11.08.2020 Online PR

Content: Wie man einen Blogbeitrag schreibt, der auch tatsächlich gelesen wird

Blogs gibt es seit Ende der 1990er Jahre. Obwohl in den letzten Jahrzehnten selten ein digitales Format in seiner ursprünglichen Funktion fortbestehen konnte wie der Blog, haben sich die Spielereien und Möglichkeiten der Contentdarstellung enorm verändert. Eine sinkende Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer sowie ein Überangebot an Inhalten stellt Blogger immer wieder aufs Neue vor die Frage: Wie muss Content aussehen, der Leser fortlaufend engagiert und animiert halten soll?

Anna Fries
17 Min. Lesezeit
2 Kommentare

Blogs gibt es – *Trommelwirbel* man mag es kaum glauben – seit Ende der 1990er Jahre.

Selten konnte in den letzten Jahrzehnten ein digitales Format in seiner ursprünglichen Funktion und Intention fortbestehen wie der Blog bzw. der Blogpost. Und doch haben sich die Spielereien und Möglichkeiten der Contentaufbereitung und -darstellung analog der Entwicklung des Nutzerverhaltens und analog der Ansprüche einer heute digitalisierten Gesellschaft angepasst. Will man den Medien der letzten Jahre glauben, so verfügt der Mensch heute über eine Aufmerksamkeitsspanne von durchschnittlich 8 Sekunden – eine Sekunde weniger als der Goldfisch.

Wenn unsere Aufmerksamkeitsspanne sinkt, was bedeutet das dann für die Erstellung von Content? Wie muss dieser aussehen, wie lang sollte dieser sein, wie sehr muss er vom ersten Moment an fesseln, um den Leser bei der Stange zu halten? Und was für Content sollte am besten aus der Feder von Unternehmen kommen?

Aller Anfang ist schwer

Du bist dir nicht ganz sicher, wie man einen Blogpost verfasst, der auch tatsächlich Klicks erzeugt und bis zum Ende (oder wenigstens halbwegs) gelesen wird, sodass er auch tatsächlich die Mühe wert ist? Hand aufs Herz – so geht es vielen. Bloggen ist für die meisten Unternehmen ein echter Kampf. Ein lohnender Blogbeitrag erfordert einige ernsthafte Anstrengungen, von der Ideenfindung bis hin zur digitalen Umsetzung auf Papier.

Die Vorteile eines Corporate Blogs sind es jedoch durchaus wert, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Das sind in der Regel zwei Dinge: Organischer Traffic und Brand Awareness. Und das beeinflusst massgeblich auch, je nach Unternehmensform, Conversions und Leads.

 

Die Vorteile des Bloggens

Organischer Traffic

Blogs haben aus SEO Gesichtspunkten das Prädikat “besonders wertvoll”. Die Einbindung relevanter Keywords ist insbesondere dann enorm hilfreich, wenn es darum geht, den organischen Traffic auf der eigenen Webseite zu erhöhen. Auch bestehende, qualitativ wertvolle Inhalte können erneut hervorgeholt und mit entsprechenden Schlagworten aufgefrischt werden, um diesen neue Relevanz und Glanz zu verleihen.

Organische Klicks kumulieren über Zeit, weshalb es sich durchaus lohnt, Inhalte, die eine höhere Halbwertszeit und Verwertbarkeit haben, regelmässig zu aktualisieren.

Brand Awareness

Da Google jede Seite einer Website für SEO crawlen kann, hat jeder Blogeintrag die Chance, nicht nur die Optimierung, sondern auch die Bekanntheit einer Marke zu steigern. Wenn beispielsweise ein Unternehmen aus der Kosmetikbranche qualitativ hochwertige Posts über das Auftragen von Eyeliner oder Mascara veröffentlicht, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, in den Google-Suchergebnissen zu dem entsprechenden Thema zu erscheinen. So können Individuen aus einer bestimmten, für das Unternehmen relevanten Zielgruppe, die diese Marke vielleicht nicht kennen oder nutzen über generische, branchenrelevante oder für sie relevante Themen auf die Marke stossen. Wenn die Qualität der Inhalte stimmt, leistet das einen enormen Beitrag zu Glaubwürdigkeit des Brands. Dies ist insbesondere relevant für den Aufbau von Leads. Der Content kann dabei mit Bildern, Keywords oder Deeplinks entsprechend gespeist werden und so mittel- bis langfristig auf die eigene Markenbekanntheit einzahlen, auf die Frequenz kommt es dabei weniger an.

