26.10.2021 Strategie

Marketing-Strategie: Facebook/Instagram Ads vs. Google Ads – Möglichkeiten in der Kurzübersicht

Die Entscheidung, ob ein Unternehmen Werbung auf Facebook und Instagram oder Google schalten soll, hängt von vielen Faktoren ab. Um das Beste für die Online-Werbepräsenz des Unternehmens herauszuholen, ist es wichtig, die einzelnen Plattformen zu kennen sowie die Vorteile, Nachteile und Unterschiede zwischen Facebook/Instagram Ads und Google Ads. Die Stärken der Werbenetzwerke ermöglichen es, unterschiedlichste Marketing-Ziele zu verfolgen – besonders wenn die Plattformen nahtlos zusammenarbeiten.

Dominik Braitsch
17 Min. Lesezeit
Keine Kommentare

Unternehmen, die ihre bezahlte Werbepräsenz online steigern möchten, kommen nicht an den zwei Giganten Google Ads und Facebook Ads (respektive Instagram Ads) vorbei. Die Entscheidung, auf welcher Werbeplattform das eigene Unternehmen Fuss fassen soll, fällt vielen anzugehenden Werbetreibenden schwer. Eine definitive Antwort gibt es dafür nicht. Im besten Fall ist es kein «Entweder-oder». Google Ads, Facebook Ads und Instagram Ads arbeiten jeweils mit ihren einzigartigen Vorteilen in einer umfassenden Omnichannel Marketingstrategie zusammen.

Wenn das Marketingbudget lediglich den Fokus auf eine Plattform zulässt, gibt es wichtige Faktoren, die bei der Wahl der Werbeplattform beachtet werden sollten. Es gibt also keine klare Antwort auf die Frage «Soll das Mediabudget in Google Ads oder Facebook Ads investiert werden?» Vielmehr muss hinterfragt werden:

  • Welche Advertising-Plattform passt am besten zum eigenen Unternehmen und Produkten?
  • Was ist das Ziel einer Werbekampagne?
  • Was für ein Budget steht zur Verfügung?
  • Welche Phase der Customer Journey wird angegangen?

Im folgenden Artikel wird ein Überblick über die wichtigsten Entscheidungsfaktoren bei der Wahl der Werbeplattform gegeben. Dabei werden die beiden Plattformen Google Ads und Facebook Ads inklusive Instagram Ads mit deren unterschiedlichen Vorteilen beschrieben und die Unterschiede erklärt.

Wie funktionieren Google Ads?

Die Suchmaschine Google ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Mit einem Marktanteil von über 90 % und über 70’000 Suchen pro Sekunde (September, 2021) ist es die grösste und wichtigste Suchmaschine online. Von allen Internetnutzern wird die Suchmaschine von über 91 % aktiv verwendet (September, 2021). Werbetreibende können dieses enorme Publikum gezielt mit Werbeanzeigen erreichen. Dafür bietet Google eines der grössten und beliebtesten Pay-per-Click Werbenetzwerke weltweit, nämlich die eigene Werbeplattform namens Google Ads (früher bekannt als Google AdWords).

Bei Google Ads werden mehrere verschiedene Arten von Werbeanzeigen unterschieden: Suchanzeigen, die auf den Suchergebnis-Seiten in der Google Suchmaschine erscheinen und Werbebanner-Anzeigen, die im Display-Netzwerk angezeigt werden. Erstere werden eingeblendet, wenn ein Kunde ein Keyword in die Suchleiste von Google tippt. Ober- und unterhalb der organischen Suchergebnisse sind die Suchanzeigen zu sehen, die von Werbetreibenden zu dem eingegebenen Suchbegriff geschaltet werden. Displayanzeigen hingegen erscheinen auf Partnerwebseiten von Google, dem sogenannten Display-Netzwerk. Dieses beinhaltet weltweit unzählige Webseiten und deckt etwa 90 % des gesamten Internets ab (September, 2021).

Besitzt der Werbetreibende einen Web-Shop, können auch Google Shoppinganzeigen eingesetzt werden, um Produkte direkt in den Suchergebnissen anzuzeigen. Hierbei kann ein dynamischer Feed eingesetzt werden, um alle gelisteten Produkte aus dem Web-Shop via Shopping-Anzeige auffindbar zu machen. Mit der Videoplattform YouTube bietet Google Ads eine weitere Plattform, um Werbeanzeigen zu platzieren. Hier können Videoanzeigen vor, in und nach Videos abgespielt werden.

