30.09.2022 HR / Recruiting / Employer Branding / Talent Solutions

LinkedIn: 4 Schritte zu einem erfolgreichen virtuellen Recruiting

Die Welt der Personalbeschaffung verändert sich, so auch der Recruitingprozess. Nicht nur Remote Work stellt dabei einer Herausforderung dar, die eines Umdenkens bedarf. Im Folgenden wird auf Herausforderungen und Möglichkeiten eingegangen, die einen erfolgreichen Recruitingprozess unterstützen können.

Esther Kokabi
4 Min. Lesezeit
1 Kommentar

Obwohl Remote Work aktueller denn je ist, ist sie in Wirklichkeit schon seit Jahren auf dem Vormarsch. Viele innovative, mitarbeiterorientierte Unternehmen haben die Möglichkeit von Remote Work als Mittel zur Förderung der Work-Life-Balance und zur Gewinnung von Top-Talenten schon lange vor der Pandemie genutzt, die die jüngste Ära der virtuellen Arbeit einläutete.

Auch wenn Mitarbeitende in viele Unternehmen wieder persönlich anwesend sind, wird Remote Work immer beliebter. Einem kürzlich erschienenen Bericht von Joblist zufolge würden 45 % der Befragten ihren Arbeitsplatz aufgeben, wenn sie wieder ganztägig vor Ort arbeiten müssten.

Unternehmen und Organisationen auf der ganzen Welt haben erkannt, dass sie, um wettbewerbsfähig zu bleiben, mehr Wert auf die Rekrutierung und Pflege virtueller Arbeitskräfte legen müssen.

Was bedeutet das für Personalvermittler?

«Die richtigen Talente einzustellen, ist der wichtigste Schlüssel für Wachstum …Einstellen war – und ist noch immer – der wichtigste Job, den Sie haben». Marc Benioff

Die Nachfrage nach Remote Arbeitsplätzen bringt sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich. Wie können über eine Reihe von E-Mails und Videokonferenzen persönliche Beziehungen zu den Bewerbenden aufgebaut werden? Wie kann die Unternehmenskultur gepflegt werden, wenn die Mitarbeitenden nicht mehr am selben Ort arbeiten?  Andererseits erschliesst sich durch Remote Work der Zugang zu einem grösseren Pool potenzieller Bewerbenden, da der Standort kein Hindernis mehr für die Einstellung darstellt.

Es muss sich darauf eingestellt werden, ganz gleich, ob als erfahrener Headhunter oder ob das Thema Recruiting Neuland ist. Anbei vier hilfreiche Tipps, wie Recruiting online gestaltet werden kann.

1. In die Lage der Kandidaten versetzen

Wo verbringen die virtuellen Bewerber ihre Zeit?

Früher reichte es aus, einfach eine Stellenanzeige aufzugeben oder einen Stapel Lebensläufe zu durchforsten. Heute braucht es mehr. Schliesslich ist das Ziel des Recruitings nicht nur die Einstellung eines guten Teammitglieds, sondern eines Spitzentalents, das das Unternehmen aufwertet und einen Mehrwert schafft.

Der beste Weg, diesen Mitarbeitenden zu finden, ist, sie dort zu suchen, wo sie ihre Zeit verbringen. Das können bestimmte Stellenbörsen sein, aber vor allem auch Social-Media-Plattformen wie LinkedIn, Twitter und sogar Reddit. Sich dort zu präsentieren kann von Vorteil sein, da die ideale Zielgruppe vielleicht nicht aktiv auf Stellensuche ist.

2. Die Recherchen der Mitbewerbenden nutzen

Mitbewerbende haben wahrscheinlich bereits recherchiert. Darauf zu achten, wo diese ihre Stellenanzeigen schalten, welche Zielgruppe angesprochen wird und sogar welche Formulierungen verwendet werden, spart Aufwand. Werden Begriffe wie «Home-Office», «Remote Work» oder «Mobile-Office» ausgelobt oder wird sich mit flexibler Zeiteinteilung gerühmt? Von der Art und Weise, wie sich Ihre Konkurrenz präsentiert, kann eine Menge gelernt werden.

Das Ziel ist nicht, zu kopieren, sondern die Informationen zu nutzen, um den Dingen eine eigene Note zu verleihen und KandidatInnen anzuziehen, die vielleicht sonst übersehen worden wären.

3. Bewertungen neu auswerten

Doch einiges bleibt gleich, wie die Ermittlung der grundlegenden Fähigkeiten, die nach wie vor von entscheidender Bedeutung sind. Auch sollte weiterhin die Fähigkeit eines Bewerbenden zur Problemlösung, zum kritischen Denken und zur Eigeninitiative geprüft werden.

Bestimmte Aspekte der Bewertung werden wichtiger, insbesondere die Festlegung von Erwartungen. Dazu ist es von entscheidender Bedeutung, sich ein umfassendes Bild davon zu machen, wie der Bewerbende Erfolg definiert, welche Erwartungen an remote-freundliche Soft Skills vorherrschen, welche Art und Häufigkeit der Kommunikation erforderlich ist usw.

Die Zeit, die sich genommen wird, um den Bewertungsprozess des Unternehmens kennenzulernen und zu definieren, ist eine direkte Investition auf dem Weg, die richtige Person auf Anhieb zu finden.

4. Das (virtuelle) Onboarding

Onboarding ist ein oft übersehener und unterschätzter Prozess. Wenn davon ausgegangen wird, dass der Onboarding-Prozess mit der Unterzeichnung der Papiere abgeschlossen ist, kann es dazu kommen, dass sich die Mitarbeitenden verloren und verwirrt fühlen und ihren Platz im Unternehmen nicht kennen. Ein ordnungsgemässes Onboarding ist vor allem für Mitarbeitende wichtig, welche remote arbeiten.

Ein starkes Onboarding-Programm hilft, sich vom ersten Tag an als wertvoller Teil des Teams zu fühlen, unabhängig vom Standort. Es bedarf eines zeitlichen Aufwands aller Beteiligten, welcher sich jedoch auszahlt.

Dafür ist es entscheidend, dass die Personalverantwortlichen wie auch Führungskräfte den Einführungsprozess bewerten und verbessern. So kann sichergestellt werden, dass die notwendigen Instrumente verfügbar sind, was den neuen Mitarbeitenden hilft, sich in der neuen Rolle zurechtzufinden. Dies fördert die Zufriedenheit und beschleunigt den Erfolg.

Fazit

New Work stellt den Recruiting- und Onboarding-Prozess vor neue Herausforderungen.  Es ist eine gute Gelegenheit, die Herangehensweise an das Recruiting und Onboarding zu überdenken und neu auszurichten. Nur so können die Chancen genutzt werden, die sich bieten. Die oben genannten Tipps können dabei helfen, die richtige Stelle mit der richtigen Zielgruppe zu matchen. Doch ist auch der Blick über den Tellerrand hinaus nötig, um neue Wege und Möglichkeiten zu erschliessen. Dabei dürfen gerade durch die räumliche Trennung Skills wie Kommunikation und Empathie nicht unterschätzt werden.

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  1. sven@mitarbeitercampus.de' Sven Nawrath sagt:

    “Onboarding ist ein oft übersehener und unterschätzter Prozess.”, leider ja.
    Schön, dass ihr das in diesem Artikel noch mal aufgreift.
    Das schlimmste Onboarding, dass du machen kannst, ist kein Onboarding zu machen.
    Wenn es Onboardings gibt, ist es meist schlecht strukturiert. Das sorgt leider schon für Frust am ersten Arbeitstag…

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