Kurzum – Bloggen macht Sinn. Und die Kunst des Schreibens zu beherrschen schadet grundsätzlich schon mal nicht, ganz unabhängig davon, was man verkaufen möchte.

 

Was macht einen guten Blogpost aus?

Um einen Blogpost zu verfassen, braucht es keinen Shakespeare oder Goethe. Dennoch empfiehlt es sich einige wichtige Prinzipien zu beachten:

1. Der Blogpost löst ein Problem

Leser landen eher selten zufällig auf einem Blog. Wenn wir auf der Suche nach Inhalten sind, dann liegt dem Ganzen in der Regel ein Bedürfnis, das gestillt oder ein Problem, das gelöst werden will, zugrunde. Dabei kommt es nicht darauf an, ob man das perfekte Porridge-Rezept oder das ultimative Marketing 101 sucht – es wird Content gesucht, der lösungsorientiert ist. (Ja, der Thomas Hutter Blog ist dabei ganz zufällig ein hervorragendes Beispiel, das sich mit seinen Ads-Tipps, Workarounds und News der Problemlösung und Fragen einer Expertenleserschaft widmet.)

Aber die Lösung eines Problems oder die Beantwortung einer Frage ist nur die halbe Miete. Schlussendlich gibt es Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Antworten auf eine Frage im wilden, weiten Web. Der Blog-Beitrag sollte also nicht nur ein Problem lösen, sondern dies auch auf möglichst sinnvolle und bereichernde Art und Weise tun.

Das kann beispielsweise bedeuten, ein komplexes Thema mithilfe eines verdaulichen Ansatzes aufzuschlüsseln oder ein Thema zu vertiefen, das im Detail behandelt werden muss.

Gemäss einer (übrigens sehr interessanten) Studie aus 2019 von Orbit Media zum Thema Bloggen zeigt, dass die besser performenden Blogbeiträge über 1000 Wörter beinhalten und damit in der Regel über grundlegende Informationen hinausgehen und sich mit bestimmten Besonderheiten auseinandersetzen.

2. Der Blogpost ist einfach zu lesen und leicht zu verdauen

“Ist doch logisch, totaler No-Brainer” möchte man an dieser Stelle vielleicht denken. Was für einige als logisch und gegeben erscheinen mag, ist leider für Viele nicht die Realität.

Wenn ein Blogbeitrag die Leser innerhalb der ersten Sekunden in einen Tiefschlaf versetzt, kann davon ausgegangen werden, dass Leser in Zeiten, in denen Bewegtbild ständig aufs Neue zur Contentqueen gekrönt wird, sich zukünftig lieber einem Video widmen werden als ausufernde Blogbeiträge zu lesen. Die Kunst besteht darin, die richtige Balance zwischen vertiefter Wissensvermittlung und Aufmerksamkeit der Leser zu finden.

Kein Leser ist daran interessiert gegen eine Wand von komplizierten Worten zu laufen. Besser ist es, komplizierte Fachbegriffe zu vermeiden und einen Schreibstil zu wählen, der den Charme eines Roboters bei Weitem übertrifft.