Kosten & Abrechnung

Um Werbekampagnen auf Google Ads schalten zu können, muss eine Zahlungsmethode im Google Ads Werbekonto hinterlegt werden. Welche Zahlungsmethoden verfügbar sind, ist von Land und Währung abhängig. Für die Schweiz sind beispielsweise nur Zahlungen per Kreditkarte, Debitkarte oder Ersatzkreditkarten möglich.

Werbetreibende bestimmen selbst, wie viel Budget ausgegeben werden soll. In den Kampagnen kann ein durchschnittliches Tagesbudget oder ein Laufzeitbudget hinterlegt werden. Beim durchschnittlichen Tagesbudget optimiert Google selbst die Verwendung des Budgets und investiert das Budget, wenn die Wahrscheinlichkeit Klicks oder Conversions zu erreichen höher ist. So kann an manchen Tagen mehr wie das festgelegte durchschnittliche Tagesbudget ausgeben werden, an anderen Tagen weniger.

Bezahlt wird bei Google Ads, sobald ein Internetnutzer auf eine Anzeige eines Werbetreibenden klickt. Die Höhe des Betrages, die der Werbetreibende bereit ist für diesen Klick zu bezahlen, bestimmt dieser selbst. Ein sogenanntes Cost-per-Click-Gebot (CPC-Gebot) kann vom Unternehmen für jedes Keyword bestimmt werden. Die tatsächlichen Kosten für einen Klick sind jedoch nicht nur vom eigenen CPC-Gebot abhängig, sondern von den Geboten anderer Werbetreibender und dem Qualitätsfaktor der eigenen Werbeanzeige, der wiederum von zahlreichen Faktoren abhängt.

Vorteile von Google Ads

  • Die enorme Reichweite. Werbetreibende können auf alle für sie relevanten Keywords Anzeigen schalten und somit die schier endlose Zielgruppe erreichen.
  • Vor Mitbewerbern in den Suchergebnissen erscheinen. Wenn die eigene Website von der Zielgruppe nicht gefunden wird, sinkt die Chance der Verkäufe an potenziellen Kunden. Mit Google Suchanzeigen ist es möglich über den organischen Suchergebnissen zu erscheinen und somit gegeben falls auch vor den Mitbewerbern.
  • Lücken im SEO schliessen. Während der Aufbau einer entsprechenden organischen Sichtbarkeit in den Suchmaschinen ein langwieriger Prozess ist, der viele Faktoren berücksichtigt, kann mit Google Ads kurzfristig eine Kampagne gestartet werden, um die Zielgruppe zu erreichen.
  • Vollständige Kontrolle über die Kampagnensteuerung. Zu jedem Zeitpunkt kann der Werbetreibende die Ausspielung der Werbeanzeigen steuern. Das umfasst sowohl die Keywords und Anzeigentexte, aber auch den Zeitpunkt der Ausspielung. So ist es möglich, die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt zu erreichen und eine Conversion zu ermöglichen.
  • Die erneute Ansprache von potenziellen Kunden. Mit Remarketing-Listen und eigens erstellen Kampagnen können Interessenten und kaufbereite Zielgruppen mittels Retargeting wieder auf die eigene Website geführt werden. So können auch Websitebesucher und Warenkorbabbrecher erneut angesprochen und zum Kaufabschluss geführt werden.
  • Vollständige Messbarkeit und Skalierbarkeit. Alle Werbeaktivitäten über Google Ads können mit Google Analytics oder andren Analytics-Tools gemessen und analysiert werden. So kann zu jederzeit die Auswirkungen der eignen Werbemassnahmen nachverfolgt werden. Diese Daten können wiederum genutzt werden, um die Performance zu analysieren und mit gezielten Massnahmen die Leistung nach oben zu skalieren und zu optimieren.
  • Noch mehr Reichweite durch Machine-Learning. Google identifiziert die Gemeinsamkeiten der Personen, die sich in den erstellen Remarketing-Listen befinden und bündelt diese in neuen Listen, sogenannten «Similar Audiences» oder «Ähnliche Zielgruppen». Werbetreibende können so Konsumenten ansprechen, die den bisherigen Kunden oder Website-Besuchern sehr ähnlich sind und somit die Reichweite der eigenen Werbemassnahmen weiter erhöhen.

