18.05.2020 Oculus

Facebook: Der Börsengang und was sich seither verändert hat

Heute vor 8 Jahren ging Facebook begleitet von einem grossen Medienecho an die Börse. Grund genug, die Entwicklung dieses Milliardenkonzerns einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Elias Giesinger
4 Min. Lesezeit
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Seit dem IPO im Jahre 2012 hat Facebook ein enormes Wachstum hingelegt. Neben vielen neuen Funktionen vergrösserte Facebook seinen Einfluss, insbesondere durch die Akquisition anderer grosser Tech-Unternehmen. Welche das sind und wie Facebook einen solch rasanten Aufstieg hinlegen konnte, gibt es im Folgenden zu erfahren.

Gründung und Wachstum

Anfang 2004, genauer gesagt am 4. Februar 2004, wurde Facebook durch Mark Zuckerberg und einige seiner Mitbewohner während ihres Harvard-Studiums gegründet. Dies sollte der Startschuss für eines der erfolgreichsten Unternehmen überhaupt sein. Anfänglich noch unter dem Namen «Facemash» (später: «Thefacebook») war Facebook vorerst ein «privates» Netzwerk, ehe es dann 2006 für jeden zugänglich wurde. In den kommenden Jahren wuchs Facebook stetig, integrierte neue Funktionen und gewann an Einfluss.

Börsengang

Am 18. Mai 2012 war es dann soweit: Facebook ging an die Börse. Was einer der glorreichsten IPOs überhaupt hätte werden sollen, wurde zu einem regelrechten Desaster. Zum einen stürzte der Kurs nach dem Börsengang massiv ab. Zum anderen aber war der IPO auch von mehreren Skandalen, teils mit rechtlichen Konsequenzen, begleitet.

Kauf von Instagram und Whatsapp

Im Jahr 2012 folgte als zweiter Meilenstein (nebst dem Börsengang) der Kauf von Instagram durch Facebook. Der Online-Fotodienst hatte damals gerade einmal 30 Millionen Nutzer und noch keinen Gewinn generiert. Dennoch sah Facebook Instagram – aus heutiger Sicht zurecht – als potenziellen Konkurrenten und kaufte diesen daher auf.
Instagram blieb jedoch nicht der einzige Mitbewerber, welchen Facebook aus strategischen Gründen aufkaufte. Neben weiteren, weniger bekannten Firmen ist der Messengerdienst Whatsapp ein prominentes Beispiel. Facebook kaufte ihn Anfang 2014 für nicht weniger als 19 Milliarden US-Dollar. Und das, obwohl auch Whatsapp bis dann noch keinen relevanten Gewinn generiert hatte. Werbemöglichkeiten bietet der Messenger bis heute nicht, jedoch hat sein Kauf den Stellenwert und die Omnipräsenz von Facebook weiter erhöht. Auch auf Daten von Whatsapp-Usern dürfte Facebook nun einen gewissen Zugriff haben, dies gibt der Konzern nur ungern zu.

Kauf von Oculus

Einen weiteren Milliardenkauf tätigte Facebook im Jahre 2014 mit dem Erwerb des VR-Brillen-Herstellers Oculus. Facebook soll für das amerikanische Unternehmen über zwei Milliarden Dollar bezahlt haben. Im Gegensatz zu anderen Akquisitionen (z.B. derjenigen von Instagram) überraschte der Kauf von Oculus viele Beobachter. Das Unternehmen ist nicht nur relativ weit vom Facebooks Kerngeschäft entfernt, Facebook wagte sich damit erstmals ins “Hardware-Business” vor.

Facebook heute

Facebook hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und kann eindrückliche Zahlen vorweisen. Über alle zum Konzert gehörenden Plattformen (Facebook, Instagram, Whatsapp etc.) hat Facebook heute (Stand Januar 2020) fast 3 Milliarden aktive Nutzer, wovon 2.36 Milliarden mindestens einmal täglich aktiv sind. Die Plattform Facebook selbst zählt monatlich 2.6 Milliarden aktive Nutzer. 48’000 Mitarbeiter sorgen weltweit dafür, dass die verschiedenen Platformen reibungslos laufen. Auch die Anzahl Nachrichten und Videoaufrufe, welche stetig zunimmt, ist nicht zu vernachlässigen. Finanziell läuft es bei dem Techgiganten ebenfalls rund: Im ersten Quartal 2020 resultierte ein Nettogewinn von 4.9 Milliarden US-Dollar. Weitere aktuelle Zahlen zu Facebook gibt’s in diesem Blogartikel.

Negative Schlagzeilen

Der eindrücklichen Entwicklung zum Trotz hatte Facebook in den vergangenen Jahren auch immer wieder mit negativen Schlagzeilen zu kämpfen. Speziell im Zusammenhang mit dem Thema Datenschutz gerieten Mark Zuckerberg und sein Unternehmen vermehrt in die Schlagzeilen. Spezielle Beachtung fand hier 2018 der «Skandal» rund um die Beeinflussung des Präsidentschaftswahlkampfs sowie die missbräuchliche Verwendung der Daten von 87 Millionen Facebook Nutzern durch Cambridge Analytica.

Inhaltliche Veränderungen

Inhaltlich hat sich Facebook seit dem Börsengang einem grossen Wandel unterzogen. Viele Funktionen sind seither dazugekommen, einige wurden auch wieder entfernt. Während einige Veränderungen im Laufe der Zeit von grösserer Bedeutung waren, gibt es fast täglich kleinere Neuerungen beim sozialen Netzwerk. Dies geht von der Einführung des Like-Buttons im Jahre 2010, über die Einführung von Karussell Ads im Jahre 2014/15 bis hin zum vor wenigen Wochen dazugekommenen Care Reaction-Emoji. Natürlich sind in den letzten Jahren viele neue Platzierungen, Ad-Formate und diverse andere Neuerungen dazugekommen. Im Folgenden zeigt eine Liste die bedeutenden inhaltlichen Neuerungen seit dem IPO 2012. Wichtig: Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, enthält aber einige wichtige Eckpunkte.

2012

  • Verknüpfung mit Instagram
  • Einführung von Custom Audiences für Werbetreibende

2013

  • Einführung von Lookalike Audiences für Werbetreibende
  • CPA
  • Auto Play bei Videos

2014

  • Launch des Facebook Insights Tools
  • Einführung der Karussell Ads
  • Einführung des Business Managers
  • Kreierung des Audience Networks

2015

  • Produktekatalog
  • Launch des Facebook Pixels
  • Lead Ads
  • Instagram Ads
  • Facebook Instant Articles
  • Video Calling
  • Live-Funktion
  • 360-Grad-Videos und -Fotos

2016

  • Facebook Instant Articles: Öffnung für Publisher weltweit

2017

  • Facebook Workplace
  • Facebook Marketplace 

2018

  • Umfassende Datenschutzanpassungen aufgrund der DSGVO
  • Veröffentlichung von Oculus Go
  • Einführung der AR Ads

2019

  • Neues Facebook-Design
  • Facebook Newsabteilung im Testlauf

2020

Entwicklung des Börsenkurses

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Fazit

Die Entwicklung von Facebook ist einmalig. Speziell nach dem Börsengang 2012 konnte das Unternehmen ein starkes Wachstum hinlegen und seinen Einfluss, auch dank der strategisch sehr intelligenten Akquisition von Instagram, Whatsapp und Oculus stark vergrössern.

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