Möglichkeiten einen Beitrag leicht lesbar und verdaulich zu machen:

  • Einfache Sprache (lieber ein bisschen mehr Street statt Steril (Umgangssprache vs. trockener Fachjargon)): Das kann alles betreffen, Satzbau, Wortwahl bis hin zur gewählten Tonalität.
  • Zwischenüberschriften und eingebaute Bilder oder gar ein Video geben dem Beitrag Struktur und erhöhen damit die Lesbarkeit, da der Beitrag einfacher “gescannt” werden kann. Gemäss der Studie von Orbit Media sind nicht nur praktische How-To Beiträge an der Spitze der am meisten geklickten Beiträge, sondern auch diejenigen, die von zusätzlichen Content-Formaten wie Bild, Bewegtbild, aber auch Listen, Zitaten und Statistiken Gebrauch machen. Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen hoch visuellem Content und Klickerfolg. Je mehr Bilder ein Blogger zu einem Artikel hinzufügt, desto wahrscheinlicher ist es, dass er beim Content Game gewinnt (Orbit Media). Die Lesbarkeit kann mithilfe von Tools wie bspw. https://www.supertext.ch/tools/lix gemessen werden, doch dazu später mehr.
  • Die eigene “Stimme” finden: Eine eigene klare Stimme und Ausdrucksweise (die sich natürlich innerhalb der Knigge-genehmigten Vokabulars bewegt) verleiht dem Beitrag einen klaren Absender und die notwendige Prise Individualität. Seinen eigenen Sprachstil zu finden, entwickelt sich über die Zeit und mit der entsprechenden Erfahrung.

3. Der Blogpost ist suchmaschinenoptimiert (aber alles stets im richtigen Mass)

Angesichts des Wettbewerbs zwischen Marketers und Suchmaschinen gibt es keinen Weg an der Optimierung der Inhalte für SEO (und Social!) vorbei. Doch auch hier ist Feingefühl und Knowhow gefragt, denn der Einsatz von Keywords kann insbesondere für weniger Erfahrene ein Balanceakt sein. Zu viele Keywords lenken schnell den Verdacht auf Clickbaiting. Viele Keywords generieren zwar Klicks, dies passiert jedoch schnell auf Kosten der Lesbarkeit (und das kann kein Ziel sein!).

Wer diese drei einfachen Regeln bei der Erstellung eines Blogposts im Hinterkopf behält, hat bereits halb gewonnen.

 

Unser How-To: Eine narrensichere Vorgehensweise

Doch wie anfangen?

Um sich das Leben und den Einstieg einfacher zu gestalten, empfehlen wir durch die Wahl eines bestimmten Blogpostformates einen Rahmen zu schaffen, ganz unabhängig davon, ob es sich um einen Beitrag handelt, der von Grund auf neu geschrieben wird oder ein bereits Bestehender bearbeitet wird.

Im Folgenden zeigen wir ein paar Tools und Taktiken, um den Ball ins Rollen zu bringen.

Wähle ein Blogpostformat

Aller Anfang ist schwer. Viele haben eine Idee, über die sie schreiben wollen, stehen aber erstmal mit einem Brett vor dem Kopf da. Grüezi Schreibblockade! Ein vorgefertigter Rahmen kann ein erster erfolgreicher Schritt sein, die eigenen Gedanken zu strukturieren und diese Struktur mit den ersten Worten zu füllen. Bis es sich quasi wie von alleine schreibt. Bevor es mit dem Schreiben also losgeht – wähle ein Blogpostformat.

Drei Möglichkeiten, die sich easy für jedes Thema adaptieren lassen:

1. How-To’s:

…wie der Name schon sagt – ein Format, das dabei Hilfestellung gibt, wie ein bestimmtes Problem angegangen oder gelöst werden kann.

Die Idee hinter einem How-to-Post ist selbsterklärend. Beiträge dieser Art, wie der Name schon sagt, bieten die Gelegenheit, tief in ein bestimmtes Thema einzutauchen. Hinter How-To-Beiträgen steckt aus Sicht des Lesers oftmals eine konkrete Suchabsicht bzw. ein Problem und bietet damit die Gelegenheit, ein Nischenpublikum anzusprechen, das nach Fachwissen sucht.

Angesichts der Tatsache, dass sich viele Google-Suchanfragen auf “How-to”-Anfragen konzentrieren, überrascht es nicht, dass viele Unternehmen diese als Grundlage für ihre Blogs verwenden. Beispielsweise stellen wir gerne Anleitungen zu bestimmten Themen für unsere Zielgruppe der Facebook Werbetreibenden zusammen.