Wie funktionieren Facebook/Instagram Ads?

Facebook ist eine Social Media Plattform für Privatpersonen und verzeichnet mit über 2.8 Milliarden (Januar, 2021) monatlichen aktiven Mitgliedern die meiste Aktivität aller Social Media Netzwerke. Instagram stammt ebenfalls aus dem Hause Facebook und verzeichnet ebenfalls über 1.2 Milliarden (Januar, 2021) monatlich aktive Personen. Auch Unternehmen können ihren Auftritt auf Facebook und Instagram pflegen und somit mit den Menschen in Kontakt treten, Neuigkeiten teilen und Produkte bewerben. Mit der hauseigenen Werbeplattform, dem Facebook Ads Manager, können Werbekampagnen auf beiden Plattformen erstellt und verwaltet werden.

Unternehmen nutzen den Facebook Ads Manager, in dem sie Werbeanzeigen erstellen, die dann im Werbenetzwerk von Facebook und Instagram erscheinen. Dies umfasst sowohl die mobile Facebook App, Facebook im Browser, Instagram und das sogenannte Audience Network. Das sind Webseiten, Apps und Instant Articles, die zum Facebook Netzwerk gehören. Innerhalb dieser Plattformen gibt es wiederum zahlreiche Platzierungen, in denen die Werbeanzeigen des Unternehmens erscheinen. So kann die Anzeige beim Facebook Mitglied während des Scrollens im Newsfeed erscheinen, aber auch während Stories der Freunde angesehen werden. Viele weitere Platzierungen stehen dem Werbetreibenden zur Verfügung, beispielsweise der Facebook Markplatz, Video-Feeds, Instagram Shop, Instagram Explore und einige weitere. Zusätzlich können über den Facebook Ads Manager auch Anzeigen auf Instagram und im Messenger gebucht werden. Werbeanzeigen, die auf Facebook ausgespielt werden, zählen zur Paid Social Werbung.

Kosten & Abrechnung

Abgerechnet wird auf Facebook und Instagram auf unterschiedliche Arten. Wenn ein Facebook Ads Konto erstellt wird, muss eine Zahlungsmethode hinterlegt werden. Unterschieden wird zwischen automatischen und manuellen Zahlungen. Werbetreibende können ein Abrechnungslimit bestimmen. Wird dieser Betrag erreicht, rechnet Facebook automatisch ab. Bei der manuellen Zahlungsmethode wird dem Account Geld hinzugefügt, welches so lange genutzt wird, bis es aufgebraucht ist. Mögliche Zahlungsmittel bei beiden Methoden sind PayPal, Kreditkarte oder Lastschrifteinzug. Ab einem ausgegebenen Betrag von CHF 10’000 monatlich, kann auch via Rechnung abgerechnet werden.

Auch auf Facebook und Instagram kann das investierte Budget selbst bestimmt werden. In Kampagnen kann Tages- oder Laufzeitbudget eingestellt werden. Der Werbetreibende kann das Budget zu jederzeit nach unten oder oben anpassen. Ist das Budget aufgebraucht, werden keine Anzeigen mehr ausgeliefert. Bezahlt wird bei Facebook nur für den Klick, den das Ad erhält, oder die Impression, die durch die Anzeige generiert wird. Die Höhe des zu zahlenden Betrags basiert auf dem Facebook Auktionssystem, indem alle Anzeigen von Werbetreibenden gegeneinander antreten und auf Faktoren wie Gebot und Anzeigenrelevanz bewertet werden. Mehr zur Funktionsweise vom Facebook Auktionssystem gibt es in diesem Blogbeitrag zu lesen: Facebook Werbeanzeigen Auktionen.

