24.04.2020 LinkedIn

LinkedIn: Skill Assessments im Test

LinkedIn erweitert laufend die grösste Business Plattform mit verschiedenen Features. Auch im Bereich des Personalmanagements baut LinkedIn sich immer weiter aus. Kein Wunder, wenn wöchentlich 25 Millionen Mitglieder auf der Plattform sind, die einen neuen Job suchen. Mit der Skill Assessments Funktion hat der Rekrutierungsprozess auf LinkedIn ein weiteres Feature erhalten, um den passenden Kandidaten zu finden.

Belinda Weibel
5 Min. Lesezeit
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LinkedIn ist in erster Linie eine Plattform für Personen, die einen Job suchen sowie für Unternehmen, welche eine Vakanz zu besetzen haben. Laut LinkedIn sind nicht nur 25 Millionen Personen wöchentlich auf der Plattform unterwegs, die einen Job suchen, sondern auch 9 von 10 LinkedIn Mitgliedern sind an neuen Job-Möglichkeiten interessiert. Zudem wird sogar alle 8 Sekunden ein Mitglied über die Plattform rekrutiert und eingestellt. Somit ist klar, dass LinkedIn sich auch im Bereich des Personalmanagements stark macht und laufend neue Funktionen implementiert. Im Profilbereich Kenntnisse und Fähigkeiten gibt es nicht nur noch die Möglichkeit, Kenntnisse von anderen Mitgliedern bestätigen zu lassen, sondern auch direkt durch LinkedIn selbst.

Skill Assessments

In einem LinkedIn Profil können verschiedenen Bereiche hinzugefügt werden, wie etwa der Werdegang sowie Aus- und Weiterbildungen. Auch Kenntnisse und Fähigkeiten können ausgewählt und im eigenen Profil veröffentlicht werden. Durch diese Funktion wird es anderen Mitgliedern ermöglicht, die Stärken einer Person zu erkennen und zugleich passende Karrierechancen zu finden. Insgesamt können 50 Kenntnisse und Fähigkeiten zu einem Profil hinzugefügt werden.

Die einzelnen Kenntnisse und Fähigkeiten können auch von anderen LinkedIn Mitgliedern bestätigt werden. Durch eine Bestätigung erhalten die ausgewählten Kenntnisse mehr Gewicht und das Vertrauen wird gestärkt. Neben den Bestätigungen, welche erhalten oder auch erteilt werden können, gibt es die Möglichkeit verschiedenen Tests von LinkedIn zu den Kenntnissen und Fähigkeiten zu absolvieren. Das LinkedIn Profil erhält dadurch mehr Aussagekraft und untermauert die Fachkompetenzen. Dies ist auch für Recruiter von Vorteil, wenn ein LinkedIn Mitglied sich erstens die Zeit dafür genommen hat und zweitens den Test auch noch bestanden hat. So kann es den HR-Verantwortlichen leichter fallen, die richtige Person für ihr Unternehmen zu kontaktieren. Die sogenannten Skill Assessments sind somit eine Erweiterung, um die Hard Skills durch LinkedIn zu bewerten und bestätigen zu lassen.

Skill Assessments heute

Zurzeit ist LinkedIn am Testen und Bewerten der Skill Assessments, weshalb sich die Funktion immer mal wieder abändern kann. Ebenfalls ist die Funktion nur in Englisch durchführbar und muss nicht zwingend für jedes LinkedIn Mitglied zugänglich sein. Im Moment sind die Tests noch sehr spezifisch und hauptsächlich auf technische, allgemeine und Design Fähigkeiten beschränkt.

Beispiele für technische Fähigkeiten sind verschiedenste Programmiersprachen wie Java, JavaScript, HTML, C++, etc. Die allgemeinen unternehmerischen Fähigkeiten, die zurzeit verfügbar sind, sind beispielsweise Adobe Acrobat, MS-Office und Quickbooks. Die Tests für die Design Fähigkeiten sind unter anderem Adobe Photoshop, After Effects und Final Cut Pro.

LinkedIn arbeitet daran, dass mehr Tests zur Verfügung gestellt und beispielsweise auch Sprachen sowie weitere Kenntnisse und Fähigkeiten getestet werden können. Die Skill Assessments befinden sich momentan unter dem Profilbereich “Kenntnisse und Fähigkeiten”.  Achtung: LinkedIn teilte mit, dass es zu Änderungen im Profilbereich kommen kann.

Platzierung der Funktion Skill Assessment im Profilbereich (Quelle: LinkedIn)

Platzierung der Funktion Skill Assessment im Profilbereich (Quelle: LinkedIn)

Die Wegleitung zum Kenntnis-Badge

Der Ablauf der jeweiligen Evaluierungen ist sehr gut geführt und lässt keine Fragen offen.