Gelungene Beispiele (wie wir finden):

https://www.thomashutter.com/facebook-adsventkalender-19-dezember-export-und-import-von-kampagnen/

https://www.thomashutter.com/facebook-custom-metrics-im-werbeanzeigenmanager/

https://www.thomashutter.com/facebook-naming-templates-fuer-kampagnen-anzeigengruppen-und-werbeanzeigen/

2. Listicles:

…ein Blogpost, der in Listenform oder als ausführlichere Aufzählung daher kommt.

Beiträge im Listenstil a la Buzzfeed mögen für den Otto-Normal-Blogger zwar etwas übertrieben oder klischeehaft erscheinen, jedoch lässt sich ihre Popularität und Konsumfähigkeit nicht leugnen.

Listen sind auf einen Blick leicht verdaulich und können von beschäftigen Lesern leicht überflogen oder quergelesen werden. Darüber hinaus können zusätzliche Untertitel dazu beitragen, dass man sich auf wichtige Punkte konzentrieren kann, ohne unbedingt einen ganzen Artikel lesen zu müssen. Man kann bei diesem Format davon ausgehen: es bleibt definitiv irgendetwas hängen.

Darüber hinaus sind Listen für die Verfasser von Blogposts einfach zusammenzustellen und können dabei helfen, größere Themen in kleinere Teile zu zerlegen. Das Format ist dank seiner Einfachheit und Praktikabilität sowohl für Autoren als auch für Leser eine Win-Win-Situation.

Beispiele aus dem Hutter Blog:

https://www.thomashutter.com/tiktok-20-wichtige-tiktok-statistiken-die-man-in-2020-kennen-sollte/

https://www.thomashutter.com/pinterest-10-tipps-um-mit-videos-aufzufallen/

Beispiel Listicles

3. Auf Fragen basierte Posts

…Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt bleibt dumm – im Prinzip handelt es sich hierbei schlicht und ergreifend um ein Format, das eine oder mehrere grössere Fragen beantwortet.

Diese Art von Beiträgen befasst sich mit einer bestimmten Frage, und geben damit dem Autor die einfache Hilfestellung, sich auf ein einziges Thema zu konzentrieren. Im Gegensatz zu How-To-Beiträgen zeigt dieses Format den Lesern nicht unbedingt, wie man in einzelnen Schritten einen Problemfall löst, sondern bieten vielmehr einen Einblick oder Einstieg in ein entsprechendes Thema. Fragen haben den besonderen Effekt die Neugierde des Lesers zu erwecken, indem entweder ein besonderer Umstand oder etwas, was oft für selbstverständlich genommen wird, in Frage gestellt wird.

Beispiele aus dem Hutter Blog:

https://www.thomashutter.com/tiktok-kommerzielle-nutzung-durch-unternehmen-was-muss-beachtet-werden/

https://www.thomashutter.com/facebook-welchen-einfluss-haben-text-timing-und-format/

 

Die Headline sollte ins Auge stechen

Es gibt eine viel zitierte Behauptung, dass 80 % der Menschen auf Basis der Überschrift entscheiden, ob sie einen Artikel lesen werden oder nicht.

Bereits Werbe-Legende David Ogilvy wusste über die Wirkungskraft guter Headlines Folgendes zu sagen:

„Im Durchschnitt lesen fünfmal so viele Menschen die Schlagzeile wie den Artikel. Wenn du deine Schlagzeile geschrieben hast, hast du achtzig Cent von deinem einen Dollar ausgegeben.“

Die Schlagzeile ist das Erste, was die Leute sehen, wenn sie einen Blog besuchen, Inhalte auf Social Media sehen oder auf eine Website über eine Suchmaschinen-Ergebnisseite stoßen.

Ein Mangel an Inhalten existiert heutzutage definitiv nicht. In einer Zeit, in der sogar Clickbaiting Headlines das neue Normal ausmachen, stehen Blogger oftmals vor der besonderen Herausforderung, überzeugende Überschriften zu formulieren, die Leser die zum Lesen animieren ohne dabei den Verdacht oder Anschein auf Clickbaiting zu erwecken.