Vorteile von Facebook Ads

  • Die Zielgruppen-Grösse. Auch Facebook mit seinen über 2.8 Milliarden (Januar, 2021) monatlich aktiven Mitgliedern und Instagram mit über 1.2 Milliarden (Januar, 2021) monatlich aktiven Mitgliedern, bieten ein enormes Potenzial zur Erreichung der gewünschten Zielgruppe. Dabei findet sich beinahe jede Demografie wieder. Ausserdem ist es möglich, die Werbeanzeigen neben Facebook und Instagram auch auf dem Messenger und im Audience Network auszuliefern, wodurch die potenzielle Reichweite erneut erhöht wird.
  • Die Zielgruppen Granularität. Personen auf Facebook und Instagram teilen nahezu jedes Detail ihres Lebens in den sozialen Netzwerken. In Facebook Posts und Instagram Kommentaren werden über persönliche Meilensteine, Berufswechsel, der eigenen Heirat, die Geburt des Kindes und vielem mehr im Netzwerk geteilt. Ausserdem wird tagtäglich Inhalt konsumiert und damit interagiert oder geteilt. Dies bietet Werbetreibenden eine immense Auswahl an Zielgruppenmerkmalen, um ein möglichst genaues und zielführendes Targeting zu erreichen.
  • Das Erreichen ähnlicher Zielgruppen mit Lookalike Audiences. Werbetreibende haben die Möglichkeit, unter Berücksichtigung der geltenden Datenschutzbestimmungen, Kundeninformationen aus der eigenen Datenbank hochzuladen und basierend auf den Informationen ähnliche Zielgruppen, wie die vorhandenen Kunden anzusprechen. Facebook filtert diese Kundendaten, vergleicht sie mit den eigenen Datenbanken und Third-Party Daten und findet somit statistische Zwillinge, die von Werbetreibenden mittels sogenannter Lookalike Audiences angesprochen werden.
  • Das Vorherrschen von visuellem Content. Anders als bei den Suchanzeigen von Google Ads, kommt es bei Facebook und Instagram Ads hauptsächlich auf den visuellen Content an, der in den Werbeanzeigen verwendet wird. Das Ziel ist, dass sich die Werbeanzeige nahtlos zwischen den Bildern und Videos im Newsfeed des Facebook-Mitglieds eingliedert. Werbetreibende haben hier endlose Möglichkeiten, die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu erlangen, mit statischem und Bewegtbild, mit emotionalen oder lustigen Inhalten und anderen kreativen Botschaften.
  • Kunden in jedem Schritt der Customer Journey erreichen. Die vielen unterschiedlichen Ziele, auf die Facebook/Instagram Ads Kampagnen ausgerichtet werden, ermöglichen die richtige Ansprache potenzieller Kunden in jeder Marketingstrategie. Befindet sich der Konsument im oberen Bereich des klassischen Marketing-Trichters, kann dieser mit einer Kampagne vom Typ Reichweite oder Brand Awareness auf das Unternehmen bzw. dessen Produkte aufmerksam gemacht werden. In der Consideration Phase stehen eine Vielzahl an Kampagnen-Typen zur Verfügung. Mittels Traffic Kampagnen können Personen effektiv auf den eigenen Webauftritt geleitet werden, während Engagement Kampagnen Reaktionen auf Facebook Beiträge als Ziel haben. Kampagnen können App Installs der eigenen Smartphone App, Videoviews auf hochgeladene Videos, neue Leads zu Dienstleistungen und Nachrichtenanfragen über den Messenger generiert werden. Auch für die Converison-Phase stehen drei Kampagnen-Typen zur Verfügung, nämlich Conversions, Katalogverkäufe und Ladenbesuche.
  • Grosser ROI trotz kleinem Budget. Mit Facebook und Instagram Ads kann mit einem sehr geringen Budget ein starker Return on Investment (ROI) erreicht werden. Da im Auktionsprozess sowohl das Gebot, die geschätzte Aktionsrate und die Anzeigenqualität berücksichtigt werden, haben auch kleine Unternehmen mit geringerem Budget die Chance, Anzeigen auszuliefern. Besonders für kleine Unternehmen sind Facebook Ads daher eine sehr erschwingliche und preiswerte Möglichkeit, Online-Marketing zu betreiben und einen hohen ROI zu erzielen.
  • Kunden in unterschiedlichsten Platzierungen erreichen. Im Facebook Ads Manager können insgesamt 21 Platzierungen auf Facebook, Instagram, Messenger und im Partnernetzwerk ausgewählt werden. Neben den Feed-Platzierungen können Werbeanzeigen in Stories und Reels, In-Stream, in der Suche, in den Nachrichten, In-Article und auf Apps und Websites über die verschiedenen Plattformen hinweg erscheinen.