  • Durch Klicken auf den Button “Am Test teilnehmen” öffnet sich die Übersicht der zur Auswahl stehenden Skill Assessments. Hier wird der gewünschte Test ausgewählt.
Informationsübersicht zum Test (Quelle: LinkedIn)

Informationsübersicht zum Test (Quelle: LinkedIn)

  • Um den Test zu starten muss im nächsten Fenster unten rechts auf “Loslegen” geklickt werden.
Beispielaufgabe JavaScript (Quelle: LinkedIn)

Beispielaufgabe JavaScript (Quelle: LinkedIn)

  • Der Test muss in der vorgegebenen Zeit absolviert und mehr als 70% der Fragen müssen korrekt beantwortet werden.
Übersicht bestandener Test (Quelle: LinkedIn)

Übersicht bestandener Test (Quelle: LinkedIn)

  • Wurde der Test erfolgreich bestanden, kann ein Badge zum Profil hinzugefügt werden. Falls die bestandene Fähigkeit noch nicht im Profilbereich hinterlegt wurde, muss dies zuerst durch das Klicken auf «Kenntnis hinzufügen» gemacht werden. Die Bestätigung kann aber auch gelöscht werden, falls diese nicht mit dem LinkedIn Profil verbunden werden soll.
Auswahl Badge für das LinkedIn Profil (Quelle: LinkedIn)

Auswahl Badge für das LinkedIn Profil (Quelle: LinkedIn)

  • Wurde die Kenntnis dem Profil zugefügt, kann nun ausgewählt werden, ob der Badge im Profil angezeigt werden soll oder nicht.

Allgemeine Informationen zum Test

  • Durchschnittlich müssen 15-20 Multiple-Choice-Fragen beantwortet werden. Für jede Frage hat man 1 Minute 30 Sekunden Zeit. Nach Ablauf der 1.5 Minuten gilt diese Frage als falsch beantwortet.
  • Damit der Test als bestanden zählt, müssen mindestens 70% der Fragen korrekt beantwortet werden.
  • Wurde der Test nicht bestanden, wird das Ergebnis auch nicht auf LinkedIn publiziert. Auch wenn ein Test absolviert wurde, muss bestätigt werden, dass er im Profil angezeigt wird. Wenn ein Test bestanden und dem Profil hinzugefügt wurde, erscheint ein Symbol hinter dieser Fähigkeit, für welche der Test absolviert wurde.
  • Ein Test kann nach 3 Monaten wiederholt werden.
  • Wird ein Skill Assessment aus dem Profil wieder gelöscht, kann dieser nicht wiederhergestellt werden.
  • Es gibt für jeden Test einen barrierefreien Modus. Das heisst, wenn ein Mitglied mit einer nachgewiesenen Behinderung mehr Zeit für die Beantwortung benötigt, kann dieser Modus aktiviert werden. Ansonsten muss der Test in der vorgegebenen Zeit absolviert werden.
  • Die Tests können via Desktop und auf dem Mobile durchgeführt werden. LinkedIn empfiehlt aber, die Assessments besser am Desktop zu absolvieren.

Wer steckt hinter diesen Tests?

Die Kenntnis-Evaluierungen werden von Fachexperten und von Führungskräften des LinkedIn Learning-Bereichs entwickelt. Diese Spezialisten haben laut LinkedIn umfangreiche Erfahrungen in der Generierung von Prüfungs- und Zertifizierungsinhalten. Durch dauernde Verbesserungsmassnahmen werden die Tests und deren Durchführung kontinuierlich aktualisiert. Peer-Reviewer geben dazu regelmässig Feedback, damit die Inhalte verbessert werden können.

Welcher Mehrwert entsteht mit einem Skill-Badge? 

Auf LinkedIn sind immer mehr Mitglieder vertreten und auch hier kann sich im Bereich der Rekrutierung ein Konkurrenzkampf abbilden. Ganz klar ist, dass mit einem Profil, welches bereits mehrere Empfehlungen und bestätigte Kenntnisse hat, diese Assessments nicht zwingend notwendig sind. Sofern aber Empfehlungen und bestätigte Kenntnisse vorhanden sind, können diese Tests im direkten Vergleich zu Kandidaten einen Mehrwert bieten, die keine LinkedIn-Zertifizierung für Fähigkeiten besitzen. Eine Fähigkeit mit Badge ist aber immer von Vorteil, denn es zeigt auch, dass dieses Mitglied sich die Zeit genommen hat, um die Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Fazit

Die Skill-Assessments sind immer noch in der Entwicklungsphase und noch nicht für alle Berufsbereiche einsetzbar. Zudem muss man die englische Sprache sehr gut beherrschen, um die Tests überhaupt durchführen zu können. An sich ist diese Funktion ein Mehrwert für die Aufwertung eines LinkedIn-Profils und auch für die Personalverantwortlichen, die qualifizierte Kandidaten mit passenden Skills suchen. Es bleibt spannend, wie LinkedIn die Profilbereiche weiter optimiert, die somit für den Rekrutierungsprozess immer mehr von Nutzen sind.

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