Die Rolle einer guten Überschrift besteht darin dem Leser ein Versprechen zu geben.

Eine neuen Studie von Informatikern der Columbia University und des französischen Nationalinstituts besagt, dass sogar 59 % der in sozialen Medien geteilten Links in Wahrheit nie angeklickt und auf ihren Inhalt geprüft werden. Mit anderen Worten: die meisten Menschen scheinen sogar Posts zu teilen, ohne sie tatsächlich jemals zu lesen. Wie bringen wir unsere Leser also auf unseren Beitrag?

Was passiert, wenn ein Leser eine interessante Schlagzeile sieht?

„Bevor einer von uns auf etwas klickt, erstellen wir (im Geiste) eine Kosten-Nutzen-Rechnung innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde. Die Aufgabe der Überschrift ist es, den Nutzen anzugeben und dem Besucher zu versprechen, dass es sich lohnt. Und das in weniger als einer Sekunde. Je spezifischer der Nutzen, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Besucher klickt. Tolle Schlagzeilen machen konkrete Versprechungen.“ – Andy Cristodina, Mitbegründer / CMO bei Orbit Media

Was macht also eine gute Headline aus?
  • Zeige, was du versprichst: Eine gute Headline zeigt dem Leser in weniger als einem Atemzug, was sein Mehrwert sein wird, wenn er diesen Beitrag liest. Wir empfehlen offen und klar in der Aussage zu sein, was es dem Leser bringen wird. Beispiel: “Fünf idiotensichere Wege zur perfekten Headline”.
  • Bring es auf den Punkt: Wenn klare Informationen vorliegen, sollten diese in die Headline eingebracht werden. Statt zu sagen, dass man “der beste Zahnarzt der Stadt” ist, lieber mit Fakten punkten: “9 von 10 Patienten weinen nicht, wenn Dr. Paro Dontose zur Hilfe schreitet”. Indem die eigenen Leistungen und Erfolge klar zum Ausdruck gebracht werden, ermöglicht man bereits auf den ersten Blick von Lesern als vertrauenswürdig wahrgenommen zu werden.
  • Die Headline sollte klar zusammenfassen, worum es in diesem Blogbeitrag geht. Eigentlich logisch. Sprich nicht über Birnen, wenn du Äpfel anpreist. Der Beitrag ist eine Erweiterung der durch die Überschrift zusammengefassten Kernaussage.
  • Nutze Überschriftenformeln: Keiner sagt, dass das Rad neu erfunden werden muss. Formeln sind nicht unbedingt der kreativste Weg, aber sie funktionieren. Bewährtes steht in Massen zur Verfügung und im World Wide Web war sich noch nie jemand zu schade an der einen oder anderen Stelle Inspiration von anderenorts zu übernehmen. Eine der besten Ressourcen für Schlagzeilenformeln ist Jon Morrows Buch „52 Headline Hacks„, das du kostenlos herunterladen kannst. Gute Beispiele sind einfache How-To Headlines (z.B.: How-To Be Successful in drei Schritten) oder Listen-Headlines (z.B.: 7 Tipps für starke Facebook Ads, 13 Workarounds um neue Instagramfollower zu gewinnen).
  • Verwende Power-Wörter: Power-Wörter sind Wörter, die eine bestimmte Wirkung, eine bestimmte Emotion beim Leser erwecken oder Neugierde triggern. Beispiele: Herzerwärmend, inspirierend, alarmierend, verwüstet. Z.B.: Roger Federer präsentiert sich mit neuer Silbermähne vs. Roger Federer präsentiert sich mit alarmierender neuer Silbermähne. Mit anderen Worten – Power Wörter machen die Headline erst so richtig interessant.
  • Erzeuge FOMO: Ein funktionierender Ansatz dürfte der sein, die Blogüberschrift so zu formulieren, dass man für Leser das Gefühl von #FOMO (fear of missing out) erzeugt, mit anderen Worten, ein Beitrag, der unter keinen Umständen zu verpassen ist.