Was sind die Unterschiede?

Die Absicht des Konsumenten

Der grösste Unterschied von Facebook Ads zu Google Ads ist die Absicht des Werbe-Empfängers und dessen Art der Nutzung beider Plattformen. Es kommt also ganz darauf an, in welcher Phase einer Customer Journey sich ein potenzieller Kunde befindet und welcher Kanal in dieser Phase besonders effektiv ist. Bei Google unterscheidet sich die Absicht wiederum zwischen Suchnetzwerk und Displaynetzwerk. Das Google Suchnetzwerk hilft potenziellen Käufern, das passende Unternehmen zu finden. Es ist also absichtsbasiert. Personen geben einen Suchbegriff bei Google ein und bekommen Anzeigen basierend auf der Anfrage ausgespielt. Diese Werbeanzeigen können von werbetreibenden Unternehmen mittels Google Ads Suchkampagnen erstellt werden. Das Google Displaynetzwerk ähnelt jedoch der Werbung auf sozialen Netzwerken. Konsumenten bewegen sich in diesem Netzwerk während sie auf Websiten surfen oder YouTube Videos ansehen. Eine Person ist also nicht aktiv auf der Suche nach einem Produkt, einer Dienstleistung oder einer Brand. Werbetreibende können diese Personen mit Display- und Videowerbeanzeigen erreichen. Zusammengefasst, im Google Suchnetzwerk sucht ein potenzieller Kunde aktiv und von selbst ein Produkt oder eine Lösung für ein Problem. Mit klassischem Pull-Marketing kann dieser mögliche Kunde auf das eigene Unternehmen aufmerksam gemacht und in einen Lead umgewandelt werden. Bewegt sich der Kunde im Google Displaynetzwerk kann dieser mit Push-Marketing erreicht und auf die eigene Brand aufmerksam gemacht werden.

Bei Facebook Ads und Instagram Ads verhält es sich ähnlich wie beim Google Displaynetzwerk. Facebook/Instagram Ads erreichen einen potenziellen Kunden, während dieser nicht aktiv nach einer Problemlösung oder einem Produkt sucht. Personen sind auf Facebook, um sich mit Familie und Freunden zu vernetzen und sich Bilder anzusehen. Die Anzeigen erscheinen demnach, wenn das Facebook-Mitglied in seiner Freizeit durch den Newsfeed scrollt. Facebook hilft Unternehmen, potenzielle Kunden zu finden. Hier wird Push-Marketing verwendet, um den Konsumenten basierend auf verschiedensten Zielgruppen-Merkmalen eine Anzeige auszuspielen und ihn bestenfalls in einen Lead umzuwandeln. Ein Bedürfnis muss beim Konsumenten erst erweckt und die Nachfrage geschaffen werden.

Unterschiedliche Kanäle

Je nachdem wo sich die Zielgruppe von Werbetreibenden aufhält, sollte auch der Kanal in dem geworben wird, sorgfältig ausgewählt werden. Google Ads bietet hier Platzierungen im Google Suchnetzwerk und somit in den Google Suchergebnissen an sowie bei Google Suchnetzwerkpartnern. Mit dem Google Displaynetzwerk können die Anzeigen auf Millionen von Webseiten zur Anzeigenschaltung erscheinen. Gleichzeitig stehen dem Werbetreibenden Anzeigenplatzierungen vor, während und nach YouTube Videos sowie auf der gesamten YouTube Plattform zur Verfügung. Auch in Gmail und dem Google Play Store können Anzeigen erscheinen.

Sollen Personen hingegen auf sozialen Netzwerken erreicht werden, bieten Facebook Ads sowie Instagram Ads mehr Möglichkeiten. Werbetreibende können Anzeigenplätze auf Facebook, der Messenger-App, Instagram und dem gesamten Audience Network von Facebook kaufen. Facebook Ads sowie Instagram Ads bieten eine Vielzahl von unterschiedlichen Werbemöglichkeiten, die vor allem visuelle Medien wie Bilder und Videos in unterschiedlichsten Formaten in den Vordergrund rücken. Zusätzlich unterscheiden sich Facebook/Instagram Ads und Google Ads in deren Angebot an unterschiedlichen Typen von Werbeanzeigen, Platzierungen und Targeting-Optionen.

