Jahreshälfte berücksichtigen.
  4. Messungen bleiben davon unberührt.
    Bei der Entwicklung der Mess- und Analyse-Tools von Facebook wurde rundum sorgsam auf den Schutz der persönlichen Identität geachtet. Personenbezogene Daten wie Namen oder Telefonnummern werden in den Tools von Facebook zur Messung und Berichterstellung niemals weitergegeben. Und Facebook geht davon aus, dass die Messmethoden unverändert funktionieren, nachdem die neue Funktion verfügbar gemacht wurde. Facebook wird auch weiterhin präzise Messungen bereitstellen können, damit Unternehmen einen klaren Einblick erhalten, wie lohnenswert ihre Investition bei Facebook ist. Gleichzeitig berücksichtigt Facebook aber die Entscheidung der Nutzer, wie sie ihre Aktivitäten ausserhalb von Facebook kontrollieren möchten.

Fazit

Facebook macht einen wichtigen und massiven Schritt in die richtige Richtung zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer. Facebook war in der Vergangenheit von diversen Datenskandalen betroffen und reagiert somit vollumfänglich auf die Forderung nach mehr Privatsphäre und Datenkontrolle. Gleichzeitig erhöht Facebook mit dieser beispiellosen Transparenz- und Kontrolloffensive den Druck auf andere Werbenetzwerke. Es ist zu erwarten, dass andere grosse Spieler im Werbemarkt wie beispielsweise Google und Amazon nachziehen werden. In wie weit die vielen kleineren und oft seitenübergreifenden Display-Werbenetzwerke von Verlagen mit ihren aus Sicht des Datenschutzes teilweise doch sehr fraglichen Datensammlungspraktiken nachziehen können (und wollen), ist unklar, wäre aber aus Sicht des Nutzers wahrhaft zu hoffen.

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  1. Thomas, Sie geben viele gute Ratschläge.Danke!

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