Um herauszufinden, ob eine Headline auch tatsächlich die erforderliche Durchschlagskraft besitzt, können Tools wie ein Headline Analyzer eingesetzt werden. Dabei werden insbesondere die Lesbarkeit und der Einsatz von Powerwords analysiert.

Beispiel: Co-Schedule Headline Analyzer (Quelle: Co-Analyzer)

 

Weitere mögliche Tools sind:

  1. Advanced Marketing Institute Headline Analyzer 
  2. Sharethrough Headline Analyzer
  3. CoSchedule Headline Analyzer
  4. Textanalyse Tool
Überprüfe Inhalt und Formatierung auf Lesbarkeit

Beim Verfassen eines Blogbeitrags darf gerne davon ausgegangen werden, dass der durchschnittliche Otto-Normalverbraucher (mit der Konzentrationsfähigkeit eines Goldfischs, wie eingangs erwähnt) das Leseniveau eines 7. Klässlers an den Tag legt. Das bedeutet, dass nicht nur das Sprachniveau relativ einfach gehalten werden sollte (also nicht zu hochtrabend), auch die Formatierung, sprich Absatzlänge und Unterbrüche, will/wollen berücksichtigt werden.

Tools wie Leichtlesbar.ch und supertext.ch helfen dabei, Möglichkeiten zur Optimierung der Lesbarkeit von Content zu identifizieren, indem die Lesbarkeit des Textes bzw. der gewählten Worte analysiert und nach Schulniveau eingestuft wird.

Eine korrekte Rechtschreibung und Grammatik steht ungebrochen als Qualitätsmerkmal für jeden Blogpost. Wer Ernst genommen werden will, für den ist die finale Rechtschreib- und Grammatikprüfung eine absolute Notwendigkeit.

Für all diejenigen, die noch etwas Nachhilfe bei der deutschen Orthographie, sowie bei der Bildung von vollständigen und logischen Sätzen benötigen, gibt es Tools zur Rechtschreib- und Satzbauprüfung:

  1. LanguageTool
  2. Duden-Mentor
  3. Rechtschreibpruefung24
  4. GermanCorrector

Beispiel: Duden Mentor (Quelle: Duden)

Eine Bemerkung am Rande: Lesbarkeits-Tools sind zwar durchaus nützlich und hilfreich, um Inhalte zu optimieren, sollten jedoch nicht zur notorischen Grundlage für die Erstellung des perfekten Textes werden. Den gibt es nämlich nicht. Richtwerte sind zwar schön und gut, um einen gewissen Qualitätsstandard einzuhalten, wer jedoch mit der Zeit seine eigene Tonalität entwickelt, wird zwangsläufig von den gesetzten Richtlinien abweichen.

Die Formatierung macht einen wichtigen Aspekt der Lesbarkeit aus. Oftmals kann bereits mit der Auswahl des entsprechenden Blogpostformats (wie Listicles) einer zu komplexen Formatierung vorgebeugt werden. Das Format des Posts will so gewählt sein, dass es den Leser auf relativ natürliche Art und Weise von einem Satz zum nächsten führt, ohne Ablenkung oder der Möglichkeit gedanklich abzuschweifen.

Es empfiehlt sich, Absätze auf nicht mehr als 5 Sätze zu beschränken. Das hilft enorm dabei, den Lesefluss zu gewährleisten, zudem fühlt sich niemand überfordert wenn er/sie den Text auf dem Smartphone lesen möchte. Hier bietet es sich an, längere Absätze durch logische Unterüberschriften zu unterteilen. Nicht nur wird Content dadurch für den Leser leichter verdaulich, der Post kann auch besser durchgescrollt und durchsucht werden.

Neben dem Einsatz von Unterüberschriften spielt auch ganz klar der Einsatz von Bildern, Grafiken und gar Videos eine tragende Rolle in Punkto Formatierung und Lesbarkeit. Wenn man bedenkt, dass 65 % der Leser Inhalte am besten über Bilder und Grafiken erfassen und speichern, wird klar, dass es sich durchaus lohnt, dem Leser noch mehr als nur Texte zu servieren.