Wie soll für eine Plattform entschieden werden?

Welches Budget steht zur Verfügung?

Bevor man sich für eine von beiden Werbeplattformen entscheidet, muss vorab festgelegt sein, wie viel Budget zur Verfügung steht. Damit das Geld zielgerichtet eingesetzt wird, gilt es zu definieren, wie viel Geld investiert werden soll, um einen neuen Kunden zu gewinnen. Je nach zur Verfügung stehendem Budget können auch beide Plattformen bedient werden. Falls nicht, ist es empfehlenswert erst die potenziellen Kunden ins Visier zu nehmen, die am nächsten am Kaufabschluss stehen. Wenn man den klassischen Marketing-Funnel betrachtet, ist es leichter, erst die Personen zu Käufern umzuwandeln, die schon mit dem Unternehmen interagiert haben. Somit sollte also das Budget in die erneute Ansprache mittels Retargeting fliessen. Übrige Ressourcen können dann in höheren Funnel-Stufen eingesetzt werden.

Wie steht es um die Mitbewerber?

Wird Google Ads in Betracht gezogen, sollte erst die eigene Branche, die Mitbewerber und das Zielgebiet unter die Lupe genommen werden. Mit dem kostenlosen Google Ads Keyword Planner können die wahrscheinlichen Kosten für die Anzeigenschaltung über Google Ads berechnet werden. Das ist ratsam, denn es gibt Branchen oder Nischen-Themen, die einen sehr hohen Klickpreis auf Keywords aufweisen. Wenn hier nur ein niedriges Budget zur Verfügung steht, kann je nach Klickpreis das Werbebudget schnell aufgebraucht sein. Wenn beispielsweise ein Budget von CHF 50 am Tag zur Verfügung steht und der durchschnittliche Klickpreis des Keyword-Sets bei CHF 15 liegt, gehen sich am Tag höchstens 3 bis 4 Klicks aus. Ziel ist es jedoch, eine grosse Auslieferung der Anzeigen zu erreichen, damit Suchende auf Google auch die eigenen Produkte und Dienstleistungen finden können. Möglicherweise ist bei einem kleineren Budget die Nutzung von Facebook Ads mit seinen detaillierten Targeting-Möglichkeiten die sinnvollere Alternative.

Welches Ziel wird verfolgt?

Ohne definiertes Marketingziel nützen die besten Marketingkampagnen nichts. Angehende Werbetreibende sollten also jedenfalls definieren, was das Ziel der Online-Marketingaktivitäten ist. Je nachdem, ob die Absicht Brand Awareness, Reichweite, neue Leads oder mehr Verkäufe ist, kann sich schon eine Tendenz zu einer Werbeplattform oder einem Werbenetzwerk entwickeln. Durch die visuelle Natur der Anzeigenformate der Facebook/Instagram Ads empfiehlt sich diese Plattform besonders, um Brand Awareness zu generieren und Kaufinteresse zu erschaffen. Google Ads im Displaynetzwerk bieten ebenfalls die Möglichkeit visuell ansprechende Anzeigen an den Konsumenten auszuliefern und somit Brand Awareness und Reichweite zu schaffen. Facebook und Instagram Ads bietet hier jedoch die grössere Vielfalt an ansprechenden Werbeformaten. Gleichzeitig eignen sich Facebook/Instagram Ads für das Einführen neuer Produkte oder das Schaffen einer neuen Marke. Ist das Ziel der Werbeaktivitäten, die Steigerung der Verkäufe oder neue Leads zu gewinnen, ist möglicherweise Google Ads die bessere Wahl.

