17.08.2021 Instagram

Instagram: Besserer Schutz vor Hatespeech auf der Plattform

Vergangene Woche hat Instagram neue Funktionen angekündigt, um die eigene Community besser vor missbräuchlichem Verhalten auf der Plattform zu schützen. Zukünftig sollen sich ungewollte Direct Messages oder Kommentare einschränken lassen.

Livia Mosberger
3 Min. Lesezeit
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Viele Personen werden diese Situation kennen: in den Instagram Direct Messages (DM) erhält man die Benachrichtigung, dass eine neue Nachrichtenanfrage eingetroffen ist. Bei der Prüfung stellt sich heraus, dass es sich nur um eine Spam-Anfrage eines unauthentischen Accounts handelt. Instagram hat hier endlich Handlungsbedarf erkannt und führt darum neue Möglichkeiten ein, um den eigenen Instagram-Account vor ungewollten Aktionen zu schützen. Konkret werden folgende neue Funktionen eingeführt:

  • Kommentare und Instagram DM-Anfragen lassen sich temporär einschränken.
  • Stärkere Warnungen, wenn Leute versuchen, potenziell beleidigende Kommentare zu posten.
  • Globale Einführung der Funktion «Hidden Words», mit der missbräuchliche DM-Anfragen herausgefiltert werden können.

Kommentare und Nachrichtenanfragen einschränken mit Limits

Um Menschen zu schützen, die einen Ansturm von missbräuchlichen Kommentaren und DMs erleben oder erwarten, führt Instagram neu Limits ein: eine Funktion, die einfach einzuschalten ist und automatisch Kommentare und DM-Anfragen von Personen ausblendet, die dem eigenen Account nicht folgen oder die erst kürzlich gefolgt sind.

Vor allem Creator oder Personen des öffentlichen Lebens erhalten manchmal sehr viele Nachrichtenanfragen auf einmal von Personen, die sie nicht kennen. Wenn auf einmal sehr viele negative Kommentare oder Nachrichten eintreffen, kann es für die Betroffenen schnell belastend werden. Mit der Möglichkeit, zeitweise Limits festzulegen, sollte dieses Problem für die Betroffenen minimiert werden. In seiner Mitteilung schreibt Facebook dazu:

«Unsere Untersuchungen zeigen, dass viele negative Äußerungen gegenüber Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens von Menschen stammen, die sie gar nicht oder erst seit kurzem verfolgen und die sich einfach im Moment auf sie stürzen. Das haben wir nach dem Finale der Fußball-Europameisterschaft 2020 gesehen, das zu einem erheblichen und inakzeptablen Anstieg rassistischer Beschimpfungen gegen Spieler führte.» – Adam Mosseri, Head of Instagram

Facebook hätte mit vielen Creators Kontakt gehabt und da auch erfahren, dass viele die Kommentare und Nachrichten nicht komplett abschalten wollen, da das nach wie vor ein wichtiges Kommunikationsmittel zu der eigenen Community ist. Mit den neuen Limits werden nur die Leute eingeschränkt, die einem Konto nur folgen oder den Kontoinhaber kontaktieren, um die dahinterstehende Person anzugreifen.

Limits sind ab sofort für alle Instagram-Accounts weltweit verfügbar. In den Privatsphäre-Einstellungen können diese ein- oder ausgeschaltet werden. Im nächsten Schritt möchte Facebook automatisch einen Anstieg der Kommentare und DM-Anfragen erkennen und einen Accountinhaber proaktiv auffordern, Limits zu aktivieren.

Die Funktion lässt sich in den Privatsphäre-Einstellungen des Instagram-Accounts festlegen.

Verschärfte Warnung bei belästigenden Kommentaren

Bereits seit Herbst 2020 weist Instagram Personen darauf hin, wenn ihr Kommentar beleidigend, anstössig oder verletzend ist. Wenn Personen mehrfach auf verletzende Kommentare aufmerksam gemacht wurden, wurde jeweils eine verschärfte Warnung angezeigt. Die Funktion wurde jetzt noch weiter verschärft, sodass bereits beim ersten Hinweis die stärkere Warnung sichtbar ist. Diese verweist auf die Community Guidelines und stellt in Aussicht, dass der Kommentar gelöscht oder verborgen wird.

Hasskommentare werden verstärkt als solche erkannt und mit einem Hinweis an die kommentierende Person versehen. (Quelle: Facebook)

Einführung von «Hidden Words»

Um Personen vor beleidigenden oder unauthentischen DM-Anfragen zu schützen, führt Instagram die Funktion «Hidden Words» ein. Beleidigende Wörter, Phrasen oder Emojis werden automatisch in einen «versteckten Ordner» gefiltert, den man ansehen kann, aber nicht muss. Ausserdem werden DM-Anfragen herausgefiltert, bei denen die Wahrscheinlichkeit besteht, dass es sich um Spam oder minderwertige Nachrichten handelt. Die Funktion soll bis Ende August weltweit ausgerollt sein.

Fazit

Facebook gibt sein bestes, um beleidigende, rassistische, sexistische, homophobe oder anderweitig missbräuchliche Inhalte auf der Plattform zu löschen bzw. gegen diese vorzugehen. Es gibt noch viel zu tun, denn Spam und Hass ist auf Instagram (leider) immer noch allgegenwärtig. Die neusten Erweiterungen sind sehr zu begrüssen und werden auch nicht die letzten Massnahmen sein, die Instagram im Kampf gegen Hass im Netz unternimmt.

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