Wie die Studie von Orbit Media bestätigt, fügen die meisten Blogger drei bis vier Bilder pro Blog-Eintrag ein, aber Autoren sollten sich frei fühlen, so viele Bilder einzufügen, wie sie für richtig halten.

Das Ziel einer sauberen und abwechslungsreichen Darstellung deiner Inhalte ist dem Leser ein smartes “Scrolly-telling” Erlebnis zu ermöglichen. Unterüberschriften und visuelle Eindrücke werden den Leser dabei unterstützen weiter zu scrollen. Zudem ist es ohnehin schöner, wenn dein Content auch in Bildern zum Ausdruck kommt.

Optimiere deine Inhalte suchmaschinengerecht

SEO (= Search Engine Optimization) ist für so gut wie jede Blog-Strategie von zentraler Bedeutung. Aber hier ist Vorsicht geboten: Allzu oft leidet die Lesbarkeit unter dem übertrieben Einsatz von Keywords in der Konkurrenz um Aufmerksamkeit, Ranking und Klicks. Die wahre Kunst der SEO besteht neben einigen strukturellen Berücksichtigungen, wie Headlines, Unterüberschriften, Navigation etc., eine ausgewogene Auswahl an Keywords zu finden.

Für Blogger-Neulinge und all diejenigen, die ihr Wissen auffrischen wollen, ist es ratsam mithilfe von SEO-Tools entsprechende Keywordrecherchen durchzuführen.

Blogtools wie WordPress oder Squarespace haben bereits vorhandene SEO-Tools/Widgets, die hierfür ein guter Anfang sein können.

 

Noch ein paar weitere Tipps

Es dürfte mittlerweile klarer sein, wie ein gut geschriebener Blogpost aussehen kann. Und dass das Ganze vielleicht auch nicht unbedingt einfach ist, bzw. es viele tückische Feinheiten gibt, die es zu bedenken gilt. Aber Hand aufs Herz, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ein erprobter Blogger zu werden, ist ein fortlaufender Prozess, der noch lange nicht damit abgeschlossen ist, wenn Beiträge online gestellt sind.

Um die Sache hier zu Ende zu führen, abschliessend noch ein paar kurze Tipps für top performende und spannende Beiträge.

  1. Analysieren was funktioniert: Was sind die am besten performenden Blogbeiträge, welche Beiträge werden gerne gelesen, wie viel wird gelesen, wie hoch ist die Verweildauer, wieviel wird geklickt, was haben diese Beiträge gemeinsam, wie verhält es sich mit Social Klicks und Shares? Nicht verzagen, Google Analytics fragen.
  2. Inhalte auf Social Media promoten: Schliesslich hat man einiges an Zeit für die Erstellung investiert. Wir predigen es seit Jahren – guter Content mag gerne über Social Media mit bestehenden wie auch neuen Zielgruppen geteilt werden, funktioniert aber am besten mit sinnvoller Mediastrategie.
  3. Üben üben üben, dann klappt’s auch mit den Feinheiten. Durch konsequentes Lesen und Schreiben können Schreibgewohnheiten einfach verbessert und der eigene Schreibstil entwickelt werden. Wenn du über einen Blogbeitrag stolperst, der dir gefällt, nimm dir die Zeit herauszufinden, was genau daran dein Interesse erweckt hat.

 

Fazit

Einen qualitativ hochwertigen Blogpost zu schreiben ist nicht immer so einfach, wie es für viele den Anschein haben mag. Auch dieser hier hat mehrere Stunden Arbeit, Recherche und Revision benötigt. Und hält längst nicht alles ein, was hier vorgeschlagen wird. 😉

Letztlich sollte man es sich als Blogger zum Ziel machen, etwas zu produzieren, dass bereits Bestehendes ergänzt, übertrifft oder aktualisiert.

Frohes Gelingen! In diesem Sinne…

Quelle: Unsplash

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  1. info@mars-umzuege.de' Davut sagt:

    Hey Anna,

    Danke für die tollen Tipps um Bloggen. Es mach sinn deine Artikeln zu lesen. Ich werde dich gerne weiter empfehlen. macht weiter so!

    LG
    Davut

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