Soll ein völlig unbekanntes Produkt oder eine komplett neue Dienstleistung lanciert werden, sind Facebook Ads und Instagram Ads die bessere Wahl. Die Chancen sind hoch, dass noch kein oder nur sehr geringes Suchvolumen vorhanden ist, wodurch Werbeanzeigen im Google Ads Suchnetzwerk keine grosse Wirkung erzielen werden. Mit Facebook und Instagram kann jedoch aktiv eine potenzielle Zielgruppe erreicht werden, welche Interesse am neuen Produkt oder der Dienstleistung haben könnte. Alternativ können Google Ads Suchkampagnen genutzt werden, um Suchanfragen zu Problemlösungen mit einer Werbeanzeige abzufangen. Sucht eine Person also nach Alltagstipps gegen Rückenschmerzen, bringt eine Werbeanzeige zu einem neuen Produkt, welches Rückenschmerzen lindert, gegebenenfalls den gewünschten Traffic auf die Website. Ähnlich verhält es sich, wenn die eigene Brand im Vergleich zu den Mitbewerbern noch recht unbekannt ist. Zwar kann auch bei Google Ads durch den Mechanismus des Qualitätsfaktors ein kleines Unternehmen sich gegen grosse Brands durchsetzen, jedoch klicken Suchende in der Google Suche häufig erst bekannte Brands, zu denen schon ein gewisses Vertrauen aufgebaut wurde. Facebook/Instagram Ads hingegen können genutzt werden, um eine Werbeanzeige direkt im Feed des Konsumenten erscheinen zu lassen und somit Wiedererkennungswert und Brand-Vertrauen zu schaffen.

Fazit

Sowohl Facebook/Instagram Ads als auch Google Ads haben jeweils ihre markanten Vorteile und eine generelle Aussage, welche von beiden Plattformen die bessere Wahl ist und genutzt werden soll, kann nicht getroffen werden. Beide haben Stärken, die von der jeweils anderen Plattform nur bedingt erfüllt werden können. Sowohl Google Ads als auch Facebook/Instagram Ads statten jedoch Werbetreibende mit einer Vielzahl an Kampagnen-Typen, Werbeanzeigenformaten und Targeting-Möglichkeiten aus. Im Hinblick auf die Customer Journey empfiehlt es sich aus beiden Plattformen das Beste rauszunehmen und auf das eigene Unternehmen anzuwenden. So können Facebook/Instagram Ads genutzt werden, um Brand Awareness in sozialen Netzwerken zu generieren, während Google Ads, Display- und Videoanzeigen die Reichweite auf Webseiten und YouTube Videos erhöhen. Beide Plattformen helfen, das Suchvolumen betreffend den eigenen Produkten und Dienstleistungen zu erhöhen, welches mit Google Ads Suchanzeigen wieder abgeholt werden kann. Eine Symbiose aus Facebook, Instagram und Google Ads führen schlussendlich zu einem Kaufabschluss oder einem neuen Lead.

Ist es nicht möglich, beide Plattformen zu bedienen, empfiehlt es sich zu evaluieren, welches Budget zur Verfügung steht, was die Zielsetzung der Online-Marketingaktivitäten ist, ob das eigene Produkt oder die Dienstleistung zur jeweiligen Plattform passt und wie es um die eigene Bekanntheit und die Mitbewerber steht. Je nachdem kann auf eine Plattform fokussiert werden. Facebook Ads stehen im Rampenlicht, wenn es um Brand Awareness, Produktbekanntmachung und transportieren von visuellen Reizen und Emotionen geht. Google Ads holt Kunden ab, die auf der Suche nach einer Problemlösung sind, vermitteln komplexe Informationen und erleichtern Entscheidungen.

Wichtig ist zu erkennen, welche Plattform schlussendlich die bessere Performance für das Unternehmen erzielt. Kostet ein Lead via Google Ads doppelt so viel als über Facebook Ads und die Anzeigen über Google Ads erzielen allerdings doppelt so viele Leads, muss abgewogen werden, welche Leads die höhere Qualität haben. Darum ist das Fazit: Keine Plattform kann als besser bezeichnet werden, denn sie arbeiten am besten in Symbiose. Da heisst es testen, testen, testen, was für das eigene Unternehmen am besten funktioniert.

Quellen

Facebook Instagram LinkedIn

Kommentar via Facebook

Bitte akzeptieren Sie die Cookies um die Facebook Kommentare zu nutzen.

Schreib uns einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennst Du schon unsere wöchentlichen Newsletter?

Facebook & Instagram   LinkedIn